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Corona-Leugner beschmieren Fassaden in der Eifel - Auch Banner an B51

Zeugen gesucht : Corona-Leugner beschmieren Fassaden in der Eifel - Auch Banner an B51 angebracht

Schmierfinken unterwegs: Unbekannte haben in Prüm Graffiti und Botschaften gegen die Corona-Verordnungen hinterlassen.

Die Botschaft ist unmissverständlich, auch wenn ein Buchstabe fehlt. „Corona-Verarshung“ steht in schwarzer Farbe auf einer weißen Hausfassade in der Prümer Bahnhofstraße. Immerhin: Den Bindestrich hat der unbekannte Sprayer gesetzt.

Ob die Sprühfarbe nicht mehr für das „C“ gereicht hat? Das kann wohl nur der Schmierfink selbst beantworten. Dafür müsste die Polizei den oder die Täter aber erstmal fassen, der in der Nacht von Montag auf Dienstag zehn solcher „Kunstwerke“ in der Stadt hinterlassen haben. Allesamt: mit Bezug zur Pandemie und den Corona-Verordnungen.

Die Schmiereien finden sich vor allem in der Bahnhofstraße, aber auch in der Wenzelbachstraße und dem angrenzenden Gerberweg, auf Fassaden von Geschäften, Verteilerkästen und an Hauswänden von Privatpersonen.

Den entstandenen Schaden beziffert Georg Bührmann, Leiter der Polizeiinspektion Prüm, auf grob geschätzt 500 Euro. In dieser Dimension seien solche Sachbeschädigungen in und um die Stadt eher ungewöhnlich. Abgesehen von einer Graffiti-Serie 2018 und 2019 gebe es im Norden des Eifelkreises kaum Probleme mit Sprayern.

Bührmann glaubt daher, dass es den Unbekannten nicht nur um Vandalismus ging, sondern darum ihre Meinung zu den Corona-Verordnungen nach außen zu tragen. Verständnis hat der Polizei dafür allerdings nicht: „Selbst wenn man die Maßnahmen kritisch sieht, muss man seine Ansichten nicht auf fremdes Eigentum sprühen.“

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass selbsternannte Querdener in der Gegend aktiv geworden sind. Ebenfalls Anfang Januar seien auf der Bundesstraße 51 bei Reuth und Neuendorf zwei Plakate mit coronakritischen Inhalten aufgetaucht, sagt Bührmann. Ein Banner zeigte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Impfspritze. Auf dem anderen stand: „Wacht auf, Gesundheitsdiktatur.“

Die waren aber noch schneller weg als die Graffiti, die derzeit abgewaschen werden. Die Polizei habe die Poster entfernt, sagt Bührmann. Denn sie hätten vom Straßenverkehr abgelenkt. „Wer so etwas in den Verkehrsraum hängen will, braucht eine Genehmigung“, sagt der Inspektionsleiter. Und die habe man nicht erteilt.

Ob die Täter nachdem ihre Plakate abgehängt wurden, zur Spraydose griffen? Für ausgeschlossen hält Bührmann das nicht: „Noch wissen wir nicht, ob die Fälle zusammenhängen. Aber es könnte schon sein, dass dahinter dieselben Personen stecken.“

Um das Ganze aufzuklären, bittet die Polizei nun um Hinweise der Bürger. Wer hat verdächtige Wahrnehmungen gemacht oder zur Tatzeit, also zwischen 21 und 0 Uhr, verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Innenstadt gesehen? Die Beamten hoffen außerdem auf Videoaufnahmen von Geschäften in der Gegend.

Zeugen werden gebeten, sich unter Telefon: 06551/9420 an die Prümer Polizei zu wenden.