1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Campingplatz-Betreiber klagen über unklare Vorgaben und fehlende Gäste

Freizeit : Campen in der Eifel – Noch sind Plätze frei

Deutsche Wohnmobile sind wieder unterwegs, der Besuch aus den Nachbarländern lässt aber noch auf sich warten. Die Betreiber klagen über unklare Vorgaben.

v Seit einer Woche sind die Campingplätze wieder offen,  doch längst nicht für alle: Gruppenreisen und das Zelten bleiben bis auf weiteres verboten. „In normalen Zeiten wären wir jetzt zu 90 Prozent belegt“, sagt Sarah Marder, die Chefin des Waldcamping Prüm, das rund 100 Plätze für Touristen bietet. Die derzeitige Auslastung liege bei 60 Prozent und es gebe bereits einige Anmeldungen für Pfingsten, sagt Marder. „Uns bricht jedoch ein Teil der Kundschaft weg.“ Rund die Hälfte der Gäste komme sonst aus den Niederlanden, sagt Klaus Roden, der Vater der Chefin. „Doch die halten sich sehr stark zurück.“ Und da man keine Zeltplätze anbieten dürfe, fehlten nun auch Radwanderer und Motorradfahrer, die im Waldcamping Prüm gern gesehene Übernachtungsgäste waren.

„Wir können bislang lediglich Wohnmobile annehmen, die mit einer Dusche und einem WC ausgestattet sind“, sagt Roden. Zunächst sollten laut Verordnungen alle sanitären Anlagen auf Campingplätzen in Rheinland-Pfalz geschlossen bleiben, „nun dürfen wir die Toiletten unter strengen Hygieneauflagen öffnen, die Duschen aber nicht.“ Die Gäste verhielten sich sehr kooperativ, doch es gebe aufgrund der Beschränkungen Absagen, die schmerzten.  „Seit 26 Jahren kommt eine große Gruppe aus Oberhausen über Pfingsten zu uns“, erzählt Roden. „In diesem Jahr ist das nicht möglich, viele von ihnen wollen im Zelt übernachten.“ Einen Ersatztermin zu finden, sei schwierig: „Wir wissen ja nicht, was noch auf uns zukommt.“

Auch im Prümtalcamping Oberweis sind am Freitag nach Christi Himmelfahrt noch Plätze frei, doch der Betrieb hat etwas Fahrt aufgenommen: „Wir verzeichnen vermehrt Anfragen aus dem Inland, haben aber viele Absagen von niederländischen Gästen“, sagt Geschäftsführer Daniel Köhler. Solange europaweit aufgerufen werde, auf touristische Reisen zu verzichten, blieben die wichtigen Gäste aus den Benelux-Ländern aus, vermutet Köhler. „Die Toilettenanlagen sind geöffnet und das Team klärt umfassend über geltende Hygienevorschriften auf. Die Kundschaft zeigt sich sehr verständnisvoll.“ Dennoch herrsche das Gefühl vor, auf Sicht durch dichten Nebel zu fahren, sagt Daniel Köhler.

„Verbindliche Mitteilungen seitens der Behörden kommen entweder zu kurzfristig, oder sie bleiben ganz aus.“

Seit der Verlautbarung, dass Campingplätze ab dem 18. Mai wieder öffnen dürften, habe das Telefon nicht mehr still gestanden, dutzende E-Mail-Anfragen seien eingelaufen. „Die Gäste hatten Fragen zu ihrem Aufenthalt –  einige konnten wir  zu dem Zeitpunkt gar nicht beantworten, weil die endgültigen Verordnungen zu Hygienemaßnahmen erst später kamen.“ Ein aktuelles Beispiel dafür sei die Ankündigung, Freibäder dürften ab dem 27. Mai wieder betrieben werden. „Wir würden unser Freibad gern öffnen, doch noch sagt uns niemand, was erlaubt und was verboten ist“, sagt der Geschäftsführer. Man komme schneller durch die Krise, wenn alle ihren Teil beitragen. „Daher wollen wir nichts falsch machen, denn wir sind die Letzten in der Kette, die sich rechtfertigen müssen“, sagt Daniel Köhler.

Den Menschen werde empfohlen, den Urlaub im eigenen Land zu verbringen, doch es blieben etliche Unklarheiten, wie das umzusetzen sei, sagt Erwin Thiex, Chef des Campingparks in Echternacherbrück. Das Gelände an der Sauer ist gut gefüllt, aber auch hier klaffen Lücken in den Reihen der Wohnmobile. „Die vergangenen Tage haben wir am Telefon verbracht und Umbuchungen und Stornierungen aufgenommen“, erzählt Thiex, die Auslastung der Anlage sei in Anbetracht des langen Wochenendes recht niedrig. „Wenn sich die Auflagen im Wochenrhythmus ändern, bleiben die Leute unsicher.“ Auch auf seinem Campingplatz dürfe das Freibad ab dem kommenden Wochenende öffnen, sagt Thiex. „Doch welche Vorschriften gelten dafür? So ein Freibad kann man auch nicht in wenigen Tagen wieder hochfahren, wenn die Hygienemaßnahmen erst kurzfristig verkündet werden.“

Er wisse, dass die derzeitigen Umstände für alle schwierig und ungewohnt seien, doch die Gesetzgeber sollten ausführlicher mit den Fachverbänden reden, wünscht sich Erwin Thiex. „Welcher Politiker weiß denn schon, wie so ein Betrieb läuft?“, fragt er. Falls die derzeitigen Lockerungen wegen einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen wieder einkassiert werden müssten, stelle sich die Frage, wie  touristische Betriebe in der Eifel überleben sollen. „Dann sind nach der Krise nicht mehr viele da“, sagt Thiex.