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Dahinter stecken die Stricklieseln

 Richtig Arbeit für die fleißigen Stricklieseln: Zehn Meter lang ist der Schal für die Pferde an der Kreisverwaltung. TV-Foto: Dagmar Schommer
Richtig Arbeit für die fleißigen Stricklieseln: Zehn Meter lang ist der Schal für die Pferde an der Kreisverwaltung. TV-Foto: Dagmar Schommer
Bitburg. Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen Frauen aus dem Bitburger Land auf ihre Interessengemeinschaft im Mehrgenerationenhaus des Deutschen Roten Kreuzes aufmerksam: Unter dem Motto "Bitburg, warm durch den Winter" statten die sogenannten Stricklieseln Statuen auf Bitburgs Plätzen mit Schals und Pulswärmern aus. Vladi Nowakowski

Bitburg. Die Statuen der Treverer Pferde vor der Kreisverwaltung in Bitburg tragen Schals und Pulswärmer. Auch Orpheus im Foyer des Bedahauses muss dank Wolle in diesem Winter nicht frieren. Dagegen sind am Gäßestrepper-Brunnen die Strickwaren wieder weg. "Leider sind die Schals, die wir für die Gäßestrepper gestrickt haben, inzwischen verschwunden", sagt Birgit Newen. "Aber vielleicht konnte sie ja jemand gut brauchen", ergänzt sie.
Hinter der Aktion "Bitburg, warm durch den Winter" stecken die Stricklieseln, die sich seit drei Jahren regelmäßig im Mehrgenerationenhaus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) treffen. "Zurzeit sind es etwa zwölf Frauen, die zusammen stricken und Handarbeiten verrichten. Doch es geht auch um gemeinsame Gespräche, bei denen wir lachen, oder auch mal weinen können", erzählt Newen, die Oberstrickliesel. "Es wäre schön, wenn noch mehr Frauen Interesse an unserer Gemeinschaft fänden."
Zehn Meter langer Schal



So verfielen die Stricklieseln auf die Masche, die Statuen auf Bitburgs Plätzen mit wollenen Accessoires auszustatten, um für ihre Interessengemeinschaft zu werben. "Die Vorbereitungen liefen seit Ende Oktober", sagt Strickliesel Anita Assmann. "Insgesamt haben wir für Wolle rund 100 Euro ausgegeben." Die fünf kurzen Schals für die Figuren am Gäßestrepper-Brunnen flossen den Frauen schnell von der Stricknadel: "Aber der zehn Meter lange Schal für die Pferde an der Kreisverwaltung war richtige Arbeit", sagt Anita Assmann.
Zwei Treffen im Monat


Allerdings sei der rekordverdächtige Schal bereits früher gestrickt worden, um noch pünktlich vor der Eröffnung des Bitburger Weihnachtsmarktes die Statuen auszustatten. Trotz extra dicker Wolle, die sich schnell verarbeiten lässt, verschlinge auch ein kurzer Schal drei bis fünf Stunden Zeit im Nu, erzählen die Frauen, denen das Stricken viel bedeutet.
Die Stulpen für das Reiterstandbild entstanden überwiegend in Heimarbeit: "Wir treffen uns nur zwei Mal im Monat", sagt Birgit Newen. "Die Zeit war knapp." Ein Pferd habe vier Beine, zwei Pferde acht, rechnen die Stricklieseln vor. "Das sind rund 24 Arbeitsstunden und Materialkosten von 32 Euro", bilanziert Assmann.
Gemeinsam sind alle Stricklieseln gespannt, ob ihre Aktion, die sie zuvor bei Landrat Joachim Streit, Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels und Manfred Kottmann, dem Leiter des Bedahauses, angekündigt hatten, Früchte tragen wird.
Für Interessierte: Die Stricklieseln treffen sich immer am ersten Montag des Monats um 15 Uhr und am dritten Freitag des Monats um 9.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Bitburg.
Informationen gibt es bei Andrea Becker, Telefon 06561/602540, und Andrea Kalkes, Telefon 06561/602022.