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Container für Obdachlose vom Tisch

Container für Obdachlose vom Tisch

In Bitburg gibt es nun angeblich doch genug Plätze für Wohnungslose - so sieht das jedenfalls die Verwaltung. Anfang des Jahres schien die Situation noch ganz anders zu sein.

Bitburg "Schwarz rot geil"" steht auf dem Aufkleber. Der verblasste Sticker auf der verrammelten Nebeneingangstür eines Hauses in der Mötscher Straße, in dem vor einigen Monaten noch Menschen unter widrigsten Bedingungen gehaust haben, erinnert an das WM-Jahr 2006. An das große Sommermärchen. Millionen von Menschen zogen damals im Fußballfieber durch Deutschlands Straßen.
Rund 250 000 Menschen waren bereits dort - allerdings nicht zum Feiern, sondern weil sie keine Wohnung haben. So viele Obdachlose gab es nämlich nach Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe im Jahr 2006. 2014, also in dem Jahr, in dem Deutschland dann endlich zum vierten Mal Weltmeister wurde (2014), waren es bereits 335 000 Menschen. Und für (das WM-Jahr) 2018 rechnet die Arbeitsgemeinschaft mit einem weiteren Anstieg auf 536 000 Obdachlose.
Auch in Bitburg gab es zuletzt zeitweise einen alarmierenden Anstieg der Obdachlosen. Anfang des Jahres wurden dort 23 Obdachlose registriert. Verschärft hatte sich die Situation darüber hinaus dadurch, dass zwei Obdachlosenunterkünfte der Stadt aufgrund von Bränden nicht mehr bewohnbar waren, beziehungsweise abgerissen werden mussten (der TV berichtete).
Inzwischen aber hat sich die Situation laut Stadtverwaltung wieder deutlich entspannt. Wie Pressesprecher Werner Krämer auf Anfrage mitteilt, leben aktuell vier Obdachlose in Bitburg. Diese seien auf zwei Wohnungen verteilt. "Künftig", so Krämer, "benötigen wir nur noch das Gebäude Mötscher Straße 39a für ihre Unterbringung." Die Suche nach Notunterkünften habe sich damit vorerst erledigt, erklärt der Pressesprecher.
Was demnach auch für die Container-Lösung gilt, die Anfang des Jahres als Alternative im Gespräch war. Und auch die alte Schule in Mötsch, die zeitweise mit 14 Menschen belegt war, wird laut Stadt nicht mehr als Obdachlosenunterkunft benötigt.
"In der Regel melden sich bei uns im Lauf des Jahres fünf bis sieben Personen, die eine Unterkunft suchen", sagt Krämer.
Dass Anfang des Jahres so viele registriert wurden, habe daran gelegen, dass unter den Obdachlosen auch zwei oder drei Familien gewesen seien, erklärt der Pressesprecher. Diese seien inzwischen aber in festen Unterkünften untergebracht.Extra: LEISTUNGSANSPRÜCHE


Grundsätzlich haben wohnungslose und obdachlose Menschen die gleichen Leistungsansprüche wie andere Menschen auch. Wenn sie arbeitslos werden, können sie also Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch III, das heißt Arbeitslosengeld, beziehen. Nach Auslaufen des Bezugszeitraums gilt dann: Wohnungs- und obdachlose Menschen, die grundsätzlich erwerbsfähig sind, haben Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem Sozialgesetzbuch II. Infoportal der Diakonie.