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Buswendeplatz in Matzen nun mit Sandsteinbrunnen zur Erinnerung an alten Waschplatz

Dörfliche Infrastruktur : Bald ist wieder Wasser im Trog

Beim Buswendeplatz in Matzen erinnern Sandsteinbecken an den alten Waschplatz.

(uhe) Klappe auf, Wäsche rein, Klappe zu. Dann noch Waschmittel in die Spülkammer, den Knopf drücken und los geht’s. Den Rest erledigt der weiße Kasten von selbst. Die Waschmaschine zählt zweifelsohne zu den Geräten im Haushalt, die einem das Leben erleichtern. Und den Wert dieser technischen Errungenschaft wissen vor allem diejenigen zu schätzen, die das Waschen noch ganz anders kennengelernt haben. Denn bevor es diese Haushaltsgeräte gab, wurde die Wäsche noch an Bächen und Flüssen gewaschen. Oder aber – wie im Fall Matzen – am Dorfbrunnen.

So standen früher mitten im Ort drei Tröge. Mit Hilfe einer Schwengelpumpe wurde zunächst das Wasser mühsam in den ersten Trog gepumpt. War der Trog voll, floss das Wasser durch den Überlauf in den zweiten Trog und von dort dann schließlich in den dritten. Am ersten „Kump“, dem saubersten, hätten die Matzener ihre Wäsche gewaschen, erklärt Ortsvorsteher Hermann Josef Fuchs. Die beiden anderen hätten morgens und abends als Viehtränke gedient.

Diesem Brunnen verdankt der Platz auch heute noch seinen Namen. Denn im Matzener Dialekt heißt Brunnen „Bour“. Wenn in Matzen also vom Bour die Rede ist, weiß jeder, welcher Ort damit gemeint ist.

Dort, wo früher gewaschen und getränkt wurde, ist längst ein Buswendeplatz. In den vergangenen Jahren wurde dieser Platz komplett neugestaltet. Und im Zuge dieser Umgestaltung wurde auch dafür gesorgt, dass die einstige Bedeutung des Platzes nicht in Vergessenheit gerät.

So haben die Matzener kürzlich drei neue Sandsteintröge auf dem Bour errichtet. Sie sollen an die historische Situation erinnern. Finanziell unterstützt wurden sie dabei durch den Energieversorger Innogy, der 2000 Euro beigesteuert hat, sowie die Kulturstiftung der Kreissparkasse, die sich mit weiteren 1000 Euro an dem Vorhaben beteiligt hat. Wie Fuchs erklärt, hätten zudem auch noch private Spender das Projekt bunterstützt.

Ihre Wäsche waschen und ihr Vieh tränken können die Matzener derzeit auf dem Bour aber noch nicht. Denn, was noch fehlt, sind die Technik und natürlich die Schwengelpumpe.