1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Coronavirus: Gewerbeverein in Waxweiler streicht den Bauernmarkt

Corona macht’s zunichte : Bauernmarkt in Waxweiler abgesagt

Die Einhaltung der Schutzregeln wäre für den Gewerbeverein unmöglich zu organisieren gewesen. Jetzt hofft man auf das kommende Jahr.

In diesen Septembertagen würde, normalerweise, der Verein wieder zum Markt einladen, letzte Dinge klären und sich mit Teilnehmern und Besuchern auf den ersten Oktobersonntag freuen, an dem der Markt immer ausgerichtet wird. „Für gewöhnlich“, sagt Dackscheid, „haben sich um diese Zeit fast alle Aussteller angemeldet, und für gewöhnlich steht auch bereits das Rahmenprogramm.“ Das bietet Musik und Modenschau, Ausstellungen und vieles mehr.

Nur: Jetzt ist Corona, da ist nicht mehr so viel gewöhnlich und normal. Deshalb wäre der Markt nur unter Einhaltung strenger Auflagen erlaubt: Absperrung des gesamten Geländes im Dorfzentrum, nur ein Zu- und Ausgang; Einlasskontrolle zwecks Einhaltung der maximalen Besucherzahl; Maskenpflicht auf dem Gelände; Desinfektionsspender, Kontrollpersonal – und vieles mehr.

Das alles umzusetzen, sei nicht möglich. Er habe lange gehadert, ergänzt Dackscheid im TV-Gespräch, auch eine verkleinerte Variante des Markts sei bei der Jahreshauptversammlung diskutiert worden. Letztlich aber „kriegen wir das mit unserem Personal nicht gestemmt“.

Hinzu kämen dann noch die Planungsunsicherheit in der aktuellen Situation „und die trotz allem bestehende Gefahr, dass sich Besucher, Marktbestücker oder Helfer anstecken“. Ernüchternde Konsequenz: die Absage. Die Entscheidung sei dem Verein sehr schwergefallen, man hoffe aber auf eine Wiederkehr des Markts im nächsten Herbst.

Dackscheid richtet abschließend einen Appell an alle: Im Frühjahr habe sich während des Lockdowns gezeigt, „dass wir es in unserer ländlich geprägten Gegend mit viel Platz ums eigene Haus oder in der Nähe zu Feld, Wald und Wiesen trotz Beschränkungen sehr gut hatten. Problemlos konnte man die Abstandsregeln einhalten und sich im Ort in den kleineren Geschäften mit allen notwendigen Dingen versorgen.“ Und das, so wünsche sich der gesamte Verein, soll so bleiben, damit die Betriebe auch künftig für alle da sein können. Deshalb rate man dazu, sich weiter in der Region mit allem zu versorgen, was man brauche.

Unterdessen seien die Betriebe verhältnismäßig gut durch die bisherige Pandemiezeit gekommen: Ja, Kneipen und andere Gaststätten hätten stark gelitten, sagt Dackscheid. Allerdings habe sich, nachdem sie wieder öffnen durften, auch eine Gegenentwicklung eingestellt: Weil mehr Menschen den Urlaub daheim verbrachte und viele Gäste in Frühjahr und Sommer die Eifel besucht hätten. Und die Handwerksbetriebe in und um Waxweiler, ergänzt Dackscheid, „haben weitgehend durchgearbeitet“. Insofern sei die Lage der Betriebe, bei aller gebotenen Vorsicht, „noch ganz gut“. Viele jedoch würden wohl „einen zweiten kompletten Lockdown nicht überstehen“, sagt Sebastian Dackscheid. Er glaube aber nicht, dass es dazu komme: „Das wird die Politik versuchen zu vermeiden.“