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Corona-Tests im Eifelkreis in Altenheimen

Corona : 1080 Tests in Altenheimen, vier positive

Elf von 14 Altenpflegeeinrichtungen im Eifelkreis haben in den vergangenen Tagen Besuch von der mobilen Corona-Sichtungsstelle bekommen. Vier Infektionen wurden aufgedeckt. Weitere Häuser sollen folgen.

Es  beginnt mit einem Halskratzen, leichtem Husten. Der Pfleger denkt sich womöglich nichts dabei. Sonst bleibt er wegen solcher Wehwehchen schließlich auch nicht zuhause. Und schleppt das Virus unbemerkt ins Seniorenheim ein. Dort gibt er es an einen Bewohner weiter. Und der an einen weiteren, und einen weiteren, und einen weiteren.

Ein paar Tage später treten die ersten Fälle auf. Dann plötzlich klagen immer mehr Bewohner über Atemnot, wirken fiebrig. Die ersten müssen ins Krankenhaus, Mitarbeiter in Quarantäne. Doch es ist zu spät. Das Virus hat sich bereits verbreitet und fordert Todesopfer.

Es ist ein Horrorszenario, das derzeit viele Pflegebedürftige, Angehörige und Angestellte von Einrichtungen Angst macht. Und das womöglich zu Recht. Nicht nur im niedersächsischen Wolfsburg wurde ein Pflegeheim zum Epizentrum der Krankheit. Wie britische Forscher kürzlich bei einer Studie in fünf europäischen Ländern herausfanden, wird jeder zweite Corona-Todesfall aus einem Pflegeheim gemeldet.

Eine Erkenntnis, die, nach allem, was wir über Sars-Cov-2 wissen, kaum überraschen kann. Sind es doch vor allem über 60 Jahre alte Menschen. die einen schweren Verlauf der Lungenerkrankung erleben. Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm landeten bislang vor allem ältere Menschen auf der Intensivstation. Und: Das Durchschnittsalter der drei Eifeler, die an Covid-19 gestorben sind, liegt bei 83 Jahren.

Grund genug, diese Risikogruppe besser zu schützen. Der Eifelkreis hat daher Anfang April angekündigt und auch begonnen, Mitarbeiter und Bewohner von Seniorenheimen testen zu lassen.

Anlass war, neben dieser aktuellen Entwicklung, dass es bereits erste Fälle gab. Das Virus war in der Bitburger Senioren-WG in der Bahnhofstraße ausgebrochen.

Diese Testreihe ist nun, wie Thomas Konder, Pressesprecher des Eifelkreises, sagt, bereits weit fortgeschritten. Elf von 14 Einrichtungen rund um Bitburg und Prüm haben inzwischen Besuch von der mobilen Corona-Sichtungsstelle des Roten Kreuzes bekommen. Die restlichen drei werden laut Verwaltung noch folgen.

Beprobt wurden nach Angaben von Konder 1080 Menschen, hiervon 537 Bewohner und 543 Mitarbeiter. Bei den Angestellten der Seniorenheime in Schönecken, Bettingen, Irrel, Prüm, Biersdorf, Bitburg, Habscheid, Balesfeld, Körperich, Speicher und Waxweiler seien ausnahmslos Abstriche gemacht worden.

„Auf Seiten der Bewohner gab es nur einzelne Ausnahmefälle“, sagt Pressesprecher Konder: Wenn sich eine Person etwa am Tag der Testung im Krankenhaus aufgehalten habe oder aus anderen wichtigen Gründen verhindert war, sei sie nicht getestet worden. Zudem stehe noch das Ergebnis von einer Einrichtung und somit von 24 Proben aus.

Ein Lagebild aber ist trotzdem entstanden. Die gute Nachricht dabei: In den meisten Einrichtungen ist es offenbar gelungen, das Virus auszusperren. Die schlechte: In vier Häusern gibt es jeweils eine nachgewiesene Infektion. „Durch die Isolation der Betroffenen konnte aber eine schnelle Ausbreitung innerhalb der Unterkünfte vermieden werden“, sagt Konder.

Ob es sich bei den bestätigten Fällen um Mitarbeiter oder Bewohner handelt, ließ man bei der Kreisverwaltung hingegen bewusst im Unklaren. Ebenso, um welche Einrichtungen es sich handelt.

Der Pressesprecher verweist dabei auf Datenschutzgründe: „Das wäre ja schon ein Fingerzeig auf die Betroffenen. Das wollen wir vermeiden.“

Die Testreihe geht derweil weiter, nicht nur in den drei verbliebenen Pflegeheimen, sondern auch in Senioren-WGs. Vorausgesetzt immer:

Die Einrichtungen lassen den Besuch der Rettungskräfte zu. In der Vergangenheit hätten, sagt Thomas Konder, einige die Beprobung „zurückgestellt“, weil sie zuvor noch abklären wollten, ob die Bewohner mit einem Test überhaupt einverstanden sind. Diese Bedenken hätten aber größtenteils ausgeräumt werden können, sagt der Pressesprecher.