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Das Buddeln am Bitburger Flugplatz ist (vorerst) beendet

Kostenpflichtiger Inhalt: A.R.T.-Umschlagplatz zieht erstmal nach Rittersdorf : Das Buddeln am Bitburger Flugplatz ist (vorerst) beendet

Der Abfallzweckverband Trier (A.R.T.) hat 2018 ein Grundstück auf dem Flugplatz Bitburg gekauft. Nun stellt sich heraus: Das Gelände kann noch nicht genutzt werden. Denn es ist stärker mit Schadstoffen belastet, als gedacht.

Die Bagger sind weg, die Gruben zugeschüttet. Das Gelände hinter dem Bauzaun sieht fast so unberührt aus wie im Herbst 2019. Das war noch bevor die Bauarbeiten auf dem Gelände nahe der Rollbahn begonnen hatten.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft in der Region Trier, kurz A.R.T., hatte das Grundstück Ende 2018 für rund 500 000 Euro erworben (der TV berichtete). Beim kommunalen Müllentsorger glaubte man, einen idealen Standort für einen Umschlagplatz gefunden zu haben. Fernab von Anwohnern, nah an der Bundesstraße 51. Bereits Anfang des neuen Jahres sollte die Anlage in Betrieb gehen.

Doch wie es aussieht, wird daraus vorerst nichts. Denn das Gelände kann auf absehbare Zeit nicht genutzt werden, wie A.R.T.-Geschäftsführer Max Monzel auf TV-Anfrage bestätigt. Denn das Gelände sei wesentlich stärker mit sogenannten Perfluorierten Tensiden, kurz PFT, belastet, als ursprünglich angenommen.

Diese krebserregenden Chemikalien sind eine Hinterlassenschaft der US-Luftwaffe, die jahrzehntelang auf dem Flugplatz stationiert war. Bei Feuerwehrübungen und Brandeinsätzen wurden auf dem heutigen Gewerbegebiet etliche Liter belasteteten Löschschaums versprüht. Im Laufe der Jahre sickerten die Schadstoffe in Boden, Gewässer und Grundwasser.

Die Deponie in Rittersdorf, auf der bald ein Umschlagplatz entstehen soll. Foto: Christian Altmayer. Foto: TV/Christian Altmayer

Dass auch das Grundstück in der Hans-Bongers-Straße verunreinigt ist, ist laut Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) seit spätestens 2015 bekannt. Nachdem der A.R.T. Interesse an dem Gelände bekundet hatte, leitete die Behörde, der die Fläche bislang gehörte, die Dekontamination ein. Doch die wird wohl wesentlich länger dauern, als gedacht.

„Wir brauchen den Umschlagplatz aber jetzt, und nicht erst in ein paar Jahren“, sagt Zweckverbandschef Monzel. Den A.R.T. stelle der Verzug daher vor Probleme. Unter anderem, weil man der Recycling-Firma Remondis, die bislang den Müll der Eifeler umgeschlagen hatte, zum ersten Januar gekündigt hat. Das Unternehmen habe sich aber bereiterklärt, die Aufgabe vorerst weiter zu übernehmen. Wofür Monzel den Partnern „sehr dankbar“ sei, wie er sagt.

Warten, bis das Gelände auf dem Flugplatz bezugsfertig ist, will der Zweckverband dennoch nicht. Derzeit wird deswegen eine Fläche auf der Deponie in Rittersdorf zum Umschlagplatz umgebaut. Bis zum Sommer soll die Anlage fertig sein. Die geschätzten Kosten liegen im sechsstelligen Bereich.

Es ist das inzwischen dritte Mal, das sich der Standort für den geplanten Umschlagplatz ändert. Zunächst sollte die Station nämlich im Fließemer Gewerbepark an der Autobahn 60 entstehen. Doch ein Protest der Anlieger verhinderte dies seinerzeit (der TV berichtete).

Danach war das Entsorgungszentrum in Rittersdorf bereits im Gespräch gewesen, wurde aber von der A.R.T.-Verbandsversammlung nicht mitgetragen. Der Müllentsorger sollte mit der Anlage auf den Flugplatz ziehen.

Die Sanierung und Nutzung des Geländes sollte eine Blaupause für den Umgang mit belasteten Flächen im Gewerbegebiet werden. Denn bis dahin herrschte ein strenger Vermarktungsstopp, der mit dem Verkauf an den A.R.T. aufgehoben wurde. Wie es nach den Erfahrungen in der Hans-Bongers-Straße nun mit den noch freien Flächen auf dem Flugplatz weitergeht, dürfte spannend werden.

Der kommunale Müllverwerter jedenfalls hat dem Bitburger Gewerbegebiet den Rücken noch nicht ganz zugekehrt. Laut Monzel soll Rittersdorf nur eine Übergangslösung sein. Die Verbandsversammlung habe im Dezember einstimmig beschlossen, das Gelände auf dem Flugplatz zu behalten, um dort langfristig einen Umschlagplatz herzurichten.

Wie lange das auch immer dauern mag.