Carsten Lenz, der mehrere alte Häuser gekauft und für Feriengäste saniert

Wißmannsdorf : 25 Jahre Erlebnis-Urlaub an der Prüm

Carsten Lenz, der mehrere alte Häuser gekauft und für Feriengäste saniert hat, und sein Nengshof-Team laden zum Hoffest ein.

Valentino will nicht in den Anhänger. Aber er muss. Der Hengst der Rasse Irish Cob hat eine Schwellung am Kopf, die in der Pferdeklinik in Trier genauer untersucht werden muss. Elsa Sommer, Helferin auf dem Nengshof in Wißmannsdorf, hat Valentino aus der Box in den Hof geführt. Sie und einige Feriengäste streicheln das Tier und beruhigen es. Auch Carsten Lenz, der Chef des Hofs, redet dem Tier gut zu und schafft es, das Pferd in den Anhänger zu führen. Und ab geht es nach Trier.

Der 47-jährige Eifeler, der wegen seiner roten Haare und seines roten Bartes auch aus Irland stammen könnte, und sein Team hoffen, dass es keine aufwendige Sache wird mit Valentinos Schwellung. Schließlich sind da noch 19 weitere eigene Pferde und Ponys, um die es sich zu kümmern gilt, sowie zehn Pferde, die auf dem Hof in Pension sind. Die Pferde sind ganzjährig draußen, und auf den Weiden auch entspannter. Weitere Hoftiere kommen hinzu: zwei Hühner, ein Hahn, zwei Geißen, sechs Schafe, vier Gänse, zwei Hunde und Katzen. Und außerdem sind da noch Hängebauchschwein „Checker“ und das Minischwein „Schnitzel“.

Gerade kommt eine Gruppe junger Reiter die Hauptstraße hoch, der Hof bietet Reiten für die ganze Familie an, geführtes Reiten für Anfänger, Kutschfahren sowie Reittherapie und tiergestützte Pädagogik und ist Lernort.

Für die Therapie sind die Reittherapeutin Corinna Becher und Eva Horn zuständig. „Sie sind eine Riesenunterstützung für den Hof“, sagt Lenz. Die braucht er auch, denn neben den Tieren benötigen auch die zahlreichen Gäste des Hofes einen Ansprechpartner. Lenz, der auch Diplom-Pädagoge ist, bietet Ferienwohnungen und Ferienhäuser auf seinem Hof unterhalb der Wißmannsdorfer Kirche an. Da er auch einige Häuser im Ortskern gekauft und saniert hat, befinden sich seine Ferienhäuser in der Hauptstraße und in der Lindenstraße und sie tragen klangvolle Namen wie „Haus Heublume“, „Haus Königkerze“ und „Haus Rauchschwalbe“. Zurzeit sind sechs der Häuser belegt, meistens Gäste aus Baden-Württemberg.

Für Umbau und Instandhaltung der Häuser hat er drei Mitarbeiter eingestellt. Ihm zur Seite steht noch sein jüngster Bruder Benjamin. Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter am Haus Heublume. Und unweit vom Anton-Cordie-Platz steht das aktuelle Projekt: ein in leuchtend Rot-Orange gestrichenes Haus, dessen Innenwände mit Lehm-Oberputz mit Stroh verputzt werden. Das neue Ferienhaus soll dieses Jahr noch fertig werden, dann ist dort Platz für zehn Personen.

Der Wißmannsdorfer hat bislang fünf alte und leerstehende Häuser im Ortskern gekauft und saniert. „Und dann ist erst mal gut!“, sagt er. Aber noch nicht ganz. „Wenn ich noch jemanden finden würde, der bei uns ein Hof-Café eröffnet, das wäre toll.“ Allein schafft er das nicht. Schließlich muss er sich auch noch um 70 Hektar Grünland kümmern, um acht Hektar Wald, den er für seine beiden Hackschnitzelheizungen nutzt. Nach seiner Rechnung kommt er auf dreieinhalb bis 4000 Arbeitsstunden im Jahr. Und er muss sich natürlich noch um Werbung für seinen Hof kümmern und für das Hoffest, das vor der Tür steht. Zu feiern gilt es 25 Jahre Nengshof.

Vor einem Vierteljahrhundert Jahren hatten die Eltern von Carsten Lenz den Milchviehbetrieb mit 35 Kühen aufgegeben und fortan Feriengäste bewirtet und ins Hofleben familiär mit eingebunden. „Dabei sind viele freundschaftliche Verbindungen entstanden“, sagt Lenz, der Älteste von fünf Kindern, der das Projekt fortgesetzt und erweitert hat.

Elsa Sommer ist Helferin auf dem Nengshof und beruhigt Valentino, der in die Tierklinik nach Trier muss. Foto: TV/Maria Adrian
Carsten Lenz holt die Pferde von der Koppel. Foto: TV/Maria Adrian
Tatiana Hoffmann aus Nattenheim holt Florian, Ronja und Adonis von der Koppel. Sie macht ein Freiwilliges ökologische Jahr auf dem Nengshof. Foto: TV/Maria Adrian
Carsten Lenz saniert ein weiteres Haus im Ortskern und macht ein Ferienhaus daraus. Innen wird es mit  Lehm-Stroh-Putz ausgekleidet. Foto: TV/Maria Adrian
Corinna Becher führt das Pferd Monte, auf dem ein kleiner Feriengast sitzt. Foto: TV/Maria Adrian

Mit Gästen und Einheimischen will er nun am Sonntag, 11 bis 18 Uhr, das Jubiläum feiern. Geboten werden Spiele für Kinder, Kutschfahrten, Hofführungen, ein kleiner Floh- und Bauernmarkt, Essen und Trinken.
Und Valentino ist auch dabei, ihm geht es wieder gut.

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