Bürgermeisterwahlen - nächster Versuch

Bürgermeisterwahlen - nächster Versuch

Neuer Anlauf: Nachdem in Winterspelt, Feuerscheid und Heisdorf die Bewerber bei den Kommunalwahlen keine Mehrheiten bekommen haben, müssen die Wähler erneut an die Urnen. In Winterspelt haben sie diesmal sogar die Wahl zwischen zwei Kandidaten.

Winterspelt/Feuerscheid/Heisdorf. Er will es noch einmal wissen: Hubert Tautges, Amtsinhaber in Winterspelt und bei der Kommunalwahl am 7. Juni ohne Mehrheit, tritt bei den erforderlich gewordenen Nachwahlen erneut an. "Wir haben die Projekte mit der Straßenerneuerung und dem Kanalbau, die will ich auf jeden Fall voranbringen. Denn wenn wir das jetzt nicht machen, wirft uns das Jahrzehnte zurück", sagt Tautges. Von daher wolle er den Bürgern noch einmal die Chance geben, sich für ihn zu entscheiden. Im Gegensatz zur ersten Wahl hat Tautges bei den Wahlen am 27. September einen Gegenkandidaten: Der bisherige erste Beigeordnete Paul Beyer tritt gegen den geschäftsführenden Amtsinhaber an. Beyer war leider für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Für wen sich die Winterspelter am Ende entscheiden, ist völlig offen. Klar ist aber auf jeden Fall, dass einer von beiden der nächste Bürgermeister wird, denn auf dem Stimmzettel gibt es nur die beiden Namen und keine Möglichkeit, mit "Nein" zu stimmen.

In Feuerscheid macht es Ernst Görgen doch noch einmal. Eigentlich wollte er keine weitere Amtszeit und trat bei nicht mehr an, doch die einzige Kandidatin für seine Nachfolge, Gisela Thiel, bekam von den Wählern keine Mehrheit, so dass sich Görgen doch noch einmal zur Verfügung stellt. "Der Gemeinderat hat den Wunsch geäußert, dass ich doch noch einmal antreten soll", sagt Görgen. Diesem Wunsch sei er dann nachgekommen. "Schließlich haben wir viele Dinge gemeinsam auf den Weg gebracht, und es sollte in der Gemeinde kontinuierlich vorangehen", sagt Görgen.

In Heisdorf hingegen hat für die Nachwahl kein Kandidat seine Unterlagen eingereicht, sodass jetzt der Gemeinderat gefordert ist. "Innerhalb von acht Wochen nach der ausgefallenen Wahl, also bis zum 22. November, muss ein neuer Ortsbürgermeister gewählt werden", sagt Wolfram Probst, Büroleiter der VG Prüm. Ist das nicht der Fall, bleibt der bisherige Bürgermeister geschäftsführend im Amt, bis er es niederlegt. Danach ist der erste Beigeordnete in der Pflicht. Legt auch dieser sein Amt nieder, beauftragt die Kreisverwaltung jemanden mit der Leitung der Gemeinde - in der Regel den Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Ein Ende der Suche gibt es unterdessen aus Habscheid zu vermelden: Mittlerweile hat sich offenbar eine Kandidatin für das Bürgermeisteramt gefunden, die in einer Sitzung am heutigen Donnerstagabend gewählt werden soll.

Meinung

Jetzt aber!

Mehr als zwei Monate sind seit der Kommunalwahl vergangen, und immer noch haben einige Gemeinden keinen Ortsbürgermeister, weil der Kandidat bei den Urwahlen keine Mehrheit bekommen hat - was, ganz nebenbei bemerkt, ein Unding ist. Denn wenn jemand als Einziger bereit ist, seine Freizeit für das ehrenamtliche Engagement für die Ortsgemeinde zu opfern, hat er dafür die Unterstützung aus dem Ort verdient. Jetzt müssen die Bürger in Feuerscheid und Winterspelt erneut an die Urnen und haben wieder die Möglichkeit, einen Bürgermeister zu wählen. Besonders positiv dabei: In Winterspelt werben diesmal sogar zwei Kandidaten um die Gunst der Wähler. Das heißt, es gibt klare Alternativen, und die Wähler sind in der Pflicht, sich für eine Richtung zu entscheiden. Ein rein destruktives "Nein" gibt es nicht mehr. c.brunker@volksfreund.de