Das Baggern am Flugplatz hat begonnen

Kostenpflichtiger Inhalt: Bund bereitet mit PFT belastetes Grundstück für A.R.T. vor : Das große Baggern in verseuchter Erde auf dem Flugplatz Bitburg

Eine Baufirma richtet in Bitburg ein Gelände für den Zweckverband Abfallwirtschaft her. Doch wohin mit dem belasteten Erdreich?

Ein kleiner, gelber Bagger steht allein auf weiter Flur. In den vergangenen Wochen hat er kräftig geschaufelt. Ein Erdhaufen türmt sich neben dem Bauzaun auf. Metertiefe Löcher hat die Maschine in die Landschaft gegraben.

Aus den Gruben ragen Kabel und Rohre, in manchen schwimmt eine giftig-grüne Flüssigkeit, die aussieht als sollte man sie besser nicht trinken. Und der Eindruck täuscht keineswegs.

Denn das Material, das hier nahe der Rollbahn abgetragen wird, ist kontaminiert. Perfluorierte Tenside (PFT), das haben Proben im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord  ergeben, haben sich in der Erde angereichert. Krebserregende Schadstoffe, die über Jahre durch Löschschäume in den Boden gesickert sind und weite Teile des Flugplatzes verunreinigt haben.

Einige Zeit hat dieses Umweltgift den Verkauf der Gewerbeflächen blockiert. Doch inzwischen haben sich Bund und Land auf eine Blaupause verständigt. Grundstücke sollen peu á peu saniert werden, krebserregendes Material zwischengelagert und irgendwann in einem Landschaftsbauwerk deponiert werden (der TV berichtete). Nur gibt es dieses Landschaftsbauwerk noch gar nicht. Und Planung und Bau werden sich wohl auch noch Jahre hinziehen.

Was es nun nach Ansicht der Behörden also brauchte, war eine Übergangslösung. Jüngst haben sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz Bima, und die SGD-Nord dann auch auf ein Verfahren geeinigt: Der kontaminierte Boden wird, solange es kein gesichertes Lager gibt, in zwei Shelter auf dem Flugplatz verfrachtet.

In den Bunkern solle der belastete Dreck nicht dauerhaft lagern, beschwichtigt ein Sprecher der Bima. Auch, weil die Kapazitäten der beiden Anlagen im sogenannten B-Shelter bei Weitem nicht ausreichen würden, um das gesamte verunreinigte Erdreich aufzunehmen. Nur etwa 2700 Kubickmeter kann ein Shelter nämlich fassen. Wo auf dem ehemaligen Militärstützpunkt nach derzeigen Schätzungen doch 80 000 Kubikmeter Material abgebaggert werden müssten.

Den Anfang haben die Verantwortlichen auf dem Grundstück in der Hans-Bongers-Straße gemacht. Hier, im Schatten der Anlagen des Bauunternehmers Köppen, wird seit Wochen gebaggert, um einen sicheren und sauberen Untergrund für eine geplante Müllumladestation zu schaffen.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) hat das Gelände Ende 2018 für rund 500 000 Euro erworben. Das Ziel des kommunalen Betriebs war es, einen Platz zum Umschlagen des Bitburger und Prümer Mülls zu schaffen. Von dort soll es dann ins Verwertungszentrum nach Mertesdorf (Kreis Trier-Saarburg) gehen.

Wann es soweit ist, kann eine Sprecherin des Zweckverbandes noch nicht sagen: „Hierzu gibt es derzeit keinen festen Zeitplan, da erst im Laufe der Arbeiten das Ausmaß festgestellt werden kann.“ Noch seien die Flächen nicht freigegeben. Da der A.R.T nach eigenen Angaben aber vorhat, rund 90 Prozent des Grundstücks zu bebauen, wird vor Ort schnell klar: Es gibt noch viel zu tun.

Denn bislang, das teilt die Pressestelle der Bima mit, wurden erst rund 100 Kubickmeter Erde abgebaggert und in einen Shelter gebracht. Wie viel noch unter die Schaufel muss und wie teuer die Sanierung werden wird: unklar. Ein entsprechender Zwischenbericht stehe noch aus.

Sieht giftig aus, und das ist sie womöglich auch: Arbeiter haben inzwischen etliche Gruben auf dem Grundstück in der Hans-Bongers-Straße ausgehoben. Das Erdreich, das dabei auf die Schaufel kam: kontaminiert. Foto: TV/Christian Altmayer
Ein Erdhügel türmt sich nahe des Bauzauns auf. Das kontaminierte Material stammt wohl aus der Grube nebenan und liegt, das belegen TV-Besuche vor Ort, tagelang im Regen. Foto: TV/Christian Altmayer
Sieht giftig aus, und das ist sie womöglich auch: Arbeiter haben inzwischen etliche Gruben auf dem Grundstück in der Hans-Bongers-Straße ausgehoben. Das Erdreich, das dabei auf die Schaufel kam: kontaminiert. Foto: TV/Christian Altmayer
Sieht giftig aus, und das ist sie womöglich auch: Arbeiter haben inzwischen etliche Gruben auf dem Grundstück in der Hans-Bongers-Straße ausgehoben. Das Erdreich, das dabei auf die Schaufel kam: kontaminiert. Foto: TV/Christian Altmayer
Sieht giftig aus, und das ist sie womöglich auch: Arbeiter haben inzwischen etliche Gruben auf dem Grundstück in der Hans-Bongers-Straße ausgehoben. Das Erdreich, das dabei auf die Schaufel kam: kontaminiert. Foto: TV/Christian Altmayer
Sieht giftig aus, und das ist sie womöglich auch: Arbeiter haben inzwischen etliche Gruben auf dem Grundstück in der Hans-Bongers-Straße ausgehoben. Das Erdreich, das dabei auf die Schaufel kam: kontaminiert. Foto: TV/Christian Altmayer

Derweil türmen sich in der Hans-Bongers-Straße die Dreckhaufen auf. Tagelang liegt entsiegelte, kontaminierte Erde im Regen, ohne dass jemand sie in einen Shelter brächte. Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben dies nicht kommentieren.