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Burgweg bleibt fünf Jahre offen

Burgweg bleibt fünf Jahre offen

BOLLENDORF. (cus) Die Ortsgemeinde Bollendorf und die Familie Freundt haben sich vertraglich auf eine Lösung für den lange umstrittenen Burgweg geeinigt.

Der jahrelange Zwist um Zustand und Nutzung des Burgwegs in Bollendorf ist vorbei. Die beliebte Abkürzung zwischen dem Baugebiet "Ritschlay" und der L 1 wird derzeit saniert und bleibt dann fünf Jahre lang für den öffentlichen Verkehr nutzbar. Die Familie Freundt betreibt über eine GmbH das Hotel "Burg Bollendorf". Im März 2004 hatten die Freundts ein Teilstück des Burgwegs für 39 800 Euro ersteigert, um einen Komplettausbau durch die Gemeinde und damit hohe Anliegerkosten zu verhindern. Der Durchgangsverkehr auf der engen Strecke war den Freundts ohnehin ein Dorn im Auge. Als alleiniger Besitzer sperrte die Familie das Teilstück von der Einfahrt zur Burg bis zur Einfahrt zum Parkplatz. Als die Neuerburger Straße in Bollendorf im Sommer 2004 wegen Bauarbeiten voll gesperrt werden musste, öffneten die Freundts den Burgweg als Umleitungsstrecke (derTV berichtete). Auch später blieb der Weg unter Vorbehalt offen, da Verhandlungen über eine langfristige Lösung liefen. Diese Verhandlungen mündeten in einen Vertrag: Die Gemeinde zahlt der Familie einen Pauschalbetrag von 32 000 Euro, um einen früheren Fehler und den aktuellen Ausbau abzugelten.Bis 2009 neue Verbindung zur L 1

Vor Jahren asphaltierte die Gemeinde den oberen Burgweg, dabei jedoch auch gut 30 Quadratmeter private Fläche ohne Einverständnis der Freundts. Außerdem gab es keine vernünftige Oberflächenentwässerung. Aktuell lassen die Freundts auf ihre Kosten den Burgweg von der L 1 bis zum Burgtor (in Gemeindebesitz) sowie weiter bis Höhe Parkplatz (in Privatbesitz) instandsetzen, inklusive Entschärfung der Kurve und Entwässerung. Außerdem bekommt die Fahrbahn eine neue Deckschicht. Ebenfalls im Vertrag festgelegt: Die Familie stellt den Burgweg fünf Jahre lang dem öffentlichen Verkehr zur Verfügung. Bis Ende 2009 soll eine Lösung gefunden werden, um das Baugebiet ohne Umwege an die L 1 anzuschließen. "Natürlich wären wir froh gewesen, wenn der komplette Burgweg für einen längeren Zeitraum nutzbar gewesen wäre", sagt Ortsbürgermeister Hermann Schmitz. "Es bedurfte dieser Interimslösung, denn der Umweg mit der Belastung für die Anlieger der dortigen engen Straßen ist nicht zumutbar." Nach häufigen Treffen mit Verbands- und Ortsgemeinde sei der Vertrag "in beiderseitigem Einverständnis" zustande gekommen, sagt Christiane Freundt: "Beide Seiten sind einander entgegen gekommen, bis jeder zufrieden war." Die Summe von 32 000 Euro wird in den Entwurf des Haushaltsplans 2005 gestellt, mit dem sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung befasst. Unterdessen haben die Bauarbeiten begonnen. Bis zu ihrem Abschluss im Lauf der nächsten Woche wird der Burgweg voll gesperrt.