Bürgermeister gesucht: Wallersheim schreibt den Posten aus

Eifeldorf ohne Bürgermeister : Chefsuche per Ausschreibung

Die Ortsgemeinde Wallersheim sucht einen Bürgermeister – auf ungewöhnliche Weise: Den Posten hat der Rat jetzt ausgeschrieben. Und einige Änderungen vorgenommen, die einer Nachfolgerin von Josef Hoffmann die Arbeit erleichtern sollen.

Das hatten wir, zumindest in der Verbandsgemeinde Prüm, noch nicht: Eine Ortsgemeinde schreibt den Posten des Bürgermeisters aus. Die Wallersheimer haben das jetzt gemacht, denn Josef Hoffmann hatte vor der Wahl im Mai bekannt gegeben, dass er nach zehn Jahren nicht weitermachen wolle.

Damals hatte sich der frühere Verwaltungsmann erstmals zur Verfügung gestellt, als die Gemeinde ebenfalls einen Chef suchte. Und Hoffmann machte das dann so gut, dass ihn die Bürger des Dorfs mit 750 Einwohnern vor fünf Jahren erneut ins Amt wählten, mit sehr überzeugenden 90 Prozent Ja-Stimmen.

Und klar, viele seien auch jetzt auf ihn zugekommen und hätten gesagt: „Josef, mach doch noch mal.“ Aber es sei Zeit, aufzuhören: „Ich bin jetzt 72 und habe drei behinderte Kinder“, sagt Hoffmann. Um die wolle er sich unbelastet kümmern können. Und fügt, nicht ohne anschließendes Lachen, hinzu: „Ich hab noch 25 Jahre, die möchte ich in Ruhe erleben.“

Nur hatte sich im Dorf eben niemand als Nachfolgerin aufstellen lassen. Also beschloss der neu gewählte Rat, es eventuellen Bewerbern leichter zu machen: Im Juni und Juli hat sich die Runde bereits zweimal zu Arbeitssitzungen getroffen – und beschlossen, die Beigeordneten Bruno Büsch und Jörg Cajé mit eigenen Geschäftsbereichen auszustatten: „Die sind darin dann autark“, sagt Hoffmann, der aktuell kommissarisch die Gemeindegeschäfte führt. Und Ratsfrau Franziska Weber wird einen Beigeordnetenposten ohne Geschäftsbereich erhalten. Außerdem sei Ratsmitglied Julia Weber bereit, die Schriftführung zu übernehmen, sodass am Ende die Arbeit von einem Quintett erledigt werden kann.

Auch die Aufwandsentschädigung werde man entsprechend aufteilen: Die Beigeordneten erhalten je 212 Euro monatlich. Beim Bürgermeister seien es etwa 800 Euro, sagt Hoffmann.

Wegen dieses neuen Konzepts werde man auch die Hauptsatzung der Gemeinde ändern, in Absprache mit der VG-Verwaltung.

Bruno Büsch, der erste Beigeordnete, bringt seine Erfahrung als ehemaliger Ortsbürgermeister von Hersdorf mit in die Gemeindearbeit. Und ist überzeugt: „Das ist das Zukunftsmodell, um die Bürgermeister zu entlasten.“ Vorausgesetzt natürlich, man finde die Beigeordneten, die zu dieser Unterstützung bereit seien.

Bewerben kann sich jede Frau, jeder Mann in der Gemeinde, die mindestens 23 Jahre alt sind. Die Frist gilt noch bis Sonntag, 18. August – am Tag darauf tritt der Rat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Das Gremium würde anschließend auch über die Bewerber abstimmen und Hoffmanns Nachfolgerin oder Nachfolger wählen.

Noch gar nicht lange her, da haben sie sich den neuen Spielplatz gebaut. Foto: Fritz-Peter Linden

Auskunft erhalten Interessenten bei Josef Hoffmann unter Telefon 06558/900356 oder per E-Mail an: obwallersheim@t-online.de

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