Umstrittene Einschätzung des Gesundheitsamtes : Ist ein Eifeler an Covid-19 gestorben?

Ob ein Mann aus dem Eifelkreis an einer Corona-Infektion gestorben  ist, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Das Gesundheitsamt in St. Wendel sieht das so. Dabei hatte  der Patient das Virus schon lange überstanden.

Das Corona-Virus ist nicht auch in den sozialen Netzwerken präsent. So ging es im sozialen Netzwerk Facebook darum, ob ein verstorbener  Mann aus dem Eifelkreis tatsächlich an Covid-19 gestorben ist. Während das Gesundheitsamt in St. Wendel, wo der Mann zuletzt behandelt worden war, dieser Meinung ist, stellen  die Angehörigen infrage. In einem sind sich aber offenbar alle einige: Der Patient hatte die Corona-Erkrankung bereits vor seinem Tod überstanden.

Auf Facebook weist Landrat Joachim Streit in einem Beitrag vom Dienstag, 13.14 Uhr, darauf hin, dass „der am Samstag verstorbene 66-Jährige aus dem Eifelkreis [..] entgegen der gestrigen Meldung nicht nach zweimonatiger Coviderkrankung, sondern zwei Monate nach überstandener Coviderkrankung verstorben“ sei. Tatsächlich hatte auch die Pressestelle des Kreises am 8. Juni vermeldet, der Mann sei „an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben“. Und: Zuvor habe sich der Mann zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen längere Zeit im Krankenhaus befunden.

Dies bestätigen auch die Angehörigen. Doch das Gesundheitsamt bleibt offenbar bei seiner Auffassung. Der Pressesprecher des Kreises, Thomas Konder, gibt an, auf die Klarstellung des Landrats hin am Mittwoch in St. Wendel, wo der Mann zuletzt behandelt worden sei, nochmal nachgefragt zu haben. „Das zuständige Gesundheitsamt bestätigte telefonisch, dass der Mann an Covid-19 gestorben sei.“ Das Gesundheitsamt habe aber auch mitgeteilt: Der Verstorbene sei schon vor zwei Monaten am Virus erkrankt. Er habe zwischenzeitlich aber als genesen gegolten.

Das bestätigen die  Angehörigen. Ende April habe es einen negativen Test gegeben. Sie weisen darauf hin, dass die Covid-Erkrankung schon vor einigen Wochen überstanden gewesen sei und der Patient nach überstandener Quarantäne mehrere Wochen besucht werden durfte.  Daher habe  keine Infektionsgefahr mehr vorgelegen.

Das Gesundheitsamt führt seinen Tod aber weiterhin auf die Infektion zurück – wenngleich es der Darstellung der Angehörigen, was die zwischenzeitliche Genesung des Mannes angeht, nicht widerspricht. Lediglich die Hauptursache des Todes scheint umstritten zu sein.

Und damit auch die Frage, ob der Mann als Corona-Todesfall gezählt wird. Der Eifelkreis führte ihn in seiner jüngsten Meldung vom Mittwoch noch als solchen auf - es wird sich zeigen, ob er dies noch anpasst.