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Corona-Leugner rufen zu Protest in der Eifel auf, aber kaum einer kommt

Pandemie und Gesellschaft : Wenig los bei der Querdenker-Demo in Bitburg

Rund 50 Menschen haben am Sonntag in Bitburg gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Der Zulauf zur Protestaktion hielt sich allerdings in Grenzen.

Etwas verloren wirken die Demonstranten am Sonntag schon auf dem fast leeren Beda-Platz. Rund um den Pavillon der sogenannten Querdenker stehen verstreut ein paar Menschen herum und hören Florian Zender zu, der auf einem Stapel Paletten ins Mikrofon spricht.  Der Eifeler DJ hatte kurz zuvor bei Facebook zur „ersten großen Demonstration“ des „Teams Freiheit Trier“ in Bitburg aufgerufen.

Das Interesse der Bevölkerung allerdings ist überschaubar. „Gekommen sind zu Spitzenzeiten nur etwa 50 Menschen“, sagt der Wittlicher Polizeidirektor Dietmar Braun. Darunter übrigens auch der Bitburg-Prümer AfD-Chef Otto Hiller von Gärtringen, dessen Parteikollegen bundesweit die Nähe zur Szene suchen.

In einigem Abstand haben sich zudem etwa 30 Gegendemonstranten eingefunden, die einer Einladung der Antifa Trier gefolgt sind.Publikum hingegen findet sich kaum ein. Sodass zeitweise mehr Polizisten dem Spektakel beiwohnen als Zuhörer.

Überhaupt haben die Einsatzkräfte am Sonntag ganz schön aufgefahren. Mehrere Polizeiwagen sind angerückt. Die Beamten haben Teile des Platzes abgesperrt und überwachen die Einhaltung der Versammlungsregeln und auch der Corona-Verordnungen.

Vorsichtsmaßnahmen, die bei politischen Versammlungen derzeit geboten sind. Und mancherorts auch nötig, wenn Demonstranten über die Stränge schlagen. Am Sonntag allerdings bleibt die Lage vergleichsweise ruhig. „Die meisten, die da waren, haben sich an die Vorgaben gehalten“, sagt Braun. Straftaten hatte die Polizei keine zu verzeichnen, nur drei Verfahren wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht laufen.

Diese lehnen die Querdenker ja auch bekanntlich ab, genauso wie Abstandsregeln,  Lockdown und Impfungen. Manch einer leugnet die Existenz des Virus oder stellt zumindest dessen Gefährlichkeit infrage.

In der Eifel ist die Szene aber bislang nach Angaben der Ordnungshüter eher unorganisiert und die Zustimmung aus der Bevölkerung eher gering. Vor dem vergangenen Sonntag war sie in jüngster Zeit, abgesehen von einer Spontan-Versammlung auf dem Spittel und regelmäßigen Schweigemärschen in Gerolstein, kaum in Erscheinung getreten.

Anders sieht es in Trier und Wittlich aus, wo regelmäßig Autokorsos beziehungsweise Demos und sogenannte Spaziergänge stattfinden. Organisiert übrigens ebenfalls vom sogenannten Team Freiheit um den Trierer Kevin Singh, aber auch unter Teilnahme von Rechtsextremen wie Mitgliedern der NPD.

 Demonstration vor wenig Publikum: Allzu viele Leute konnte das Team Freiheit in Bitburg nicht mobilisieren.
Demonstration vor wenig Publikum: Allzu viele Leute konnte das Team Freiheit in Bitburg nicht mobilisieren. Foto: TV/Stephan Garcon

Ob die Gruppe nun auch in Bitburg Fuß zu fassen versucht?  Angesichts des recht verhaltenen Einstands am Muttertag bleibt das abzuwarten. Weitere Veranstaltungen in der Eifelstadt wurden bislang jedenfalls noch keine angekündigt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: „Team Freiheit“ protestiert in Bitburg gegen Corona-Maßnahmen