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Coole Experimente mit Aha-Effekt

Verdammt coole Experimente mit Aha-Effekt : Warum Simon Tebeck aus Wilsecker Physik toll findet

Simon Tebeck aus Wilsecker hat auf Regionalebene den ersten Platz bei „Jugend forscht“ im Bereich Physik bekommen. Zum vierten Mal war der Schüler der kooperativen Gesamtschule St. Matthias Bitburg erfolgreich, diesmal mit den theoretischen Aspekten der Relativitätstheorie.

 Zum Schulfach Physik haben viele ein besonderes Verhältnis: Entweder es fasziniert sie oder sie können nur wenig damit anfangen. Bei Simon Tebeck war Ersteres der Fall. Schon in der fünften Klasse der St.-Matthias-Schule in Bitburg, die er nun in der 13. Klasse besucht, ging er in die „Jugend forscht/Schüler experimentieren“-Arbeitsgemeinschaft. In der sechsten Klasse gab es schon einen Sonderpreis für Umwelttechnik und den dritten Platz in Physik.

Insgesamt hat er vier Mal an „Jugend forscht“-Wettbewerben teilgenommen. Sein größter Erfolg war der 2019. Damals hat er den Regionalsieg in Physik, den Landessieg Rheinland-Pfalz und auf Bundesebene den Sonderpreis der „Wilhelm-und-Else-Heraeus-Stiftung“ bekommen.

Untersucht hat er damals, ob es beim quantenmechanischen Tunneleffekt zu Überlichtgeschwindigkeiten kommen kann. Darauf aufbauend hat er in diesem Jahr die theoretischen Aspekte zur Relativitätstheorie untersucht. Der Titel seiner Arbeit: „Theoretische Analyse von sub- und superluminalen Signalen anhand von Minkowski-Diagrammen“.

Für Tebeck ist die Faszination an der Physik, dass sie „die Natur grundlegend und präzise beschreibt.“ Sie sorge für „diese Aha-Momente, nach denen man die Welt ein kleines Stückchen besser versteht“. Weiter sagt er: „Außerdem gefällt mir der große Anteil an Mathematik, der die Physik unter den Naturwissenschaften auszeichnet.“ Und er ergänzt: „Es gibt einfach verdammt coole Experimente!“

Unterstützung erhält er seit der fünften Klasse von Martin Berens, Mathe- und Physiklehrer an der St.-Matthias-Schule und seit der elften Klasse zusätzlich von Leistungskurslehrer Jan Schlüter. Martin Berens berichtet: „Gerade bei solch exzellenten Arbeiten auf Universitätsniveau freut man sich als Lehrer über die Möglichkeit, sich — über den normalen Schulstoff hinaus —  mit aktuellen und komplexen Themen der Wissenschaft intensiv auseinanderzusetzen.“ Die Schule hat bereits 356 Arbeiten beim Wettbewerb eingereicht.

Auf unzählige Arten könne man zu neuen Ideen kommen, meint Tebeck. Seine aktuelle Arbeit ist eine Fortführung seiner vorherigen. Wichtig ist seiner Erfahrung nach, dass man sich eine konkrete Frage überlegt, die wie ein Wegweiser in der Projektphase îst.

Der diesjährige Wettbewerb war, wegen der Corona-Pandemie, digital. „Diese Form hat längst nicht den Charme wie eine Präsenzveranstaltung. Der Austausch mit anderen Teilnehmern fiel leider ganz weg, auch mit interessierten Besuchern konnte man nicht diskutieren und das schöne Rahmenprogramm musste begrenzt werden“, so Tebeck. Zusammenfassend erklärt er: „Die soziale Komponente von ,Jugend forscht’ bricht in Pandemiezeiten leider weitestgehend weg. Dennoch war es eine wertvolle Erfahrung.“

Reich wird man mit einem ersten Preis bei einem Regionalwettbewerb nicht. 75 Euro gibt es dafür, die der Schüler behalten darf. Bei einem Sieg im Landeswettbewerb gibt es schon mehr: Eine einwöchige Studienreise nach München ins Deutsche Museum konnte Simon 2019 antreten.

Der Schüler der 13. Klasse will nach seinem Abitur ein Studium im Fach Mathematik, in dem er ebenfalls schon einige Wettbewerbe gewonnen hat, oder Physik beginnen. „Später einmal Forscher in einem großen Unternehmen zu sein, wäre mein Traum.“

Tebeck beschäftigt sich aber nicht nur mit Naturwissenschaften, sondern spielt leidenschaftlich gerne Badminton und ist im Verein als Kinder- und Jugendtrainer aktiv. Zudem ist er in der Freiweilligen Feuerwehr Wilsecker und spielt Klavier.