Bürgerhäuser, öffentliche Plätze und ein Wasserturm

Bürgerhäuser, öffentliche Plätze und ein Wasserturm

130 000 Euro stehen den Bitburger Stadtteilen 2012 als frei verfügbare Budgets zur Verfügung. Die Verteilung der Summe richtet sich nach Einwohnerzahl und In frastruktur. Der TV zeigt auf, welche Projekte die sechs Stadtteile Stahl, Mötsch, Erdorf, Masholder, Matzen und Irsch im kommenden Jahr mit Hilfe des Budgets angehen wollen.

Bitburg. In Stahl ist ein neues Gemeindehaus geplant. In Mötsch soll der Wasserturm restauriert werden. In sechs Stadtteilen Bitburgs stehen Projekte an, die über die Budgets finanziert werden sollen. Der TV gibt einen Überblick.
Stahl (36 330 Euro): Mit 995 Einwohnern (Stand Dezember 2010) ist Stahl der zweitgrößte Stadtteil Bitburgs. Ein Projekt, das dort seit längerem verfolgt und für das auch gespart wird, ist die Errichtung eines neuen Gemeindehauses. Bislang seien dafür allerdings die notwendigen Zuschüsse aus Mainz noch nicht genehmigt worden, sagt Ortsvorsteher Rudolf Rüdesheim, so dass sich der Stadtteil zunächst auf zwei weitere Projekte konzentriere, nämlich den Bau der geplanten Fußgängerbrücke bei Burgmühle sowie die Neugestaltung der Oberweiser Straße, deren Planung bereits begonnen habe.
Mötsch (35 960 Euro): Der mit 1020 Einwohnern noch immer größte Stadtteil Mötsch feiert im kommenden September sein 1250-jähriges Bestehen. Nach der Renovierung des Jugendheims und der Überarbeitung von Spielplätzen stehen deshalb im Vorfeld der Feier weitere Gemeinschaftsanlagen an. Dazu zählen nach Auskunft des dortigen Ortsvorstehers Josef Klein die Restauration des Wasserturms, die Anschaffung einer Küchenzeile fürs Jugendheim und die Errichtung eines Tors auf dem Bolzplatz.
Erdorf (23 480 Euro): Neben den für dieses Jahr noch anstehenden oder bereits abgeschlossenen Projekten wie der Erneuerung der Treppe an der Mainzer Straße, der Umgestaltung des Ehrenfriedhofs oder aber dem Austausch von Fenstern im Bürgerhaus sind im 553-Einwohner-Stadteil Erdorf 2012 die Anschaffung neuer Spielgeräte und die Neugestaltung des Dorfplatzes geplant. Auch am Bürgerhaus soll weiter renoviert werden. Weil vieles in Eigenleistung umgesetzt werde, stehe ein Teil des Budgets als Rücklage für zukünftige Projekte zur Verfügung, erklärt Ortsvorsteher Werner Becker. Dazu zählten beispielsweise ergänzende Maßnahmen im Rahmen der weiteren Umgestaltung des Erdorfer Bahnhofs.
Masholder (17 350 Euro): Rund 100 000 Euro, die allerdings nicht nur über das Budget, sondern auch über Zuschüsse abgedeckt wurden, hat Masholder in diesem Jahr in die Spielplätze investiert. Ebenfalls begonnen wurde im 460-Einwohner-Stadtteil mit den Außenarbeiten am Dorfgemeinschaftshaus. Dieses soll im kommenden Jahr neu verputzt werden, sagt Ortsvorsteher Rudolf Gerten. Ein weiteres Projekt für 2012 sei die Erschließung des Neubaugebiets mit 54 Baustellen., ebenfalls ein begonnenes Projekt.
Matzen (16 410 Euro): Matzen hat zwei Einwohner mehr als Masholder, unterm Strich aber etwas weniger Budget. Im Zuge der Anerkennung als Dorferneuerungsgemeinde seitens des Landes hat Matzen vor zwei Jahren ein Dorferneuerungskonzept erarbeitet, dessen Umsetzung nun konsequent verfolgt wird. An oberster Stelle stehe dabei die Neugestaltung des Kirchplatzes, sagt Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs. So sei beispielsweise ein Aufenthaltsbereich mit Baum und Bank geplant, oder aber die Sanierung des Wegs entlang der Friedhofsmauer. 41 000 Euro, für die auch bereits ein Dorferneuerungszuschuss beantragt, aber noch nicht bewilligt worden sei, seien dafür veranschlagt, ergänzt Fuchs. Des Weiteren stehe die Sanierung der Toiletten im Dorfgemeinschaftshaus an.
Irsch (470 Euro): "Wir leben hier recht autark", meint Margret Berger, Ortsvorsteherin des mit 17 Einwohnern kleinsten Stadtteils Irsch. Das dortige Angebot an Infrastruktur beschränkt sich auf Kapelle und Friedhof. Entsprechend gering ist damit der Unterhaltungsaufwand: Nach Auskunft Berges sind 2012 keine konkreten Projekte geplant, so dass die 470 Euro zunächst auf die hohe Kante kommen.Extra

Damit die Stadtteile mehr Gestaltungsspielraum, aber auch finanzielle Eigenverantwortung haben, wurde 2004 das Stadtteilbudget eingeführt. Dieses liegt seit dem unverändert bei jährlich 130 000 Euro und wird nach einem bestimmten Schlüssel verteilt. Maßgeblich ist zu 51 Prozent die Einwohnerzahl. Weitere 22 Prozent setzen sich als Pauschale für die Unterhaltung von Sporteinrichtungen, Gemeinschaftshäusern und Grillhütten zusammen, soweit diese in den Stadtteilen vorhanden sind. Die restlichen 27 Prozent des Verteilungsschlüssels richten sich nach Größe und Menge von Straßen und Friedhöfen sowie Spiel- und Gemeindeplätzen. uheExtra

Um Nachteile zwischen den Stadtteilen auszugleichen, wurde die Budgetierung 2010 reformiert. So wird die Erschließung von Neubaugebieten zukünftig komplett aus dem Budget gestrichen. Hintergrund ist der, dass die Stadtteile aufgrund ihrer Lage und des Erschließungsaufwands für private Investoren unterschiedlich interessant sind. uhe

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