"Da ging nichts mehr"

MECKEL/GILZEM. Polizei, Grenzschutz, Zoll und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG): Sie alle nehmen entlang der B 51 Verkehrskontrollen vor. Manchmal führt das zu gefährlichen Situationen, wie zuletzt am 1. November in der Nähe von Gilzem.

"Da ging nichts mehr", berichtet Peter Killgen aus Gilzem von der Situation, die er vergangenen Montagnachmittag erlebte. Aus seinem Dorf kommend wollte er nach links auf die B 51 in Richtung Bitburg abbiegen. Allerdings versperrte ihm rechter Hand ein Sattelzug die Sicht, der an der dortigen Bushaltestelle gerade von BAG-Kontrolleuren in die Mangel genommen wurde. "Ich hatte überhaupt keine Chance, den rechts von Trier kommenden Verkehr einzusehen", sagt Killgen. Er habe sich dann langsam mit seinem Wagen auf die Straße vorgewagt - und sofort den Rückwärtsgang eingelegt, weil er es nicht auf eine Kollision ankommen lassen wollte. "Das war heiß", erzählt er von der Schrecksekunde am Feiertag. Er sei gewiss keiner, der sich schnell beschwert, sagt Killgen. "Aber dieser LKW stand mit dem Heck etwa eineinhalb Meter auf der B 51." Offenbar kein Einzelfall, auch sein Nachbar habe bereits ähnliche Situationen erlebt. Die Kontrollen seien notwendig, das sieht Killgen ein - aber nicht an dieser Stelle. "Man kann das auch ohne Gefahr an den Parkplätzen bei Newel oder Bitburg-Nord machen, aber nicht an der Bushaltestelle Gilzem/Idesheim." Killgens Sorge: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier ein schwerer Unfall geschieht."Keine Chance, etwas zu sehen

Der T V fragte nach - beim BAG, Außenstelle Mainz (zuständig für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland). "Es ist doch ganz klar: Wir führen die Kontrollen durch, um die Sicherheit im Verkehr zu gewährleisten, nicht um Gefahren zu verursachen", sagt der Sachbereichsleiter, Regierungsdirektor Hans-Gerhard Pernutz. "Es kann sich eigentlich nur um einen Einzelfall handeln." Die Kontrolleure - bundesweit 240, davon 20 in Rheinland-Pfalz und Saarland - hätten klare Vorgaben. Und die besagen, "dass wir nur dort anhalten können, wo es auch möglich ist". Es könne allerdings vorkommen, dass ein aus dem laufenden Verkehr gewunkener Fahrer die Anweisungen nicht korrekt befolge. Hans-Gerhard Pernutz verspricht, den Vorfall zu untersuchen. "Auf jeden Fall. Eine Situation wie jetzt geschildert - das darf nicht vorkommen." Das Bundesamt mit seiner Zentrale in Köln und seinen acht Außenstellen hat viel zu tun: Immerhin nehmen die Mitarbeiter jährlich etwa 650 000 Kontrollen vor. "Davon ergeben sich bei rund 22 Prozent Beanstandungen", sagt Pernutz. Von diesen etwa 140 000 Vergehen lägen zwei Drittel, also etwa 80 000, im Bereich der "Lenk- und Ruhezeitverstöße". Ebenfalls häufig: Verstöße gegen Gefahrgut- und Abfallverordnungen. Der "Sache Gilzem" aber werde er jetzt ebenfalls auf den Grund gehen, sagt Hans-Gerhard Pernutz. Und er ruft alle Bürger auf, sich bei ähnlichen Vorfällen mit seiner Behörde in Verbindung zu setzen. Das BAG nimmt alle Hinweise und Beschwerden entgegen unter der Anschrift: Rheinstraße 4b, 55116 Mainz; Telefon: 06131/1467258 oder 06131/1467216; www.bag.bund.deWas brennt Ihnen auf den Nägeln? Mailen Sie uns Ihr Thema an thema@volksfreund.de. Wir bringen es voran.