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Chancen für altes Haus steigen

Chancen für altes Haus steigen

Nach der Berichterstattung über den geplanten Abriss eines historischen Wohnhauses in Gransdorf hat sich nun ein neuer Interessent gefunden.

GRANSDORF Es ist nur eines von vielen leerstehenden Häusern im Eifelkreis. Und es wäre auch nicht das erste Haus, das aufgrund von Leerstand und Unbewohnbarkeit abgerissen würde. Eine kleine Besonderheit ist dieses Häuschen im Gransdorfer Ortskern aber dennoch.
So hat die Verbandsgemeinde Bitburger Land im vergangenen Jahr ein Anreizprogramm zur Innenentwicklung von Gemeinden beschlossen. Mit Hilfe dieses Programms soll der Abriss gemeindeeigener Gebäude unter bestimmten Voraussetzungen von der VG mit bis zu 5000 Euro bezuschusst werden, wenn damit eine qualitative Aufwertung innerhalb der Ortslage erreicht werden kann. Und das 1840 in Gransdorf errichtete Gebäude, das im Ort als Haus Loewen bekannt ist und vor vielen Jahren in den Besitz der Gemeinde übergegangen ist, war die erste Immobilie, für die ein solcher Zuschuss beantragt wurde.
Doch gleich dieser erste Fall war und ist umstritten. Denn die Denkmalschutzabteilung der Kreisverwaltung, die dem Antrag zustimmen muss, möchte einen Abriss unbedingt vermeiden. Das Haus steht zwar nicht unter Denkmalschutz, doch bemüht sich der Denkmalschutzbeauftragte Detlef Kleintitschen schon lange um den Erhalt und eine neue Nutzung des Hauses. Das hat auch die Gemeinde zunächst versucht. Weil aber sämtliche Bemühungen erfolglos blieben, wurde schließlich beschlossen, das Haus abzureißen (der TV berichtete).
Nun aber sieht es so aus, als könne das Haus vielleicht doch noch erhalten werden. Niels Becker aus Dudeldorf würde es nämlich gerne kaufen und zu einem Ferienhaus umbauen.
"Ich bin durch den Bericht im Volksfreund auf das Objekt aufmerksam geworden", sagt Becker. Der Anwalt hat bereits zwei alte Häuser in Dudeldorf saniert, darunter auch das ehemalige Spritzenhäuschen neben der Burg, in dem jetzt ein Bistro beheimatet ist. Und ein weiteres Objekt wird derzeit umgebaut.
"Ich habe das Haus Loewen besichtigt und war überrascht, wie gut die Bausubstanz noch ist", sagt Becker, der daraufhin der Gemeinde angeboten hat, das Haus zu kaufen.
"Die Ortsgemeinde steht meinen Plänen sehr aufgeschlossen gegenüber", erklärt Becker, und insbesondere der Ortsbürgermeister bemühe sich sehr. Von daher stünde dem Erhalt des Hauses nichts im Wege. Gäbe es da nicht doch noch einen Haken.
"Leider lässt sich das Haus nach meinem Konzept technisch und wirtschaftlich nur dann erhalten, wenn ich den angrenzenden Stall miterwerben könnte", sagt Becker. Dieser Stall steht ebenfalls leer, gehört aber im Gegensatz zum Haus nicht der Gemeinde. Und wie der potentielle Investor erklärt, hätten sich die Eigentümer des Stalls bislang noch nicht zu einem Verkauf durchringen können. Becker hofft aber, dass es doch noch zu einer Lösung kommt. Genau wie der Denkmalschutzbeauftragte Kleintitschen: "Es wäre wirklich sehr schade, wenn wir das Haus nicht erhalten könnten."