Chor feiert Geburtstag mit Requiem

Chor feiert Geburtstag mit Requiem

Der Chor Cantando aus Messerich feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen mit der Aufführung des Requiems "Der unbekannte Krieg" von Carsten Braun. Gezeigt wird das multimediale Projekt in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt des Eifelkreises Bitburg-Prüm am Wochenende, 30. und 31. Mai, in der Bitburger Stadthalle.

Bitburg/Messerich. Normalerweise gönnen sich Chöre zum 25. Geburtstag ein großes Galakonzert mit fröhlichen Liedern und anschließender Party - nicht so der Chor Cantando aus Messerich. Chorleiter Volker Dörffel hatte da eine andere Idee. Carsten Braun, ein Freund Dörffels, hat 2010 das Requiem "Der unbekannte Krieg" komponiert und in Simmern uraufgeführt. "Ich wollte nicht, dass dieses tolle Werk in einer Schublade verstaubt", sagt Dörffel, der seinem Chor die erneute Aufführung nahelegte.
Die anfängliche Skepsis verflog schnell, als sich die Sänger mit dem Stoff des Simmerner Komponisten auseinandersetzten. Brauns Requiem basiert auf zwölf Gedichten, die sich mit dem Thema Krieg beschäftigen (siehe Extra). Das Werk ist ein Brückenschlag zwischen ernster und unterhaltsamer Musik.
Die Zahl der Mitwirkenden allein ist schon beeindruckend. Neben dem Chor Cantando sind ein Projektchor sowie mehrere Kinder- und Jugendchöre an der Aufführung beteiligt. Außerdem spielen das Orchester der Musikschule des Eifelkreises und das Musikschul-Brass-Ensemble. Insgesamt stehen rund 170 Musiker und Sänger zusammen auf der Bühne. Unterstützung gibt es vom Kulturamt des Eifelkreises Bitburg-Prüm. "Dieses Projekt ist eine übergreifende Kooperation vieler Kulturschaffender - eine richtige Materialschlacht", sagt Kulturamtsleiter Herbert Fandel.
Volker Dörffel ist bereits seit 14 Monaten mit den Vorbereitungen beschäftigt. Da die Stadt Bitburg in diesem Jahr ihren 1300. Geburtstag feiert, Kultursommer-Stadt ist und sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 70. Mal jährt, will man das Thema Krieg nicht nur musikalisch verarbeiten. So wird das Requiem durch eine Multimedia-Performance, bestehend aus Licht-, Video- und anderen Projektionen, ergänzt. Außerdem wird im Foyer der Stadthalle ein Teil der Ausstellung zu sehen sein, die Stadtarchivar Peter Neu zusammengestellt hat. Denn den Organisatoren geht es nicht nur um eine musikalische Darbietung des Themas, sondern auch um die geschichtliche Auseinandersetzung.
Dörffel steht nun vor der großen Herausforderung, das Werk musikalisch umzusetzen. "Die letzte Probe mit allen Chören war schon sehr beachtlich", sagt er zufrieden. "Wir sind mit Feuer und Flamme dabei", sagt Astrid Haus, Vorsitzende des Chors Cantando. "Wir sind noch nie mit so einem Riesenorchester zusammen aufgetreten - das ist absolutes Neuland für uns." Um sich auf ihren Einsatz vorzubereiten, hat sie sich ihren Part aufs Handy kopiert und hört sich bei Fahrten zum Arbeitsplatz in ihre Tonlage ein.
Auch Dirigent Thomas Rippinger freut sich auf die Zusammenarbeit: "Wir sind kein Profi-Orchester, die Schüler haben wir uns über den Musikunterricht alle selbst herangezogen." Für Fandel gelingt so auch der Brückenschlag über die Generationen hinweg. "Bei dem Projekt machen Menschen mit im Alter von sechs bis 66 Jahren", sagt er.
Das Requiem "Der unbekannte Krieg" wird am Samstag, 30. Mai, 20 Uhr und am Sonntag, 31. Mai, 16 Uhr, in der Stadthalle Bitburg aufgeführt. Die Karten gibt es in zwei Kategorien für zehn und zwölf Euro (ermäßigt acht und zehn Euro) bei der Kulturgemeinschaft Bitburg, Telefon 06561/6001225, und beim Chor Cantando Messerich. Weitere Infos im Internet unter: <%LINK auto="true" href="http://www.chor-cantando-messerich.de" class="more" text="www.chor-cantando-messerich.de"%>
Extra

Das Requiem "Der unbekannte Krieg" trägt den Untertitel "Im Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkriegs". Es handelt sich nicht um eine klassische Vertonung des Textes der lateinischen Totenmesse. Vielmehr hat Komponist Carsten Braun zwölf Gedichte in unterschiedlichen Sprachen vertont, die sich mit dem Thema Krieg beschäftigen. Das Requiem wurde 2010 in Simmern uraufgeführt und mit dem Bundespreis für kulturelle Bildung ausgezeichnet. sn

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