Damit Nattenheim noch schöner wird
Nattenheim/Dasburg · Nattenheim freut sich: Das Land spendiert der Ortsgemeinde 33 000 Euro für ihre Dorfentwicklung. Am Donnerstag hat ADD-Präsidentin Dagmar Barzen die Bescheide in die Eifel gebracht. Dort wurden auch schon die ersten Ideen geäußert.
Nattenheim/Dasburg. "Ist das schön hier", sagt Dagmar Barzen, als sie in Nattenheim aus dem Auto steigt. Die Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) ist mit gleich drei Förderbescheiden für die Eifelgemeinde im Gepäck angereist - unterschrieben vom Innenminister Roger Lewentz. Und das bedeutet: 33 000 Euro Gesamtförderung (siehe Extra). Denn Nattenheim ist Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung ab dem Programmjahr 2015 - zusammen mit Dasburg (VG Arzfeld), und das ist eine kleine Sensation: Dass das Land gleich zwei Gemeinden aus einem Kreis auswählt - in der Eifel hat's geklappt.
An Ideen mangelt es nicht
Doch zurück nach Nattenheim: Dort hat sich für die große Übergabe der Ortsgemeinderat versammelt, aber unter anderem auch Josef Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bitburger Land, und Edgar Kiewel, Dorferneuerungsbeauftragter des Kreises. Alle lange im Geschäft, doch: Den Platz des Dienstältesten muss Peter Billen, seit 1989 Ortsbürgermeister in Nattenheim, abtreten - nämlich an Friedrich Hachenberg aus Boppard-Buchholz, den Billen Nattenheims "Hausplaner" nennt. Der Mann vom Büro Stadt-Land-plus hat nämlich praktisch den ganzen Ort gestaltet: von Friedhof bis Ortsdurchfahrt.
Das Entwicklungskonzept, das Hachenberg 1988 aufgestellt habe, sagt Billen, sei mittlerweile abgearbeitet - jetzt wolle man nach vorne schauen, und weil Hachenberg "Dorf und Leute kennt", sei der Stadtplaner natürlich auch dabei, wenn es jetzt wieder um die Dorfentwicklung geht.
An Ideen mangelt es nicht. Billen gibt schon mal Einblicke: Das Gemeindehaus, heutiger Treffpunkt der Runde, sei ein paar Hundert Jahre alt - da gäbe es sicher das ein oder andere zu machen. Zudem wolle man die Kita erweitern - auch wenn man sich in der Sache noch mit dem Bistum einigen müsse. Des Weiteren denke man über einen Mehrgenerationenplatz nach.
Billen ist überzeugt, dass sich die Bürger aus dem 570-Einwohner-Ort beteiligen werden - so sehr, dass "noch mehr Ideen kommen, die dann noch mehr Geld kosten". Er wolle an die Arbeit gehen: "Ich bin kein Freund von Plänen, die in der Schublade liegen bleiben."
Die zentrale, verkehrsgünstige Lage, die Nähe zu Bitburg und zu Luxemburg, der gepflegte Ortskern - das alles mache Nattenheim jetzt schon so attraktiv, sagt Barzen. Und die Menschen sollen mitgenommen werden, sagt auch sie, denn Bürger wollten heute vermehrt mitentscheiden, wie ihr Zuhause in der Zukunft aussieht. Barzen ist überzeugt: "Dieser Ort hat Zukunft."
Dann erklärt sie: "Offiziell gehen die Bescheide jetzt aber an die Verbandsgemeindeverwaltung." Und drückt sie Josef Junk in die Hand, der Billen sofort zwinkernd beruhigt: "Aber sie sind ja zweckgebunden." Junk weiß: Der Ortsbürgermeister hat ungeduldig auf diesen Tag gewartet, er habe aber immer gewusst: "Die Nattenheimer schaffen das." Dabei entfährt dem Verbandsgemeinde-Bürgermeister aber doch noch stolz: "Meckel, Wolsfeld - ach, was haben wir so viele!" Und ohne engagierte Bürger, die mithelfen, gehe das nunmal nicht.
Billen, die Zukunft stets im Blick, dankt der ADD-Präsidentin für ihren Besuch: "Schön, dass Sie da waren, und wir hoffen, wir dürfen Sie nochmal begrüßen." Doch da hat er die Rechnung ohne Barzen gemacht: "Herr Billen, ich bleib doch noch ein bisschen!"Extra
Die Ortsgemeinde Nattenheim erhält vom Land eine Gesamtförderung von 33 000 Euro - dabei handelt es sich um drei Förderbescheide: Die Dorfmoderation - die Informations-, Bildungs- und Beratungsarbeit - wird mit 15 000 Euro gefördert. 10 000 Euro gibt es für die Fortschreibung des Dorferneuerungskonzeptes und noch einmal 8000 Euro für die Beratung bei privaten und öffentlichen Vorhaben. Dasburg, ebenfalls Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung, erhält die gleiche Summe, die Bescheide werden dort erst noch übergeben. Die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde erfolgt auf die Dauer von sechs Jahren. Insgesamt sind 21 Gemeinden aus Rheinland-Pfalz dabei. 17 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung. eib