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Busbahnhof in Bitburg soll sicherer werden: Stadt plant Erneuerung des Geländes für 2020

FOTO: Eileen Blädel
Bitburg. Schäden an Bordsteinen und Pflaster und jede Menge Gedränge am Bus: Um die Situation am Busbahnhof in Bitburg zu verbessern, soll das Gelände erweitert und neu gestaltet werden – frühestens jedoch im Jahr 2020. Eileen Blädel

Immer mittags herrscht Chaos am Zob - dem Zentralen Omnibusbahnhof in Bitburg. Immer dann, wenn alle Schüler gleichzeitig nach Hause wollen, geht das Gerangel los. "Es wird geschubst und gedrängelt", erzählen drei Mädchen, die in Bitburg die zehnte Klasse besuchen. "Es ist hier immer so viel los, es wird richtig gequetscht, und die Jüngeren können sich nicht so wehren." Und wenn sich dann ein Bus in Bewegung setzt, ist das der Moment, in dem aus dem Gedrängel ganz schnell Gefahr werden kann.

Mehr Sicherheit für die rund 2000 Schüler, die jeden Tag am Zob ein- und aussteigen: Das haben Eltern und Busfahrer in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert. Und immer wieder hat die Stadt das Projekt zurückgestellt. 16 Jahre alt ist die erste Ausarbeitung zum Umbau des Zob, vor zwei Jahren hat ein erneut beauftragtes Büro zwei weitere Konzepte entwickelt. Bislang ist es bei den Entwürfen geblieben.

Dabei stehen grundsätzliche Dinge durchaus fest: "Wir haben zu viele Kinder auf zu engem Raum, wir brauchen mehr Platz", sagt Berthold Steffes, Leiter des städtischen Bauamts. Geplant sei, das Areal, insgesamt 6550 Quadratmeter groß, um 2140 Quadratmeter zu erweitern - dafür weichen soll die Grünfläche zwischen Zob und Gerichtsstraße.

Auch soll der Kiosk abgerissen werden: Das Gebäude ist wegen Vandalismus sowieso schon lange geschlossen. Dann wäre Platz für etwa 16 Haltebuchten für die Busse, die dann auch unabhängig voneinander fahren können - was derzeit kaum möglich ist: Es ist viel zu eng, und sie behindern sich gegenseitig.

Doch wie der Verkehr künftig auf der größeren Fläche geführt werden soll, das ist derzeit noch die Frage. Eine Idee ist, an der Einmündung der Burbetstraße in die Dauner Straße einen Kreisverkehr zu errichten, der die Busse auf den Platz leitet. Über den rollen aber auch Autos - etwa, um zur Tiefgarage zu gelangen. Und dennoch sollen sich Hunderte von Schülern sicher auf den Nachhauseweg machen - wie das gelingen kann? Steffes: "Dafür gibt es kein Patentrezept."

Eine Mammutaufgabe für die Stadt wird auch die Finanzierung. Die Kosten für das Vorhaben schätzt Steffes auf 1,8 Millionen Euro. Die Frage sei, wieviel davon die Stadt stemmen muss: "Mindestens 25 Prozent, im ungünstigsten Fall bis zu 50 Prozent." Der Zob, der 1983 in Betrieb genommen wurde, kostete damals 2,8 Millionen Mark - das Land übernahm genau die Hälfte.

Die Stadt muss zugleich regelmäßig Geld in die Unterhaltung der Anlage stecken: Allein für 2016 sind 25?000 Euro für die Sanierung von Asphaltflächen und Busspuren eingeplant. Erste Schäden tauchten bereits in den 90er Jahren auf: abgeplatzte Bordsteine und verformtes Pflaster - man habe, wie Steffes sagt, die dynamischen Kräfte, die beim Anfahren, Drehen und Wenden von Bussen wirkten, unterschätzt. Die Reparaturen beseitigen zwar die schlimmsten Stolperfallen, eine dauerhafte Lösung ist das Flickwerk aber nicht.

Deshalb werde noch in diesem Jahr an einer Lösung weitergearbeitet, sagt Steffes. Im Finanzplan der Stadt seien ab dem Haushaltsjahr 2019 Mittel vorgesehen. Und wenn es dann vorangeht, könnten auf dem Zob im Jahr 2020 dann erstmal Bagger fahren.
Meinung

Gefährlich!
Das geht nicht mehr lange gut. Eigentlich ist es ein Wunder, dass am Zob noch nicht mehr passiert ist. Die Stadt muss sich der Sache jetzt endlich annehmen. Und die beste Lösung für alle findet sie, wenn sie auch mit allen spricht: Schulen, Busunternehmen, Polizei. Das ist die Möglichkeit, einen weiteren Teil Bitburgs schöner und moderner zu gestalten. Ein Teil Bitburgs, der es bitter nötig hat, dass man sich seiner annimmt - davon zeugen auch die Zustände, die dort herrschen, nachdem Schüler und Busse längst verschwunden sind. Wird aber noch länger einfach weggeschaut, ist das ein sehr gefährliches Spiel - vor allem auf Kosten der Kinder.
e.blaedel@volksfreund.de