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Bundesinnenministerium begründet Entscheidung gegen den Standort

Stadtentwicklung in Bitburg : Housing für Bundespolizeischule ungeeignet

In einem Schreiben an die Stadt begründet das Bundesinnenministerium die Entscheidung gegen den Standort Bitburg. Bürgermeister Joachim Kandels erfuhr durch eine Pressemitteilung von der Absage.

„Ich habe mich schon darüber aufgeregt, dass wir das aus einer Pressemitteilung erfahren“, sagt Bürgermeister Joachim Kandels im Rahmen der jüngsten Ratssitzung der Stadt Bitburg und liest dann eine Mail vor, die er erst eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn erhalten habe.

Absender des Schreibens ist das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat, das mit dieser Mail auf eine Anfrage des Bürgermeisters reagiert. Kandels hatte um eine Stellungnahme des Ministeriums gebeten und sich in seiner Anfrage auch darüber gewundert, dass man weder in Bitburg, noch bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Koblenz über die Entscheidung des Ministeriums informiert worden sei.

Darüber, dass Bitburg nicht als Ausbildungszentrum der Bundespolizeischule infrage komme, sei man erst über den Bericht des Trierischen Volksfreund informiert worden, sagt Kandels.

Wie das Ministerium in seiner Antwort mitteilt, sei die Housing zwar bei der Suche der Bundespolizei für eine temporäre Erweiterung der Ausbildungskapazität einbezogen worden. „Im Ergebnis gehört die ehemalige US-Wohnsiedlung Housing Bitburg jedoch nicht zu den Liegenschaften, die grundsätzlich für eine Nutzung durch die Bundespolizei in Betracht kommen“, erklärt ein Sprecher des für die Bundespolizei zuständigen Referats im Ministerium.

„Gründe hierfür sind insbesondere der schlechte bauliche Gesamtzustand der Bestandsgebäude sowie die fehlende Möglichkeit, dort rechtzeitig alle erforderlichen Einrichtungen, die für die Ausbildung der Anwärterinnen und Anwärter unverzichtbar sind, zu realisieren“, heißt es in der erklärenden Mail. Aus diesem Grund habe das Ministerium keine Entscheidung zugunsten der Stadt Bitburg treffen können.

Stattdessen ist die Wahl nun auf den Standort Rotenburg an der Fulda gefallen. In der dortigen Alheimer-Kaserne sollen laut Mitteilung des Ministeriums  ab 2021 bis zu 500 Bundespolizisten stationiert werden.

Das Gelände am Stadtrand von Rotenburg diente bis März 2016 als Bundeswehrstandort. Derzeit wird es noch als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge genutzt. Wie es nun mit dieser Unterkunft weitergeht, steht laut Medienberichten noch nicht fest.