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Das Corona-Memoryspiel von Klaus Hansen ist ein Renner

Erfinder punktet in Corona-Krise : Pronsfelder erhält viel Zuspruch für sein Wörter-Memory

War nichts mit Kleinserie: Das Wörter-Memory für lange Coronatage von Klaus Hansen, vorige Woche im TV vorgestellt, ist ein Renner geworden.

Ehrlich: Damit hätten wir nicht gerechnet. Aber nach unserem Bericht über das Wörter-Memory für die Corona-Quarantäne, erfunden von Klaus Hansen, dem gebürtigen Pronsfelder Professor für Politikwissenschaft, haben sich bei ihm zahlreiche Leser gemeldet.

Und geordert haben sie: „27 Bestellungen bis dato“, meldet Hansen per E-Mail am Tag der Veröffentlichung (Mittwoch, 15. April). Und so ist er die erste Auflage, 25 Stück, schon am ersten Tag losgeworden.

Am Donnerstag schreibt er: Eine Bestellung habe ihn aus Wien erreicht. Allein das Porto: 17 Euro. Beim Preis von 25 Euro pro Spiel bleibt da nicht viel. Egal, man bedient die Kundschaft. Auch mit signierten Ausgaben, wenn gewünscht. Ist auch schon geschehen.

In der Nacht auf Freitag schreibt er wieder: „Mittlerweile Bestellnummer 51. Und mein fichtelgebirgischer Spandöschenhersteller macht Kurzarbeit. Wo soll das alles enden?“

Wir finden: Warum soll es enden? Weiter so! Das Spiel, wie in unserem vorigen Artikel erläutert, macht sich einen Spaß daraus, Wörter so zu trennen, dass sie neuen Sinn ergeben. Die legt man dann alle hin und muss versuchen, die richtigen Paare zu finden. Wie beim Titel: „Region & Alligator“, der Hansens Fußballleidenschaft auch in den unteren Spielklassen spiegelt.

Eine solche Entwicklung – das rechtfertigt ein schnelles Interview mit dem Spieleerfinder. Bitteschön:


Herr Hansen, haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?

Klaus Hansen: Erfolg? Das hört sich groß an. Ich arbeite immer mit kleinen Auflagen und verspüre immer einen Trennungsschmerz, wenn ich ein Exemplar verkaufen muss. Im Falle meines Memory-Spiels finde ich es besonders erfreulich und schmerzlindernd, dass sich in dieser Zeit der auferlegten Häuslichkeit in der Hauptsache Frauen dafür interessieren. Frauen sind für Wort-Spiele. Wofür sind Männer?

Geraten Sie in Produktionsschwierigkeiten?

Da ich alles selber mache – schreiben, drucken, schneiden, kleben, heften, stempeln – bin ich gewissermaßen meine eigene Ressource. Allerdings witterungsabhängig. Bei schönem Wetter mache ich weniger, bei Regen mehr.

Schon mit dem Gedanken gespielt, die Herstellung nach China auszulagern?

Meine kleine Edition (für literarische Lesezeichen, Bierdeckel, Leporellos, Postkarten etc.) trägt seit 2010 den Verlagsnamen „edition ohne fleiss kein reis Beijing“. (Dort mit der Postadresse der deutschen Botschaft in Peking.) Ich bin also längst in China. Wenn schon eine kleine Edition, dann wenigstens großartig angesiedelt! Aber was man von China lernen kann, bringe ich aus meiner Kindheit in Pronsfeld mit: immer fleißig sein und geschickt kopieren!

Ihr Spiel wird in Holz verpackt. Eine Ressource, die jetzt der Toilettenpapierindustrie fehlt. Was macht das mit Ihrem Gewissen?

Mein innerer Schweinhund namens Gewissen will nur spielen! Die Spanholzschachteln für mein Memory-Spiel mache ich leider noch nicht selbst. Versuche mit Pappelholz sind gescheitert. Ich muss die kleinen Kisten im Fichtelgebirge bestellen. Auch das Fichtelgebirge ist Seuchenerwartungsland und darum in Kurzarbeit. Da entsteht ein Engpass. Aber lieber ein Corona-Engpass als ein koronarer Engpass, – ein Kalauer, okay, aber ich mag Kalauer.

Und was machen Sie jetzt mit all dem Geld?

Ich arbeite anderthalb Stunden an einer Box und nehme dafür inklusive Material, Verpackung und Versand 25 Euro. Von meinem Traum, einen beheizten Hochsitz in den Wäldern zwischen Schloßheck und Orlenbach zu besitzen, bin ich noch weit entfernt!

Vielen Dank, Herr Professor. Wir sagen: Das wird noch. Und siehe: Am Montag haken wir noch einmal nach, da steht Hansen bei bereits 59 Bestellungen. „Moselanerinnen liegen vorn“, sagt er, „dann Isleker- und Bitburgerinnen, und der Hunsrück rollt das Feld von hinten auf.“