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Corona-Ausbruch im Eifelkreis Bitburg-Prüm wegen Trierer Reha-Zentrum

Corona-Ausbruch Eifelkreis Bitburg-Prüm : Corona-Virus breitet sich von Trier in die Eifel aus

Die Corona-Fälle in einem Trierer Reha-Zentrum führten durch weitere Ansteckung zu höheren Infektionszahlen im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm sind die Corona-Fallzahlen seit  Mitte Juli deutlich anstiegen. Von neun aktuellen Fällen am 11. Juli auf 41 Anfang dieser Woche und 42 am Freitag (siehe Bericht oben).

Ein Wert, der die Dynamik beschreibt, mit der sich das Virus verbreitet, ist die Sieben-Tage-Inzidenz. Sie sagt aus, zu wie vielen Neuinfektionen es innerhalb einer Woche gekommen ist.  Bundesweit liegt die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts derzeit bei 4,3 Fällen pro 100 000 Einwohner, landesweit bei 2,2 –  im Eifelkreis bei fast 15.

Was ist passiert? Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts Bitburg-Prüm haben die Infektionsketten nachgezeichnet. Dabei zeigt sich: Hauptsächlich kam es zu dem erneuten Anstieg im Eifelkreis wegen des Ausbruchs in einem Trierer Reha-Zentrum. Von dort, so die Analyse der Kreisverwaltung, hat sich das Virus auf 36 Menschen im Eifelkreis ausgebreitet, die inzwischen teils wieder als genesen gelten.

Corona-Ausbruch im Eifelkreis Bitburg-Prüm wegen Trierer Reha-Zentrum
Foto: TV/Lars Ross

Bei insgesamt 14 Patienten und fünf Mitarbeitern der Reha-Einrichtung in der Metternichstraße in Trier-Nord wurde Covid 19 nachgewiesen. Mehr als 450 Menschen wurden getestet. Die Trierer Stadtverwaltung prüft zurzeit, ob Hygiene- und Sicherheitsregeln wie beispielsweise die Maskenpflicht bei Behandlungen und Besprechungen eingehalten wurden (der TV berichtete).

Es stehen Vorwürfe im Raum, dass dies nicht in allen Fällen so gewesen sein könnte. Die Überprüfung durch das Ordnungsamt läuft noch.

Das Gesundheitsamt Bitburg-Prüm arbeitet unterdessen daran, die Infektionsketten in der Eifel nachzuverfolgen. Vier der infizierten Patienten des Reha-Zentrums leben im Kreis. Und diese vier Reha-Patienten haben insgesamt sechs ihrer engsten Familienmitglieder angesteckt. Aber damit nicht genug: Das Virus hat weitere Kreise gezogen. Denn eine der Familien  mit infiziertem Reha-Patient hat vier Mitglieder einer befreundeten Familie X angesteckt. Nach Angaben der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm hat Familie X bei Kontakten im privaten Bereich wenige Tage später zwei weitere Familien komplett infiziert – davon eine mit vier, eine mit drei Kindern.

Am 19. Juli schreibt die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung, dass auch ein „mittelständischer Betrieb“ betroffen sei. Inzwischen ist klar: Es handelt sich um eine Groß-Wäscherei in der Verbandsgemeinde Bitburger Land.

 Eine der infizierten Personen aus Familie X arbeitet in dem Betrieb, in dem sich insgesamt neun Menschen mit dem Virus infiziert haben. Allerdings, wie die Kreisverwaltung betont, „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht betriebsbedingt“. Heißt: Nicht der Betrieb hat Sicherheits- und Hygienevorschriften schleifen lassen, sondern aller Voraussicht nach kam es bei privaten Kontakten der Kollegen zu weiteren Infektionen. 

Auch in der Wäscherei selbst geht man davon aus, „dass der Großteil der Infektionen im privaten Bereich passiert ist“, wie der Geschäftsführer auf TV-Anfrage schreibt. Es gab zwei Testreihen für die Beschäftigten des mehr als 100 Mitarbeiter zählenden Betriebs. Die Geschäftsführung freut es sehr, dass alle Mitarbeiter inzwischen wieder als genesen gelten.

 Sichtungsstelle Eifelkreis Bitburg
Sichtungsstelle Eifelkreis Bitburg Foto: TV/Dagmar Dettmer

Jenseits des Infektionszweigs, der sich von einem Reha-Patienten über Familie X bis in die Wäscherei verbreitet hat, verbucht die Kreisverwaltung in dem Zeitraum noch acht weitere Neuinfektionen, die jedoch in keinerlei Zusammenhang mit der Trierer Einrichtung stehen – darunter auch zwei Reiserückkehrer, die sich infiziert haben, obwohl sie nicht in einem Risikogebiet waren. Diese acht infizierten Menschen haben insgesamt vier Familienmitglieder angesteckt.