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Bunte Halsketten stehen für kulturelle Vielfalt in der Kreisstadt

Bunte Halsketten stehen für kulturelle Vielfalt in der Kreisstadt

Integrationskurse werden künftig nur noch vom Bund gefördert, wenn die jeweilige Einrichtung über ein Qualitätssiegel verfügt. Deshalb hat sich jetzt auch die Volkshochschule (VHS) Bitburg ein Zertifikat erarbeitet - und sich einige Ziele gesteckt.

Bitburg. Die Ziege steht für Bitburg, ist bunt und macht Lust auf mehr. Das trifft auch auf die Kulturgemeinschaft zu. Deshalb kann man an den Hälsen der Mitarbeiterinnen jetzt auch etwas Buntes entdecken: eine Kette. Vorsitzender der Kulturgemeinschaft und Bürgermeister Joachim Kandels erklärt's: "Wir haben ein neues Logo in bunten Farben, das für die Vielfältigkeit der Kulturgemeinschaft steht.
Kochkurse wieder in Mode


Die Kette ist für einen guten Zweck: Sie wird in einer Behindertenwerkstatt für uns hergestellt." Und soll außerdem allen zeigen: Wer sie trägt, gehört zur Kulturgemeinschaft. Auch Agnes Hackenberger, pädagogische Leiterin der Volkshochschule, deren Trägerin die Kulturgemeinschaft ist, und Geschäftsführerin Michaela Noe haben sie um den Hals. "Es geht einfach um den Wiedererkennungswert."
Und die VHS stehe gut da, sagt Kandels. Gerade ist auch das neue Programm raus. Die Teilnehmer fliegen derzeit besonders auf "Sprachen und Entspannungskurse", sagt Michaela Noe. "Und die Koch- und Backkurse kommen wieder." Agnes Hackenberger bestätigt das: "Gestalten mit Fondant" - darauf seien die Bitburger ganz heiß. "Und Luxemburgisch war auf Anhieb ausgebucht."
Die VHS ist jetzt von dem unabhängigen Institut für Weiterbildung ArtSet "qualitätstestiert" worden - nach eigenen Angaben als erste in ganz Rheinland-Pfalz. Das Zertifikat gilt zunächst bis 2019. Der Weg dahin war lang: "Ich habe kein Buch über die Stunden geführt", erzählt Agnes Hackenberger. 13 Monate Vorbereitungszeit seien nur so verflogen. In etwa habe der ganze Prozess aber zwei Jahre gedauert, sagt Michaela Noe. "Und jetzt haben wir eine Doktorarbeit von 60 Seiten und prall gefüllte Ordner."
Und wozu das alles? Ein solches Zertifikat festige die eigene Position im Weiterbildungssektor. Aber es hat auch ganz praktische Gründe: Künftig bekommen nur Zertifizierte noch öffentliches Geld.
Stärken und Schwächen entdeckt


"Demnächst werden Bundesmittel nur noch an die Einrichtungen vergeben, die ein Zertifikat haben", sagt Michaela Noe. Betroffen sind besonders die Integrationskurse: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fordert die Zertifizierung bis spätestens 2016, wenn man solche vom Bundesamt geförderten Kurse weiter anbieten will. "Und es wäre schade, könnten wir das nicht mehr", sagt Noe. Hackenberger fügt hinzu: "Trotzdem hätte ich den inhaltlichen Prozess auch ohne den Blick auf die Finanzen angestrebt." Denn in der Beschäftigung mit den Arbeitsprozessen habe man viel über die eigenen Stärken und Schwächen gelernt.
Neben der Verbesserung der internen Abläufe und einem stärkeren Fokus auf die jungen Teilnehmer sei der Öffentlichkeitsauftritt ein Ziel. Und da sind wir dann wieder bei der bunten Ziege und den Ketten: Künftig will man noch mehr nach außen tragen, was VHS und Kulturgemeinschaft ausmacht. Und das, was dort gelehrt wird, stets selbst beherzigen: nie stehen bleiben, sondern immer an sich arbeiten. eib
Weitere Infos über Kulturgemeinschaft, VHS und Kursprogramm gibt es im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.vhs-bitburg.de" class="more" text="www.vhs-bitburg.de"%>
Extra

Die Kulturgemeinschaft Bitburg ist Trägerin der Volkshochschule und besteht seit Anfang der 1950er Jahre. Dort lehren heute um die 100 Dozenten in den Bereichen Politik, Kultur, Gesundheit, Sprachen und EDV. Die Volkshochschule hat mehr als 3600 Kursteilnehmer in fast 7150 Unterrichtsstunden. eib