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Bund stutzt Fliegern die Flügel - Erst Kündigung, jetzt Räumungsklage, Gerichtstermin folgt: Dicke Luft am Flugplatz

Bund stutzt Fliegern die Flügel - Erst Kündigung, jetzt Räumungsklage, Gerichtstermin folgt: Dicke Luft am Flugplatz

An der Landebahn weht ein rauer Wind: Nach 20 Jahren verlangt der Bund eine Pacht von der Flugplatz Bitburg GmbH für die Nutzung des Areals. 250 000 Euro soll die Bundesimmobilienanstalt gefordert haben. Zu viel für die GmbH, die den Flugplatz erstmals ohne öffentliches Geld betreibt.

Bitburg. Mit der Fliegerei könnte in Bitburg bald Schluss sein. Die Fronten zwischen dem Bund als Eigentümer von Landebahn und Co. und der Flugplatz GmbH sind verhärtet. Nachdem die Bundesimmobilienanstalt (Bima) der GmbH zunächst den eigentlich unbefristeten Vertrag über die Nutzung des Geländes gekündigt hat (der TV berichtete), liegt nun auch eine Räumungsklage auf dem Tisch. Die Bima macht ernst. "Für uns ist dieses Vorgehen unverständlich", sagt Friedhelm Nau, Geschäftsführer der Flugplatz GmbH.
Der Unternehmer gehört zum Team Eifeler Piloten, die 2013 rund 95 Prozent der Anteile an der GmbH, die einst Stadt, Kreis und Frank Lamparski gehörten, aufgekauft haben. Auch die verbleibenden rund fünf Prozent sind in privater Hand. Erstmals in der Geschichte der GmbH fließt damit kein öffentliches Geld in den Betrieb. Alle Unterhaltungskosten für Gelände und Infrastruktur trägt die GmbH. Laut Nau schlägt allein die Oberflächenentwässerung mit rund 30 000 Euro im Jahr zu Buche.
Hinzu kommen 40 000 Euro für Instandhaltung. So musste etwa die Befeuerung der Landebahn, also die Lichtanlage, repariert werden. Auch die Pflege des riesigen Areals kostet.
"Rund 20 000 Starts und Landungen verbucht die GmbH voraussichtlich Ende des Jahres", sagt Nau. Nicht genug, um eine schwarze Null zu schreiben. Der Jahresverlust wird sich auf rund 100 000 Euro summieren. Auch den tragen Private. Und nun fordert der Bund erstmals in der Geschichte der GmbH eine Pacht.Geänderte Marschrichtung


Als Grund für die geänderte Marschrichtung nennt die Bima das Scheitern der Pläne für einen großen Industrie-, Fracht- und Passagierflughafen. "Die Flächen müssen einer tragfähigen Entwicklung zugeführt werden. Die unentgeltliche Überlassung zur Aufrechterhaltung der fliegerischen Infrastruktur ist nicht mehr vertretbar", sagt Frank-Michael Kreis von der Bima und ergänzt: "Im Interesse des Steuerzahlers und aufgrund ihrer Verpflichtungen aus der Bundeshaushaltsordnung muss ein angemessener ortsüblicher Pachtzins erhoben werden."
250 000 Euro im Jahr habe die Bima verlangt. "Das können wir nicht tragen", sagt Nau. Ob die drei Flugschulen oder die Fallschirmspringer - ihre Zukunft in Bitburg ist gefährdet. Bis das Landgericht Trier über die Vertragskündigung und Räumungsklage entschieden hat, dürfen die Piloten das Areal noch nutzen. Allerdings gibt es auch da Einschränkungen.
Einige Flächen, die bisher zum Flug- und damit GmbH-Areal gezählt wurden, sind nicht explizit in dem alten Vertrag von 1994 aufgeführt. Nun hat die Bima laut Nau die Nutzung dieser Einzelflächen per einstweiliger Verfügung untersagt. Es gab eine Infoveranstaltung, um klar zu machen, wo man sich noch bewegen darf. Denn in Teilen wurden auch Zufahrten von Hangars zur Startbahn gesperrt. Etwa ein Dutzend solcher Hangars haben Piloten vom Bund für gut 400 Euro im Monat gemietet. Sie müssen nun über das Privatgelände einer Firma, um die Startbahn zu erreichen. Nächste Woche stehen abermals Verhandlungen an. Denkbar wäre für Nau, das Areal insgesamt zu verkleinern. Auch gegen eine Pacht wehrt er sich nicht grundsätzlich: "Aber das sollte dann ein tragbarer Preis sein." scho