Bürgermeister setzt auf Zusammenarbeit

Andreas Kruppert ist als neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld in sein Amt eingeführt worden. Ab dem 1. Mai übernimmt er den Platz im Rathaus. Der 30-Jährige reichte nach seiner Vereidigung allen Fraktionen die Hand zur Zusammenarbeit.

Arzfeld. "Seit ich damals bei der Verbandsgemeinde Neuerburg angefangen habe, war es immer mein Traum, Bürgermeister zu werden. Jetzt bin ich stolz und dankbar, dass sich dieser Traum schon mit 30 Jahren erfüllt", sagte Andreas Kruppert nach seiner Vereidigung als neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld. "Ich weiß, dass das ein enormer Vertrauensvorschuss ist. Ich werde alles daran setzen, ihn in den kommenden acht Jahren zurückzuzahlen." In seiner künftigen Arbeit wolle er das "Wir" in den Vordergrund stellen. Dabei könne er auf gesunde und starke Fundamente setzen, die sein Vorgänger ihm hinterlassen habe. "Die VG hat Patrick Schnieder viel zu verdanken." Er wolle aber keine Kopie seines Vorgängers sein, sondern seinen eigenen Weg gehen.

Auch für seinen Gegenkandidaten in der Stichwahl, den ersten Beigeordneten Klaus Juchmes, fand Kruppert anerkennende Worte: "Die Entscheidung, erster Beigeordneter zu bleiben, verdient allerhöchsten Respekt." Das sei ein klares Signal für eine gemeinsame Arbeit, das er gerne aufgreifen wolle. Er reiche allen Ratsfraktionen und jedem einzelnen Ratsmitglied die Hand für die Zusammenarbeit, bei der es einzig darum gehe, das Beste für die Verbandsgemeinde zu erreichen.

Kruppert, als unabhängiger Kandidat angetreten, war im Wahlkampf von Teilen der CDU unterstützt worden, die nicht den offiziellen CDU-Kandidaten Klaus Juchmes mittragen wollten. Dieser führte an diesem Abend aber sichtlich gelöst und entspannt durch die Veranstaltung, ließ sich keine Spur von Enttäuschung über die verlorene Wahl anmerken. "Nach dem Willen der Bürger ist An dreas Kruppert zum dritten Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld gewählt worden, dafür wünsche ich ihm auch persönlich viel Glück und Erfolg sowie Kraft und Mut für die notwendigen Veränderungen", sagte Juchmes.

Nicht alltäglich bei der Einführung neuer Bürgermeister ist Josef Peter Mertes, der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier. "Ich schaffe ja gerade einmal die ganzen Landräte", sagte Mertes. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, seinem ehemaligen Mitarbeiter für seine neue Aufgabe alles Gute zu wünschen. "Sie bekommen hier einen hervorragend vorbereiteten Bürgermeister, ich hätte ihn noch sehr gut brauchen können."

Landrat Joachim Streit bediente sich angesichts der Vergangenheit des Bürgermeisters als Sänger bei der Band "Dompiraten" - wie andere auch - der nautischen Metaphern, die an diesem Abend nur so durch den Raum segelten. Als Bürgermeister müsse man sowohl Aufklärer als auch Bergungsschiff sein, manchmal auch ein Eisbrecher. Auf jeden Fall habe man wie ein Containerschiff eine große Last zu tragen, "und oft wird erst am Ende einer Amtszeit klar, ob man Kapitän oder Sklave auf der Galeere war." Auch Fähigkeiten als Minensuchboot seien durchaus nützlich. "Denn Minen sind ja tückisch: Man sieht sie nicht, und wenn man sie hört, ist es zu spät."

Die besondere Bedeutung einer Urwahl betonte Krupperts Vorgänger, der jetzige Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder. "Das ist die höchste Salbung."

Er wünsche seinem Nachfolger, "dass Sie das Amt und die Verbandsgemeinde lieben lernen." Der aus Biesdorf stammende Kruppert sieht sich schon auf einem guten Weg dorthin: "Die Isleker und einer aus dem Bekoff werden viel bewegen können."

Meinung

Ein guter Start

Gelöst ging es zu bei der Vereidigung des neuen Bürgermeisters An dreas Kruppert. Die Spannungen im Wahlkampf, die Probleme innerhalb der CDU - alles scheint vergessen. Einzig die demonstrativen Hinweise auf die notwendige Geschlossenheit lassen erahnen, dass die sonnige Atmosphäre an diesem Abend manches Zerwürfnis überstrahlte. Nicht jeder kann das Kapitel "Wahlkampf" so gut abschließen und eine neue Seite aufschlagen wie offenbar der in der Stichwahl unterlegene erste Beigeordnete Klaus Juchmes. Die gelungene Amtseinführung lässt jedoch hoffen, dass nun ein neues Kapitel beginnen kann. Der neue Bürgermeister und sein Beigeordneter scheinen auf dem besten Weg dorthin. c.brunker@volksfreund.de

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort