Carolin Hostert Eifel Kreistag statt Party

Kommunalpolitik : „Manche haben mir nicht viel zugetraut“

Carolin Hostert hat in ihrer Jugend so manche Party verpasst. Stattdessen bereitete sich die Arzfelderin lieber auf Ratssitzungen vor. Seit 2014 sitzt die heute 23-jährige Theologiestudentin nämlich im Kreistag Bitburg-Prüm.

Als die CDU sie aufstellte, war sie 18 Jahre alt. Im Kurzinterview erzählt sie, wie sie die erste Legislaturperioder erlebt hat.

Frau Hostert, was bringt eine junge Frau dazu, sich kommunalpoltisch zu engagieren?

Hostert: Mein Vater hat mich sehr geprägt. Er sitzt für die CDU im Verbandsgemeinderat Arzfeld und hat die Themen aus den Sitzungen immer mit nach Hause genommen. Wir haben dann diskutiert. Ich fand das spannend. Später habe ich das Jugendparlament in der VG Arzfeld mitgegründet und dort erste Erfahrungen gesammelt. Auch war ich in der Schüler Union, der Schülerorganisation der CDU, aktiv.

Und dann hat die Partei Ihnen einen Listenplatz angeboten. Wie war Ihr Start im Kreistag?

Hostert: Der Anfang war nicht leicht. Es hat eine Weile gedauert bis ich mich in den Haushaltsplan eingearbeitet hatte. Ich bekam aber einige Unterstützung von Parteikollegen. Inzwischen finde ich mich gut zurecht.

Wurden Sie als 18-Jährige von Ihren Kollegen ernstgenommen?

Hostert: Manche im Gremium haben mir nicht viel zugetraut. Es ist aber auch verständlich, dass ich mit 18 anders eingeschätzt werde, als jemand, der 40 Jahre im Kreistag sitzt. Eine gewisse Kompetenz muss man sich ja erst erarbeiten. Das habe ich in einigen Themen inzwischen geschafft. Meine Parteikollegen überlassen mir immer häufiger das Wort.

Sie sind also angekommen. Können Sie sich denn vorstellen, ihr Ehrenamt zum Beruf zu machen?

Hostert: Erstmal will ich mein Studium beenden. 2020 werde ich voraussichtlich meinen Theologie-Abschluss in Vallendar machen. Und danach strebe ich eine Laufbahn als Pastoralreferentin an. Ich würde aber nicht ausschließen, dass ich irgendwann mal in die Politik gehe.