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Corona-Party in der Eifel? - Wie die Eifeler mit dem Kontaktverbot umgehen

Kostenpflichtiger Inhalt: Leute halten sich an Regeln : Corona-Party in der Eifel? - Wie die Eifeler mit dem Kontaktverbot umgehen

Die Menschen im Eifelkreis halten sich weitestgehend an die Kontaktverbote. Das melden Ordnungsämter und Polizeiinspektionen. Einige schwarze Schafe gibt es dennoch.

Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern, die Blumen blühn. Der Frühling ist angekommen. Und trotzdem ist niemand auf der Straße. Am Zentralen Omnibubahnhof in Bitburg ist kein Mensch zu sehen, der Waisenhauspark gehört jetzt ganz den Krähen und der Spittel wirkt wie leergefegt.

Der Blockbuster heißt Covid-19. Während andernorts, besonders in Großstädten, die Corona-Party weitergeht, scheinen sich die Eifeler weitestgehend an Kontakverbote zu halten. Das melden die Polizeiinspektionen Bitburg und Prüm sowie die Ordnungsämter: „Die Leute haben den Ernst der Lage erkannt.“

So leer wie in diesen Tagen hat man Bitburg’s Plätze lange nicht gesehen. Und das ist auch gut so, findet man bei den Ordnungsbehörden. Foto: TV/Polizei Bitburg

Zumindest die meisten. Denn den ein oder anderen Verstoß haben die Behörden doch zu verzeichnen. Auf den Orenhofener Sportplatz haben sich sechs Freunde zum Fußballspielen verabredet, meldet die Verbandsgemeinde Speicher. Im Waisenhauspark musste die Polizei Bitburg ein Treffen von Jugendlichen auflösen. In Dudeldorf gab es Grillparties. Und in Prüm wurden zwei Gruppen mit mehr als zwei Personen beim Spaziergang durch die Stadt beobachtet.

So leer wie in diesen Tagen hat man Bitburg’s Plätze lange nicht gesehen. Und das ist auch gut so, findet man bei den Ordnungsbehörden. Foto: TV/Christian Altmayer

Auch ein Großteil der Gastronomen halten Restaurants, Bars und Cafés den Vorschriften gemäß geschlossen. Aber auch hier gebe es Ausnahmen, meint der Bitburger Dienststellenleiter Christian Hamm. Einen Lieferdienst etwa, der es erlaubt habe, dass sich bis zu 20 Leute im Wartebereich des Imbisses aufhalten. Ähnliche Fälle habe es in Arzeld gegeben, erzählt Bürgermeister Andreas Kruppert: „Das konnte aber alles telefonisch geklärt werden.“

Bußgelder seien bislang keine verhängt worden, melden die Behörden. Noch setze man auf mündliche Verwarnungen, auf gutes Zureden. „Viele Leute haben vielleicht noch gar nicht mitbekommen, was sie dürfen und was nicht“, meint der Prümer Polizeichef Georg Bührmann. „Aber wir werden in den nächsten Tagen dazu übergehen, solche Verstöße bei Wiederholungstätern härter zu verfolgen“, ergänzt der Bitburger Kollege Hamm.

Was das genau heißt? Mit bis zu 25 000 Euro oder zwei Jahren Freiheitsstrafe kann bestraft werden, wer die Regeln verletzt. Und die Chance erwischt zu werden, ist laut Polizei und Ordnungsämtern nicht gering. „Wir können natürlich nicht jede Grillhütte überprüfen“, räumt der Prümer Ermittlerchef Bührmann ein: „Aber wenn irgendwo etwas passiert, informieren uns meist die Anwohner.“ Um das Netz der Kontrollen noch enger zu ziehen, sind derzeit auch zusätzliche Streifen unterwegs. Die beiden Eifeler Inspektionen haben dafür Verstärkung von der Bereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz bekommen.

Wie viele zusätzliche Beamte den Dienststellen zur Verfügung stehen, wird aus taktischen Gründen nicht verraten.

Polizeichef Hamm sagt aber: „Wir haben genügend Personal, um die Sache im Griff zu behalten. Man kann sich jederzeit auf uns verlassen.“

Umso besser sei es, dass es derzeit kaum nötig sei, einzuschreiten. Hamm möchte sich daher ausdrücklich bei der Bevölkerung bedanken, „die sich weitestgehend vorbildlich an die Regeln hält und uns damit auch die Arbeit in diesen schwierigen Zeiten erleichtert.“