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Corona: Feuerwehr in der VG Prüm erstmals mit digitaler Grundausbildung

Rettungsdienste : Erst an den Bildschirm, dann zum Einsatz

Premiere wegen Corona: Die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Prüm bildet ihren Nachwuchs erstmals per Online-Schulung aus. Ergebnis: Das wird bald wieder so gemacht.

Das Virus grassiert weiter und immer bedenklicher, und es beeinträchtigt nicht nur die rettende Arbeit der Feuerwehren, wie wir bereits vor einiger Zeit berichteten. Die Pandemie hat, noch so ein unerfreulicher Effekt, vergangenes Jahr bei den Freiwilligen Feuerwehren in der Verbandsgemeinde (VG) Prüm auch dazu geführt, dass kaum noch ausgebildet werden konnte.

Dieser Entwicklung – und dem dadurch drohenden Rückgang beim Nachwuchs – wollte man entgegenwirken, sagt VG-Wehrleiter Alexander Thiel, „um nicht den Anschluss zu verlieren“.

Daher hätten sich die Verantwortlichen gemeinsam mit der VG-Verwaltung dazu entschlossen, etwas Neues zu versuchen. Und so kam es jetzt erstmals zur Grundausbildung am Computerbildschirm – zumindest in weiten Teilen des Schulungsprogramms.

Denn die theoretische Ausbildung lief vollständig per Online-Treffen. Ergänzt wurde das Programm dann an zwei Tagen durch praktischen Präsenzunterricht, damit die 16 Nachwuchskräfte aus vielen Orten der VG – fünf Frauen und elf Männer – die erforderlichen Kenntnisse auch an den Gerätschaften erlangen konnten. Dabei wurden sie an zwei Standorten in kleine Gruppen aufgeteilt. Vor Unterrichtsbeginn unterzog man außerdem alle einem Corona-Schnelltest.

Die Gruppe hätte noch größer sein können, sagt Alexander Thiel, aber wegen des praktischen Teils habe man die Teilnehmerzahl begrenzen müssen, „damit wir sie in zwei kleine Gruppen aufteilen konnten“.

Das Ergebnis des Pilotprojekts: „Es hat sehr gut funktioniert“, sagt Thiel. Auch technisch, sagt Roland Houscht von der Feuerwehr Prüm, der sich um diesen Teil kümmerte: „Wer Videokonferenzen kennt, der weiß ja, dass die nicht immer so funktionieren, wie sie sollen“, sagt er und lacht. Aus diesem Grund habe man auch einen Abend vorgeschaltet, an dem man alles durchtestete.

 Feuerwehr-Ausbilder Walter Faasen beim ersten Online-Lehrgang in der Verbandsgemeinde Prüm.
Feuerwehr-Ausbilder Walter Faasen beim ersten Online-Lehrgang in der Verbandsgemeinde Prüm. Foto: Pressestelle Feuerwehr VG Prüm

Was ebenfalls half: „Wir haben an Technik zugelegt“, sagt Houscht. Das heißt: „Drei richtige Webcams mit Headsets für die Ausbilder und fünf Tablets, die wir den Teilnehmern zur Verfügung stellen konnten, die daheim nicht darüber verfügen.“ Das alles sei von der VG kurzfristig unterstützt und bezahlt worden.

Die Kosten? „Fast schon lachhaft“, sagt Roland Houscht. Alles in allem habe die VG weniger als 1000 Euro dafür bezahlt. Allerdings habe man auch nur das Nötigste besorgt, zumal der Markt derzeit nahezu leergefegt sei: Mittelklasse-Geräte „ohne Schnickschnack“. Hauptsache, sie taten ihren Dienst.

Und vor allem: Alle 16 Nachwuchs-Wehrleute absolvierten die Ausbildung und die abschließende Prüfung mit Erfolg. Darunter auch eine zweifache Mutter, der diese Schulungsvariante sehr entgegengekommen sei: „Die konnte das bequem von zu Hause aus machen. Und wenn mit den Kindern was war, sich mal kurz kümmern.“

Und weil alle am Ende von einer positiven Erfahrung sprachen, soll bei Bedarf ein weiterer Lehrgang nach diesem Muster organisiert werden.

Auf dem Programm standen Grundlagen der Menschenrettung, der Brandbekämpfung und der Technischen Hilfeleistung in Theorie und Praxis; die jungen Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner erhielten so das Rüstzeug, um im Einsatz die grundsätzlichen Aufgaben meistern zu können – dokumentiert in der abschließenden Prüfung.