Daleidener wollen die Tourist-Information

Daleidener wollen die Tourist-Information

Die Tourist-Information der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld soll nach Daleiden umziehen - das zumindest ist der Wunsch des Daleidener Ortsgemeinderats. Die Verbandsgemeinde will den Vorschlag prüfen.

Daleiden/Arzfeld. Postagentur, Pfarrbücherei und bald eine Sparkassen-Außenstelle finden sich bereits im Haus Islek in Daleiden. Geht es nach dem Willen des Gemeinderats, soll in Zukunft auch die Tourist-Information der Verbandsgemeinde Arzfeld dort eingerichtet werden. "Wir stellen den Antrag, dass die TI ins Haus Islek umzieht", sagt Ortsbürgermeister Walter Reichert. Bislang ist das Büro im Arzfelder Gemeindehaus untergebracht, direkt gegenüber der VG-Verwaltung.
In einem Schreiben an die VG werden die Argumente aufgelistet, die für den Standort in Daleiden sprechen: Zum einen seien dort geeignete Räume vorhanden, wo "eine optimale Präsentation und Information über die Touristattraktionen der Verbandsgemeinde möglich" sei. Unter anderem gibt es ein Geländereliefmodell, wo mit einer Multimediapräsentation die Geschichte des Isleks, die geologische Entstehung der Landschaft und die Sehenswürdigkeiten der Region gezeigt werden.
Auch für die Gäste gebe es einige Vorteile: Mit dem Ourtal und dem Waldpark Eifel im Irsental finden sich touristische Angebote in unmittelbarer Nähe. Zudem starten im Umfeld vier der sechs Eifelwanderrouten der Tourist-Information. Darüber hinaus ist ein Internetcafé mit vier Plätzen im Haus vorhanden.
Die touristischen Schwerpunkte der Verbandsgemeinde befänden sich nun mal im Osten um Waxweiler mit dem Eifel-Ferienpark Prümtal und im Westen mit Irsen- und Ourtal, sagt Reichert. Waxweiler sei durch das Haus des Gastes versorgt, wo sowohl eine Außenstelle der VG-Verwaltung als auch der Tourist-Info eingerichtet sind. Deshalb wäre eine Verlagerung der Tourist-Info nach Daleiden aus seiner Sicht sinnvoll. Außerdem ließen sich so Kosten einsparen. Denn bislang bezahle die VG der Gemeinde Daleiden für das vorhandene, eingeschränkte touristische Angebot eine jährliche Entschädigung von 1200 Euro. Nach einer Verlagerung würden diese Kosten entfallen, genauso wie die Miete für das bisherige Büro im Arzfelder Gemeindehaus, die sich auf rund 3500 Euro im Jahr beläuft. Für den rund 70 Quadratmeter großen Präsentationsraum in Daleiden samt Nebenräumen würden nur 1800 Euro berechnet. So ergebe sich eine jährliche Ersparnis von rund 2900 Euro.
Doch entscheiden muss am Ende die Verbandsgemeinde. "Wir müssen uns Gedanken machen, ob eine Verlagerung sinnvoll ist", sagt VG-Bürgermeister Andreas Kruppert. Bis jetzt habe man sich mit dieser Frage noch nicht intensiv beschäftigt, per se abwegig sei ein Umzug nicht. "Da müssen aber verschiedene Faktoren stimmen." Beispielsweise müsse geklärt werden, ob der Zuschnitt der Räume passe - und was die Touristiker der Verbandsgemeinde davon halten. Die halten sich noch mit einer Bewertung zurück. "Wir werden uns im Januar mit Bürgermeister Kruppert zusammensetzen und über das Thema diskutieren", sagt Josef Freichels, Leiter der TI Arzfeld. Dem wolle er nicht vorgreifen.
In den nächsten Wochen sollen sich außerdem die Gremien in der Verbandsgemeinde mit dem Thema befassen. Voraussichtlich wird es auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des VG-Rats Anfang März stehen.
Meinung

Schwierige Abwägung
Soll die Tourist-Information nach Daleiden umziehen? Das ist die Frage, mit der sich die Verbandsgemeinde Arzfeld in den nächsten Wochen beschäftigen wird - ein schwieriger Abwägungsprozess. Zum einen zeigt das Beispiel der Verbandsgemeinde Obere Kyll, dass eine Tourist-Information (TI) nicht zwangsläufig am Sitz der Verwaltung sein muss. Dort ist die TI in Stadtkyll, die Verwaltung sitzt in Jünkerath. Denn die Gäste müssen dort betreut werden, wo sie sind. In diesem Feld kann Daleiden mit den Pfunden Waldpark Eifel und dem Ourtal sowie vielen Campingplätzen und Wanderstrecken wuchern. Für Arzfeld sprechen hingegen der frisch asphaltierte Enzradweg und die zentrale Lage innerhalb der VG. Nun müssen die Verantwortlichen schauen, welches Gesamtkonzept am Ende das überzeugendere ist. c.brunker@volksfreund.deExtra

In der Verbandsgemeinde Arzfeld halten insgesamt 65 Betriebe 727 Betten für Urlaubsgäste bereit. 2010 verzeichnete die VG 23 726 Gäste, die zusammen 70 823-mal im Islek übernachteten. Im Jahr zuvor waren es 21 569 Gäste und 64 358 Übernachtungen. ch