Chemson-Werk Schmidtheim schließt zum Jahresende

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt - doch alles Hoffen und Bangen hat sich für die Mitarbeiter der Firma Chemson in Schmidtheim nicht gelohnt. Der Standort in der Eifel wird geschlossen.

Schmidtheim. "Wir haben gehofft, gebangt und schließlich doch verloren", fasst die Betriebsratsvorsitzende der Chemson GmbH in Schmidtheim, Ursula Bodenheim, die Stimmung im Werk zusammen, das in wenigen Tagen geschlossen wird. Bei den knapp 100 Eifeler Mitarbeitern der österreichischen Chemson Gruppe keimte kurzfristig die Hoffnung auf, dass es doch weitergehen könnte. Denn mit vielen Mitarbeitern, die im Januar nach einem Sozialplan die Kündigung erhalten hatten, waren im Frühjahr neue Verträge geschlossen worden. Doch dies erwies sich nur als ein kurzes Aufbäumen.

Inzwischen steht fest: Der Betrieb schließt, wie 2008 von der Betriebsleitung angekündigt, zum Jahresende. Derzeit wird der Betrieb in einen besenreinen Zustand versetzt, eine 30-jährige Unternehmensgeschichte in Schmidtheim geht zu Ende. Keine Angaben macht die Firma darüber, was aus den Hallen werden soll. Das Areal bleibt weiterhin im Besitz der österreichischen Chemson-Gruppe. "Wir haben großes Interesse an einer Nachnutzung und wüssten gerne, was aus den Hallen werden soll", sagte Dahlems Bürgermeister Reinhold Müller.

Der Bürgermeister, der vor einem Jahr von den Schließungsplänen genauso überrascht worden war wie die Mitarbeiter, hatte ein Gespräch mit Betriebsleiter Arnold Klaßen. Doch sehr aufschlussreich scheint diese Unterredung nicht gewesen zu sein. "Wir wüssten schon gerne, was aus den Hallen wird, weil wir immer wieder Anfragen von potenziellen Nutzern haben", berichtete Müller.

Nur eine Mitarbeiterin behält Stelle - vorübergehend



Von den 92 Beschäftigten im Werk Schmidtheim behält nur eine ihre Arbeitsstelle. Alle anderen verlieren ihre Jobs. Die eine Mitarbeiterin wird im Servicezentrum des Unternehmens in Köln beschäftigt, weil ihr Arbeitsverhältnis in einigen Monaten ausläuft.

Dem Betriebsrat ist daran gelegen, dass die Mitarbeiter erfahren, was aus der Belegschaftskasse geworden ist, die im Rahmen der Betriebsschließung aufgelöst wird. Der Betrag von 485,50 Euro geht an die Hilfsgruppe Eifel und an die Villa Kunterbunt in Trier.

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