Damit die Eifel zur Heimat wird: Bürger organisieren ab sofort Wanderungen und Kochnachmittage für Flüchtlinge

Damit die Eifel zur Heimat wird: Bürger organisieren ab sofort Wanderungen und Kochnachmittage für Flüchtlinge

Sie wollen Flüchtlingen die Integration in der Eifel erleichtern: Aus diesem Grund haben sich 50 Freiwillige aus Bitburg und Umgebung jetzt zum zweiten Mal getroffen. Herausgekommen sind drei große Projekte, die die Eifeler so schnell wie möglich angehen wollen.

Bitburg. Marianne Müller sagt, sie wolle ein Zeichen setzen, sich einbringen. "Auch wenn es nur etwas Kleines ist", sagt die Bitburgerin, "ich möchte helfen, damit sich Flüchtlinge hier in der Eifel ein bisschen wohler fühlen". Auf Einladung des neugegründeten Netzwerks Bitburger Flüchtlingshilfe (siehe Extra) ist Marianne Müller daher ins Pfarrheim St. Peter in Bitburg gekommen.Drei große Projekte


Nach einem ersten Treffen im Januar, zu dem knapp 100 Besucher kamen, erscheinen nun 50 Eifeler. Geklärt werden soll, wie den derzeit im Eifelkreis Bitburg-Prüm lebenden Flüchtlingen konkret geholfen werden kann. Auf der Tagesordnung stehen Fragen wie diese: Wer kann Flüchtlinge bei Amtsbesuchen oder bei Einkäufen begleiten? Wer kann sich als Dolmetscher engagieren, oder wer ist bereit, einen Fahrdienst zu organisieren? "Ich könnte mir sehr gut vorstellen, jemanden bei Behördengängen zu begleiten oder einen Kaffeenachmittag zu organisieren", sagt Müller vor Beginn des Treffens.
Wolfgang Vierbuchen ist Mitorganisator des Netzwerks Flüchtlingshilfe. Er erklärt: "Wir haben beim ersten Treffen gemerkt, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung sehr hoch ist, den Flüchtlingen in irgendeiner Form zu helfen." Ziel sei es, den Menschen die Integration zu erleichtern. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat bislang 555 Asylbegehrende aufgenommen. 2014 kamen 228 Menschen, für 2015 sind 360 Flüchtlinge angekündigt. "Die Flüchtlinge sollen einfacher Fuß fassen und auch Kontakte knüpfen können", sagt Vierbuchen.
Nachdem die Ziele des Netzwerks Flüchtlingshilfe beim ersten Treffen im Januar vorgestellt worden waren, wird es beim zweiten Zusammenkommen nun konkret. Nach dem dreistündigen Treffen kann Mitorganisator Vierbuchen verkünden: "Es gibt drei große Projekte, auf die sich die Besucher aufgeteilt haben." Projekt eins ist ein gemeinsames Kochen mit den Flüchtlingen, Projekt zwei ein Begegnungstreffen und Projekt drei eine gemeinsame Wanderung. "Die Gruppen treffen sich in den kommenden Wochen wieder und organisieren das weitere Vorgehen."
Neben diesen Projekten stellen die Organisatoren eine Liste zusammen, auf der sich die Freiwilligen für Aufgaben eingetragen haben, um den Flüchtlingen im Alltag zu helfen. "Die Leute haben sich für Fahrdienste und Dolmetschertätigkeiten eingetragen", sagt Vierbuchen. "Die Liste mit Namen und Telefonnummern wird an die Menschen übergeben, die in den Verbandsgemeinden und im Kreis mit Flüchtlingen zu tun haben, damit sich die Flüchtlinge bei Interesse und Bedarf an die freiwilligen Helfer wenden können."
Auch Marianne Müller hat sich für ein Projekt eingetragen. Sie organisiert mit anderen Freiwilligen einen "Willkommens- und Begegnungstreff für Flüchtlinge". Nach Ende des zweiten Treffens im Pfarrheim erklärt die Rentnerin: "Ich freue mich auf die Aufgabe." Mitte März trifft sie sich zum ersten Mal mit ihrer zehnköpfigen Gruppe, um das erste Willkommenstreffen zu organisieren.Extra

Das Netzwerk Bitburger Flüchtlingshilfe ist eine Initiative des Dekanats Bitburg gemeinsam mit dem Migrationsverband der Caritas, dem Beirat für Migration und Integration des Eifelkreises Bitburg-Prüm, der Evangelischen Kirchengemeinde Bitburg, der Initiative Bitburg für eine solidarische Welt, dem AK Asyl und der Katholischen Erwachsenenbildung. mfr Weitere Informationen beim Dekanat Bitburg unter Telefon 06561/694290.

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