Bürgermeister Josef Junk im Gespräch mit dem Volksfreund

Interview : „Wir sind  auf einem guten Weg“

Herr Junk, Sie kennen die Vorwürfe,  die  Verbandsgemeinde hätte 2003 oder spätestens 2014  handeln müssen, weil schon damals  das Auffangbecken des Korlesbaches  übergelaufen war?

Josef Junk: Es ist richtig, dass das Tosbecken bei den Starkregenereignissen in 2003 und 2014 übergelaufen ist. Die Ursache lag darin begründet, dass sich bei den damaligen Ereignissen Geröll, Grünschnitt und Holz vor dem Auffangrechen festsetzten und ein Aufstauen des Wassers im Tosbecken verursachten, was  zum Überlaufen des Beckens führte.  
Die Verbandsgemeinde Kyllburg und später Bitburger Land waren jedoch nicht untätig. In Zusammenarbeit zwischen der Verbandsgemeinde, der Stadt Kyllburg und unter Beteiligung der SGD wurden Lösungen gesucht. Da festgestellt werden musste, dass  Grünschnitt, Holz und Reisig, welches Anwohner  im Böschungsbereich des Korlesbaches lagerten, maßgeblich zur Verdichtung der vom Rechen zurückgehaltenen Materialien beitrugen, vereinbarten die Verbandsgemeinde und die Stadt Kyllburg eine intensivierte Überwachung und Beräumung auch des privaten Uferbereichs des Korlesbaches. Neben der ständigen unterjährigen Überwachung wurden die Gewässerläufe durch Gemeindearbeiter der Stadt vor angekündigten stärkeren Regenfällen nochmals überprüft.

Stimmt es, dass  schon seit 16 Jahren über einen neuen Rechen geredet wird?

Junk: Im Jahre 2003 wurde auch der Ersatz des Rechens diskutiert. Jedoch wäre es zum Einbau eines bauähnlichen Rechens gekommen, der lediglich versetzt angebracht worden wäre. Dies hätte die Grundproblematik, ein Zusetzen des Rechens, nicht gelöst. Offensichtlich hat man sich damals für die Maßnahmen, wie im letzten Absatz zu Frage 1 beschrieben, entschieden. Durch heutige Erkenntnisse und technische Standards wird nun ein Rechen in anderer Bauart eingesetzt, und durch den Einbau von Vorsperren wird der Rechen zudem entlastet. Dies dürfte dann zu einer tatsächlichen Reduzierung der Grundproblematik führen.

Ist die VG künftig gut gerüstet, mit solchen  Unwettern umzugehen?

Junk: Bereits vor den Unwettern des letzten Jahres hatte die Verbandsgemeinde  die Erstellung von Hochwasservorsorgekonzepten (damals noch Hochwasserschutzkonzepten) eingeleitet. Bei der Vielzahl unserer Gemeinden kann dies jedoch nur Schritt für Schritt erfolgen. Derzeit ist das Hochwasserschutzkonzept für den Korlesbach in der Erstellung. Bei der Umsetzung sind wir auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, da die Konzepte auch viele private Maßnahmen und Empfehlungen für die Bürger enthalten. Für die Umsetzung der (wasser‑)baulichen Maßnahmen hoffen wir auf Förderungen des Landes. Es geht jedoch vor allem um die Minimierung von Schäden, denn eines ist klar – ein Unwetter und daraus resultierende Schäden lassen sich, gerade bei dem Ausmaß der Regenfälle wie im letzten Jahr, durch keine Maßnahme verhindern.  Man kann nur versuchen, alles zu tun, um die negativen Folgen zu reduzieren. Hier sind wir, mit der Hilfe von Fachleuten, auf einem guten Weg.

Das Gespräch führte

Maria Adrian.

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