Bitburg feiert Auto-Festival und Gäßestrepperfest: Da bleibt kein Täufling trocken

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Diese Truppe wird am Samstag den Petersplatz rocken. Bitburgs unheilige Pater taufen wieder verdiente Bürger zu echten „Beberiger Jungen und Mädcha“ – und feiern bis tief in die Nacht.

Ohne Kappes-Teertisch, Batralzem und Bier läuft bei ihnen nix. Aber davon gibt es beim Gäßestrepperfest in Bitburg ja glücklicherweise genug. Für manche sogar zu viel des Guten. Aber wem die Ehre zuteil wird, zum echten „Beberiger Jung“ getauft zu werden, hat der Stadt so viel Gutes getan, dass die unheiligen Pater es ihm bei ihrem Taufspektakel aus vollen Kellen zurückgeben.

Die Prozedur: Der verdienstvolle Täufling wird in einen Pranger eingezwängt, muss alles, was er gefragt wird, mit „Altjoh“ bestätigen und wird mit reichlich Taufwasser übergossen. Ob Beberiger Jungen oder Mädcha: Zimperlich sollte man als Täufling nicht sein.

Was raus muss, muss raus. Das gilt nicht nur für die Litaneien, in denen alle verdienstvollen Taten der Täuflinge aufgezählt werden, sondern eben auch für das Taufwasser. Davon bereiten die Bitburger Pater immer schön reichlich vor. Eine Prozedur, die Stunden dauert und mit ein, zwei Trink-Stopps auch der Einstimmung der unheiligen Brüder dient.

Die sind dieses Jahr sowieso gut im Training, haben sie doch vor drei Wochen die Erste Beigeordnete von Bitburgs Partnerstadt Rethel, Françoise Leopold, getauft. Sie wurde bereits beim Folklore-Festival mit der Landesverdienstmedaille für ihr Engagement um die deutsch-französische Freundschaft ausgezeichnet (der TV berichtete).

Für die Bitburger Patres war es der erste „Auslandseinsatz“. Aber auch in Frankreich haben sie für genug Bier und Batralzem, den speziellen Bitburger Wermut-Schnaps, gesorgt. Davon gehört auch ein Schuss ins Taufwasser. Die Rezeptur „der Brühe“, wie Oberpate Karli Bosse sagt, ist streng geheim. Nur wenige Zutaten sind offiziell bekannt: Kyll- und Nimswasser natürlich, Bier, Bohnenkraut sowie Petersilie wegen des Petersplatzes und eine gute Prise vom Salz des Lebens. Wobei bei Bosse eine Prise auch mal schnell zwei Handvoll werden kann. Egal. Was rein muss, muss rein.

Wer damit beim Gäßestrepperfest (siehe Extra) getauft wird, kann mit Freddy Quinn singen: brennend heißer Eifel-Sand. Ein Hit, den auch die Bruderschaft gerne anstimmt. Und natürlich die eigenen Lieder. „Hey lustisch Beberiger Jungen dat sein mir“ ist Pflicht. Jedenfalls: Die Brühe juckt ordentlich. „Das ist einer der Gründe, warum wir genug Bohnenkraut rein machen“, sagt Bosse: „Die sollen ja merken, dass sich was in ihrem Leben verändert.“

Dieses Mal kommen Irene Weber, Michael Ringelstein und Michael Schmitt in den Genuss dieser alles verändernden Erfahrung wie ein begossener Pudel im Pranger vor mehr als 400 Zuschauern zu stehen. Weber, die sich seit Jahr und Tag für den Hundeverein und den Eissport engagiert, sei „längst überreif“ sagt Bosse. Ringelstein wiederum ist seit mehr als zehn Jahren Erster Beigeordneter der Stadt und wurde gerade erst wiedergewählt. Und Schmitt ist beim FC Bitburg „Mädchen für alles“, wie Bosse sagt. Einer, der sich im Hintergrund unermüdlich für den Verein einsetzt.

Drei von zehn der Bruderschaft: Wolli Gasper, Karli Bosse und Wolfgang Molitor haben schon bei der Zubereitung des Taufwassers Spaß. Foto: e_bit <e_bit@volksfreund.de>
„Bitburg Classics“ mit Old- und Youngtimern. Foto: TV/Markus Angel

Täuflinge finden sich trotz der anstrengenden Prozedur immer wieder genug. „Unsere Liste ist lang“, sagt Bosse. Bewerben kann man sich nicht. Wer beim Gäßestrepperfest mit der Brühe übergossen wird, hat es sich verdient. Und Kappes-Teertisch gibt es später natürlich auch. Ohne Grundlage geht es nicht. Die Sangesfreude der Pater ist schließlich bekannt und der Abend lang.

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