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Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Speicher

Kommunalpolitik : Marcus Konrad ist neuer Bürgermeister in der Verbandsgemeinde Speicher

In der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in der VG Speicher  gewinnt Marcus Konrad (CDU) mit 53,3 Prozent. Jürgen Rauschenbach (SPD) gibt sich mit 46,7 Prozent geschlagen.

Marcus Konrad hat die Wähler überzeugt – das zeigt sein Sieg. Dazu passt, dass er sich als Erster sicher war, antreten zu wollen. Mit großem zeitlichem Vorsprung hatte er schon im Dezember seine Kandidatur bekannt gegeben. Schon vor zwei Wochen hätte es Marcus Konrad mit 48,4 Prozent fast geschafft. Ihm fehlten nur 51 Stimmen oder 1,7 Prozentpunkte. Gegenkandidat Jürgen Rauschenbach lag fast 12 Prozentpunkte hinter ihm.

Um den Vorsprung noch aufzuholen, hätte der SPD-Mann extrem mobilisieren müssen. Seine Chance lag in den 15 Prozent, die im ersten Durchgang der parteilose Harald Schilz auf sich vereinen konnte, oder in den Stimmen der Unentschlossenen. Nur 47,6 Prozent der Wahlberechtigten hatten beim ersten Durchlauf ihre Stimme abgegeben.

Groß war das Becken der Nichtwähler, in dem beide Kandidaten vor dem zweiten Wahlgang noch fischen konnten. Beide Kandidaten haben sich nochmal kräftig ins Zeug gelegt und waren weiter in den Gemeinden unterwegs. Wenige Tage vor der Wahl gefragt, fiel es Marcus Konrad schwer, eine Prognose abzugeben. „Ich kann es nicht einschätzen. Ich fühle mich wie in einer Blase“, beschrieb er das Gefühl. Um ihn herum herrsche auf jeden Fall gute Stimmung und er freue sich über die Möglichkeit, weitere zwei Wochen Zeit gewonnen zu haben, um sich vorstellen zu können. Jürgen Rauschenbach rechnete Anfang der Woche damit, dass es eng wird, traute sich aber einen knappen Sieg zu. „Eine Chance besteht noch. Es könnte klappen“, sagte er. „Wenn es nicht klappt, dann war es so“, fügte er mit ein wenig Fatalismus hinzu.

Es hat ein bisschen gedauert – die Wähler in der Verbandsgemeinde Speicher haben es spannend gemacht mit ihrer klaren Entscheidung erst im zweiten Anlauf. Dass es zwei Wahlen brauchte, mag auch an der niedrigen Wahlbeteiligung am ersten Wahlsonntag gelegen haben.

Die Wahlbeteiligung fiel allerdings in der Stichwahl mit 45,4 Prozent noch niedriger aus. Ein Trend, der auch in anderen Kommunen bei den vergangenen Bürgermeisterwahlen in der VG Bitburger Land und in der VG Arzfeld zu beobachten war. Zum Vergleich: An der letzten Bürgermeisterwahl in der VG Speicher beteiligten sich noch 63,9 Prozent der Wähler.

Die Auszählung der Stimmen erlebte Konrad wie beim ersten Wahlgang zu Hause im Kreis seiner Familie. Rauschenbach fieberte mit Freunden dem Ergebnis ab 17 Uhr im Gasthaus „Unter den Kastanien“ in Speicher entgegen.

Als am Sonntagabend die Auszählungsergebnisse aus den Wahllokalen eingingen, zeichnete sich rasch ab, dass Marcus Konrad vorne lag. Schon im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte er bis auf zwei alle Gemeinden auf seiner Seite. Nur Orenhofen und Auw an der Kyll fehlten ihm. Diese votierten auch diesmal für Rauschenbach.

Bis es in der Stichwahl zur abschließenden Auszählung der drei Wahllokale in der Stadt Speicher kurz vor 19 Uhr kam, lag Konrad deutlich vorne. Mit Speicher schrumpfte der Vorsprung, denn hier lieferten sich die beiden Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Rauschenbach knapp gewann (51,5 Prozent).

Am Ende sicherte sich Marcus Konrad mit 53,3 Prozent das Bürgermeisteramt für die nächsten acht Jahre. Er wird das Amt im August antreten. Das Ergebnis seines Amtsvorgängers Manfred Rodens, der 2014 mit 59,9 Prozent zum Bürgermeister gewählt wurde, konnte er nicht toppen. Sein Parteifreund hinterlässt ihm ein gut bestelltes Haus. Rodens galt als kompromissbereit und integrierend. Mit seiner ausgeglichenen Art hat er den Boden für ein konstruktives Miteinander im VG-Rat bereitet. Davon kann Konrad profitieren.

Konrad sagte nach der Wahl: „Ich bin begeistert und überglücklich. Ich bin meiner Familie für die letzten Wochen dankbar. Es ist toll.“ Nachdem der Sieg feststand, zog es Konrad vors Rathaus, wo er auf jede Menge Gratulanten traf. Anschließend feierte er den Wahlsieg mit Freunden und der Familie.

 Fairer Verlierer: Jürgen Rauschenbach.
Fairer Verlierer: Jürgen Rauschenbach. Foto: TV/Jürgen Rauschenbach

Jürgen Rauschenbach: „Vom Ergebnis her wusste ich, dass es spannend wird. Wir haben noch mal gut aufgeholt, leider hat es nicht gereicht. Was mich richtig stolz gemacht hat, ist, dass ich in Speicher gewonnen habe. Mein Gegner war fair, ich gratuliere Marcus.“