1. Region
  2. Bitburg & Prüm

"Dann macht's Knall und schon ist's passiert"

"Dann macht's Knall und schon ist's passiert"

Die Kosten für den Neubau der maroden Brücke bei Messerich, auf der die B 257 über einen Radweg geführt wird, stehen fest: 650 000 Euro investiert der Bund in den Brücken-Neubau. Mit dem Abriss soll im Mai 2008 begonnen werden. In Gefahr begeben sich Radler und Spaziergänger, die den Radweg trotz der Vollsperrung nutzen.

Messerich/Wolsfeld. An die Vollsperrung für das Radweg-Stück, das unter der B 257 zwischen Messerich und Wolsfeld verläuft, halten sich nur wenige. In kaum zehn Minuten bahnten sich vier Radler und ein Mopedfahrer ihren Weg entlang der "Durchfahrt verboten"-Schilder, wohl ohne sich der Gefahr bewusst zu sein. Im Frühjahr hatten sich Brocken der Betonschale gelöst und waren auf ein Feld gestürzt. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand (der TV berichtete). Seither gilt die Vollsperrung für den Radweg, eine Umleitung ist ausgeschildert. Doch kaum einer hält sich daran. "Dabei ist die Situation unter der Brücke wirklich gefährlich", betont Oliver Arimond vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein. Schließlich könnten sich weitere Betonbrocken von der maroden Brücke lösen - und mit etwas weniger Glück nicht auf ein Feld, sondern auf den Radweg stürzen. "So was kündigt sich nicht vorher an. Das macht dann auf einmal Knall, und dann hat jemand so einen Betonklotz auf dem Kopf", warnt Arimond. Sollte es zu einem solchen Unfall kommen, haften die Betroffenen selbst, da sie sich ja nicht an die Vollsperrung gehalten haben. "Die Leute sollten zu ihrer eigenen Sicherheit diesen Weg meiden", sagt Arimond. Seit vier Monaten wird mit der Bahn verhandelt

Im Mai 2008 soll mit den Abrissarbeiten der maroden Brücke begonnen werden. Eine Sanierung lohnt sich nach Wirtschaftlichkeits-Berechnungen des LBM nicht. Rund 650 000 Euro investiert der Bund in den Brücken-Neubau, der Ende 2008 zusammen mit der Ortsumgehung Wolsfeld abgeschlossen sein soll. Jenseits der längeren Haltbarkeit hat der Brücken-Neubau gegenüber einer Sanierung auch den Vorteil, dass dann wieder Schwerlastverkehr mit mehr als 38 Tonnen über die Brücke darf. Solch schwere Fahrzeuge, wie sie etwa zur Transformatoren-Anlieferung für das Umspannwerk Nieder stedem im Einsatz sind, dürfen derzeit aus Sicherheitsgründen die Radweg-Überführung nicht passieren. Die starken Erschütterungen könnten die marode Brücke zusätzlich in Mitleidenschaft ziehen. Den beklagenswerten Zustand der Brücke, die laut Arimond etwa 40 Jahre alt ist, verwundert auch den Brückenbau-Fachmann: "Das dürfte auch nach 40 Jahren noch nicht passieren", sagt er und zeigt auf die großen Betonbrocken, die bereits von der Brücke geplatzt sind. Er vermutet ein Abdichtungs-Problem im Straßenüberbau als Ursache: "Es könnte sein, dass durch undichte Stellen im Fahrbahn-Oberbau Tau-Salzwasser eingedrungen ist, was eine verheerende Wirkung hat." Eigentlich wollte der LBM bereits dieses Jahr mit dem Brücken-Abriss beginnen. Doch noch steht der Landesbetrieb in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn wegen der Abrisskosten. "Da der Radweg über einer alten Bahntrasse verläuft, müsste sich die Bahn an den Abrisskosten beteiligen", erklärt Arimond. Seit vier Monaten bemühe sich der LBM um eine Zusage. Doch die Verhandlungen gestalten sich als eher langwierig. Bevor im Mai 2008 mit dem Abriss der Brücke begonnen werden kann, muss die viel befahrene B 257 provisorisch umgeleitet werden. Dafür soll die Trasse, auf der der nicht befahrbare Radweg verläuft, aufgeschüttet werden, so dass die Bundesstraße übergangsweise ebenerdig an dieser Stelle verläuft. Steht dann Ende 2008 die neue Brücke, wird der Radweg wieder freigeschaufelt.