Glaube im Alltag : Das Beste zum Schluss

Es ist vielleicht etwas seltsam im Mai, aber ich fange da an, wo ich bei meinem letzten Beitrag aufgehört habe, dem Karneval.

Ich denke an den Höhepunkt des Karnevals, den Rosenmontagszug. Wie ist der eigentlich aufgebaut? Da ist die Spitze, sie wird meistens von einem Schildträger gebildet, der zum Beispiel das diesjährige Karnevalsmotto präsentiert. Es folgen oft Gardisten mit einer Konfettikanone. Dicht folgend gehen Fahnenträger der Karnevalsvereine. Dahinter, in Reih und Glied, marschiert eine große Gruppe Gardisten/innen als Eskorte und dann die Blaskapelle. Sie heizt mit bekannten Liedern das Publikum an. Dann sind die Gruppen und Karnevalswagen dran. Doch dann, wenn alle durch sind, kommt der krönende Schluss – dann kommt der prächtige Prinzenwagen, auf dem der schmucke Prinz sich zum Besten gibt.

Na…fällt uns was auf? Mir fällt auf, dass es einer anderen Tradition ähnelt…

Da ist die Spitze, ein Kreuzträger. Hinter ihm gehen die Weihrauchträger, um der Prozession besondere Würde zu verleihen. Dicht gefolgt gehen die Fahnenträger der Pfarreien und dahinter in Reih und Glied eine Gruppe von Ministranten als Eskorte…es wird immer schöner…Dann kommt auch hier die Blaskapelle, sie stimmt Fronleichnamslieder an. Und danach folgt eine Schar Kinder, quasi die Engel, die eine Verbindung zum Himmelreich darstellen. Doch jetzt kommt etwas Interessantes…, jetzt kommt der „Himmel“, unter dem der Priester das Allerheiligste, Christus in Gestalt des Brotes, vor sich trägt. Und dahinter kommen wir, die vielen Leute. Aber was ist hier mit dem krönenden Schluss?

Wir alle bilden den krönenden Schluss, aber nur zusammen mit dem Allerheiligsten…, denn wir alle sind „der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm“ (1.Kor 12,27).

Sag ich doch: „Das Beste kommt zum Schluss.“

Ingo Ruhe, Forstwirt aus Schwirzheim