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Damit sich die Gäste aus Nazareth wohlfühlen: Ein Utscheider und seine Leidenschaft für Weihnachtskrippen

Damit sich die Gäste aus Nazareth wohlfühlen: Ein Utscheider und seine Leidenschaft für Weihnachtskrippen

Erwin Luckas war noch ein Kind, als seine erste Krippe bastelte. Und offensichtlich hat es ihm Spaß gemacht. Denn seine erste war längst nicht die einzige. Wie viele Krippen der heute 69-Jährige aus Utscheid im Lauf seines Lebens schon gebaut hat, weiß er nicht. Doch war und ist jede davon ein Unikat.

Dass er Schreiner ist, seine Frau Maria heißt und der gemeinsame Nachname dann ausgerechnet auch noch an den Evangelisten mit der bekanntesten Weihnachtsgeschichte erinnert, ist wirklich Zufall. Aber es passt ganz gut. Für Erwin Luckas ist das halbe Jahr Weihnachten. Der Rentner aus Utscheid hat nämlich eine Schwäche für Weihnachtskrippen.

Wobei es eigentlich keine Schwäche ist, sondern eher seine Stärke. Denn der pensionierte Schreiner hat ein Hobby mit Hang zur Perfektion. Luckas baut in seiner Freizeit Krippen. Und dabei sorgt er dafür, dass es der jungen Familie aus Nazareth während ihres Aufenthalts in seiner Unterkunft an nichts fehlt.

"Mit zehn oder elf Jahren habe ich meine erste Krippe gebaut", sagt Luckas, "ein ganz einfaches Häuschen, zusammengebastelt aus alten Schrankrückwänden." Es habe ihm damals schon Spaß gemacht, erinnert er sich. Und seine Frau Maria Luckas erinnert sich daran, wie ihr Mann zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest dann auch mit einer selbstgebauten Krippe ankam. "Das war vor 46 Jahren", sagt sie. "Und die stellen wir auch jetzt noch jedes Jahr auf." Momentan steht sie allerdings noch in einem Regal im Schuppen. Zusammen mit vielen anderen, die der Schreiner im Lauf der vergangenen Jahre gezimmert hat. Angefangen hat er mit einfachen Ställen und Heimatkrippen. Später kamen dann noch Ruinen- und orientalische Krippen hinzu. "Ich habe das immer weiter entwickelt und viel ausprobiert", sagt Luckas, der auch schon einen Krippenbaukurs belegt hat und von anderen Krippenfreunden inzwischen einiges dazugelernt hat.

Zum Beispiel wie man eine Szenerie so bemalt (in der Fachsprache auch "fassen" genannt), dass es am Ende auch möglichst realistisch aussieht. "Da waren schon einige Versuche nötig, bis ich dann wirklich ein ordentliches Ergebnis hatte", sagt Luckas. Er weiß es sehr zu schätzen, dass sich die Krippenbauer untereinander offen austauschen und aus ihren Kniffen keine Geheimnisse machen. Jeder Krippenbauer hat seine eigene Spezialität. Und die von Luckas sind seine Wurzelkrippen. "Das kam eigentlich eher zufällig", sagt er.

Irgendwann hat er aus einer Baumwurzel eine recht einfache Grotte gebaut. Und dann kam ihm die Idee, die Wurzeln als Hintergrund für einen Stall zu nehmen. Und so sind daraus die Wurzelkrippen entstanden. Längst nicht jede Wurzel, die er dafür ausgegraben hat, war am Ende auch brauchbar. Doch inzwischen hat der Rentner ein Auge dafür, wo er die richtigen Wurzeln suchen muss und auch findet. Das Ausgraben ist eine Plagerei. Doch die richtige "Sauerei" beginnt erst, wenn zu Hause der Hochdruckreiniger zum Einsatz kommt. Dann fliegt ihm der ganze Dreck und Waldboden um die Ohren. "Da siehst du danach richtig toll aus", sagt er lachend.

Erst wenn die Wurzeln sauber und trocken sind, geht es dann mit dem eigentlichen Krippenbau los. "Wurzelkrippen machen die meiste Arbeit", meint Luckas. "Da gehen viele Stunden und auch Tage drauf." Doch sei ihm das völlig egal. "Ich habe ja genug Zeit", sagt er. "Und auch immer wieder neue Ideen."