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Corona-Zahlen: Analyse des Covid-19-Datenmaterials für den Eifelkreis

Analyse des Covid-19-Datenmaterials für den Eifelkreis : Was die Eifeler Corona-Zahlen verraten

Es sind mehr Männer als Frauen, im Durchschnitt sind sie 50 Jahre alt; 23 von ihnen kamen von einer Ski-Tour zurück. Eine Analyse des Datenmaterials zu Covid-19-Infektionen im Eifelkreis:

Kein Handschlag zur Begrüßung? Keine Umarmung, geschweige denn einen Schmatz auf die Backe? Kaum zwei Monate ist es her, da haben gerade mal die ersten angefangen, auf übliche Begrüßungsrituale zu verzichten. Inzwischen ist das längst selbstverständlich – zumal die Kontakte derart eingeschränkt sind, dass sich die Frage, einer mehr oder weniger innigen Begrüßung ohnehin nicht stellt.

Bleibt noch ein Lächeln, zumindest mit den Augen. Denn ab Montag kommt der Mundschutz. Die meisten haben das erwartet, viele auch gefordert. Alles, um die Ausbreitung des Virus einzubremsen.

Im Eifelkreis scheint sich die Zahl der aktiven Fälle bei um die 40 Menschen einzupendeln, die sich mit Covid 19 infiziert haben und noch nicht als genesen gelten. Das sind deutlich weniger aktive Fälle als Anfang April, als es noch mehr als 90 waren. Dennoch: Tag für Tag meldet die Kreisverwaltung Neu-Infektionen. Es muss sich erst noch zeigen, ob die Lockerungen im Einzelhandel der Verbreitung des Virus Vorschub leisten.

Ein Blick in das Zahlenmaterial, das im Lagezentrum des Kreisgesundheitsamts erfasst wird:

Alter: Der jüngste Patient im Eifelkreis, der sich mit dem Virus infiziert hat, war ein einjähriger Junge. Er litt unter Fieber, Gelenkbeschwerden sowie Husten und Schnupfen. Die älteste Patientin: eine 90-jährige Frau, die allgemeine Krankheitsbeschwerden hatte – und positiv getestet wurde. Das Durchschnittsalter der insgesamt 162 infizierten Menschen im Eifelkreis liegt bei 50 Jahren. Das entspricht dem Durchschnittsalter, das das Robert-Koch-Institut auch bundesweit für alle Infizierten errechnet hat.

Das Durchschnittsalter der drei im Eifelkreis verstorbenen Corona-Patienten liegt deutlich höher: 83 Jahre.

Ski-Touristen und Familie: Am Wochenende vom 7./8. März wurde der erste Corona-Fall im Eifelkreis bekannt. Die Betroffene hat sich nach Angaben des Gesundheitsamts wohl beim Händeschütteln mit einem Infizierten aus Nordrhein-Westfalen angesteckt. Kurze Zeit später wurde auch ihr Partner positiv getestet. Mit Blick auf den Infektions-Ort fallen bei der Analyse des Datenmaterials zwei Punkte auf: 23 Menschen, die sich mit Corona infiziert haben, kamen gerade aus dem Skiurlaub zurück.

53 Menschen haben sich innerhalb der Familie angesteckt oder wurden als Familie gemeinsam von einem Dritten infiziert. Diese 53 Corona-Fälle verteilen sich auf 21 Familien.

Symptome: Der überwiegende Teil der Infizierten litt unter Symptomen wie Fieber, Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen. Bei 13 Menschen traten überhaupt keine Symp­tome auf – darunter ein 80-jähriger Mann ebenso wie einige deutlich jüngere Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Über Fieber haben keinesfalls alle geklagt. Vereinzelt gaben die Patienten an, unter Schüttelfrost sowie Geschmacks- und Geruchsverlust leiden.

Drei Menschen aus dem Eifelkreis, die sich mit Covid 19 infiziert hatten, sind gestorben. Die beiden Männer im Alter von 79 und 81 sowie die 89-jährige Frau litten alle an diversen Vorerkrankungen. Sie sind also mit, nicht zwingend an Corona gestorben.

Mehr Männer als Frauen: Es ist ein kleiner, aber feiner Unterschied. 76 der Infizierten im Eifelkreis sind weiblichen, 85 männlichen Geschlechts. Im Bundesschnitt sieht es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts genau anders herum aus: Da sind etwa 52 Prozent der Infizierten Frauen und „nur“ 48 Prozent Männer.

Tests: Wie viele der rund 98 500 Einwohner im Eifelkreis sich haben testen lassen, ist nicht bekannt. Schließlich wird an vielen  verschiedenen Stellen getestet – in den beiden Krankenhäusern in Bitburg und Prüm, den Arztpraxen und natürlich auch in der Corona-Sichtungsstelle, die der Kreis seit dem 17. März in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz eingerichtet hat.

Nur von der eigenen Sichtungsstelle liegen dem Gesundheitsamt Zahlen vor, wie viele Menschen insgesamt getestet wurden – und zwar unabhängig davon, ob das Ergebnis positiv oder negativ ist. Von den Krankenhäusern und Praxen werden an das Gesundheitsamt nur die Daten der Infizierten gemeldet.

In der Corona-Sichtungsstelle wurden in bisher mehr als fünf Wochen insgesamt 1992 Menschen getestet. Beachtlich: Insgesamt haben Ehrenamtliche des DRK im Eifelkreis zusammen mehr als 4000 Einsatzstunden absolviert, um hier vor Ort ihren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten.

Vergleich: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts kommen im Eifelkreis auf 100 000 Einwohner etwa 162 Corona-Fälle. Damit liegt der Kreis über dem rheinland-pfälzischen Landesschnitt von 137 Fällen pro 100 000 Einwohner. Bundesweit streuen die Zahlen von nur knapp 41 Fällen in Mecklenburg-Vorpommern bis zu fast 297 in Bayern. In der Region Trier liegen die Kreise Bernkastel-Wittlich und Trier-Saarburg bei um die 110 Fälle pro 100 000 Einwohner; in der Vulkaneifel sind es 175 Fälle.

Da es keine Zahlen dazu gibt, wie viel insgesamt getestet wurde, lässt sich nicht beurteilen, ob diese Unterschiede auf eine höhere Anzahl von Tests zurückzuführen ist oder tatsächlich die Erkrankungsdichte sehr unterschiedlich ist.