Das "Aus" für die herkömmliche Familie

"Die Zukunft der Familie - Netzwerke für Jung und Alt" war Thema eines Workshops der Verbandsgemeinde (VG) Prüm, zu dem die Bürger eingeladen waren. Neue Ansätze und Ideen wurden gesammelt.

Prüm. Dem demografischen Wandel widmet sich Verbandsbürgermeister Aloysius Söhngen seit längerer Zeit besonders intensiv. In diesem Zusammenhang lud er alle Bürger zum dritten Workshop ein, überschrieben mit: "Zukunft der Familie - Netzwerke für Jung und Alt". Johannes Eiswirth, Pastoralreferent im Dekanat St. Willibrord Westeifel führte mit seinem Referat in die Thematik ein. "Wie sah die Familie früher und wie sieht sie heute aus?", war ein Aspekt seiner Präsentation. Er stellte fest, das es "die" Familie in herkömmlicher Weise so nicht mehr gebe. Sie sei abgelöst durch zehn unterschiedliche Lebensmilieus, und damit gebe es auch zehn unterschiedliche Vorstellungen, wie und ob man sein Leben mit Kindern verbringen möchte. Nach der Theorie folgte die Praxis. Die Teilnehmer wurden von Christian Muschwitz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Raumentwicklung und Landesplanung der Uni Trier, eingeteilt. In einem Workshop erarbeiteten sie Ideen zum Thema Netzwerke für Jung und Alt. Nachbarschaftshilfe, Treffen von Jungen und Alten, Leihgroßeltern-Börse, Erhaltung von Tradition und Brauchtum waren einige Punkte, die den Teilnehmern spontan einfielen.Die Machbarkeitsprüfung ergab, dass zum Beispiel Fahrdienste bereits existieren, aber noch wenig vernetzt sind und eher selten in Anspruch genommen werden. Bei der Frage, wer sich um die Umsetzung der Ideen kümmern könnte, stellten die Teilnehmer fest, dass sich jeder verantwortlich fühlen sollte. Denkbar sei auch, einen Hauptamtlichen damit zu betrauen oder eine Person aus Kirche, Schule oder Verein zu finden. Söhngen freute sich über die Ansätze. Er sehe es als kommunale Aufgabe, mehr Gemeinschaftsinitiativen zu aktivieren, Leute zusammenzubringen. Ein erstes greifbares Ergebnis gab es an diesem Abend auch schon: Es wurde angeregt, in der VG Prüm an bestimmten Tagen ältere Menschen in die Kindertagesstätten einzuladen. Meinung Irgendwo versendet War das Wetter zu schön, oder interessierte das Thema nicht? Die Zahl der Bürger an diesem Abend war übersichtlich, junge Eltern eher Mangelware. Schade, denn um deren Zukunft ging es doch. Schließlich sollten Netze geflochten, Pflöcke eingerammt, Kontakte hergestellt werden. Stattdessen gab es viel Wissenschaftliches, Power-Point Präsentation und Theorie. Dabei war die Idee gut: Menschen eine Plattform, eine Begnungsstelle zu bieten. Wo ein Wille - da ein Weg. Es gab an diesem Abend durchaus interessante Ansatzpunkte. Doch wie sagte ein Teilnehmer so schön: "Ich glaube, das versendet sich hier irgendwo." Es ist zu einfach, der Verwaltung zu sagen, nun macht mal schön. Viel eher trifft das zu, was an diesem Abend alle erkannten: Jeder ist verantwortlich. Doch wo kein Wille - da kein Weg.