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Damit es nicht kracht, wenn die Sonne lacht

Damit es nicht kracht, wenn die Sonne lacht

Polizisten aus Deutschland, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden haben am Samstag am Grenzübergang von der Eifel zum luxemburgischen Vianden mehr als 200 Motorradfahrer überprüft. Von den Fahrern wurde die Großkontrolle, die Baustein des Sicherheitskonzepts der Polizei ist, überwiegend positiv aufgenommen.

Roth an der Our. Für diejenigen, die am meisten gefährdet sind, ist es eigentlich die falsche Uhrzeit. Und der falsche Tag. Denn statistisch gesehen ereignen sich die meisten schweren Motorradunfälle am späten Sonntagnachmittag. Doch wurde der Statistik in diesem Jahr bislang ohnehin ein Strich durch die Rechnung gemacht. Was im Grunde auch sehr erfreulich ist.
ADAC und Touristiker vor Ort


"Normalerweise hatten wir bis Ende Mai immer mehr als 250 Unfälle in der Region Trier", sagt Bernhard Weber von der Polizei Bitburg. Doch aufgrund des verregneten Frühlings verbucht die Polizei bislang "nur" 103 Motorradunfälle in der Region. Sollte das Wetter nun nach dem vielen Regen besser werden, wird das auch wieder mehr Motorradfahrer auf die Straße locken. "Dass dann auch wieder mehr Unfälle passieren, ist zu befürchten", sagt Weber und ergänzt: "Aber wir hoffen es natürlich nicht. Darum sind wir ja auch hier."
Rund 25 Polizisten aus Deutschland, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden stehen am Samstagvormittag neben der scharfen Kurve kurz vorm ehemaligen Grenzübergang nach Vianden, um jeden Motorradfahrer, der vorbeikommt, rauszuwinken. Dass es keine normale Kontrolle ist, liegt nicht nur am internationalen Polizeiaufgebot, sondern auch an der Unterstützung von ADAC, Dekra sowie der Eifel Tourismus GmbH, die vor Ort vertreten sind.
Die meisten Motorradfahrer, die angehalten werden, sind mit größeren Gruppen unterwegs. Viele von ihnen kommen aus Holland und aus Nordrhein-Westfalen, um in der Eifel Urlaub zu machen. Sie nutzen das verlängerte Wochenende für ausgiebige Motorradtouren. Dass sie dabei in eine Polizeikontrolle geraten, stört die meisten nicht. Im Gegenteil: Viele der Biker begrüßen die internationale Sicherheitsaktion. Die Stimmung am Kontrollpunkt ist locker. Zudem wird jeder Biker mit grell leuchtenden Sicherheitswesten und umfangreichem Kartenmaterial zu Motorradrouten in der Eifel ausgestattet.
Mehr als 200 Motorradfahrer werden an diesem Vormittag kontrolliert. Wie Weber erklärt, ist darunter keiner, der wegen Fahruntüchtigkeit oder gravierenden Fahrzeugmängeln die Reise abbrechen muss. Manchmal ist das Profil der Reifen hart an der Grenze und manchmal ist der Auspuff etwas zu laut. "Es geht uns hier ja auch nicht darum, die Leute zu verwarnen, sondern das Ganze ist ja mehr Präventivmaßnahme als Kontrolle, um die Fahrer zu sensibilisieren", sagt Weber.
Die Wiedereinsteiger, die ab Mitte 40 mit schweren, leistungsstarken Maschinen und fehlender Erfahrung auf die Straße zurückkehrten, seien die größte Risikogruppe, betont der Polizist. Allein im Eifelkreis Bitburg-Prüm gab es in den vergangenen fünf Jahren 321 Motorradunfälle - fünf Menschen haben dabei ihr Leben verloren.Extra

Axel Lippek ist mit 15 weiteren Bikern aus dem Ruhrgebiet und dem Siegerland in die Eifel gekommen: "Ich finde das klasse. Hier geht es um Sicherheit und darum, dass die Motorräder in Ordnung sind. Das ist wichtig." Reinder Biellemann aus den Niederlanden ist mit zwei Freunden in der Eifel auf Tour: "Dass ich hier in der Eifel von einem holländischen Polizisten kontrolliert werde, ist etwas ungewöhnlich, aber amüsant." uhe