Das Demenz-Netzwerk Eifelkreis hat sich zum ersten Mal  getroffen.

Gesundheit : Wer andere pflegt, muss auch an sich denken

Das Demenz-Netzwerk Eifelkreis hat sich zum ersten Mal  getroffen. Ziel ist es, die Lebenssituation von Betroffenen und  Angehörigen zu verbessern.

(uhe) „Heute ist der Tag, auf den wir schon so lange gewartet haben“, sagt Brunhilde Hell und blickt dabei in den gut gefüllten Sitzungssaal der Kreisverwaltung. Die rund 80 Menschen, die vor ihr sitzen, sind Fachkräfte und Ehrenamtliche aus dem sozialen Bereich, Vertreter aus Kommunen und öffentlichen Einrichtungen sowie pflegende Angehörige. Es ist das erste Treffen des Demenz-Netzwerks Eifelkreis, und Hell, die als Mitarbeiterin der Kreisverwaltung dieses Projekt koordiniert, ist sichtlich beeindruckt von der hohen Zahl der Teilnehmer.

„Wir wollen die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen verbessern und ihnen kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen“, sagt Hell. Weitere Ziele seien die Vernetzung bestehender ehrenamtlicher, ambulanter und stationärer Angebote, die Schaffung neuer bedarfsgerechter Angebote und die „Gestaltung eines Lebensumfelds, in dem Menschen mit Demenz willkommen sind und selbstverständlich dazugehören“.

Das letzteres nicht selbstverständlich ist, weiß Hell aus Erfahrung. Sie berichtet von einer Frau, die jahrelang regelmäßig ins Fitnessstudio ging, dann an Demenz erkrankte, nun aber selbst mit Betreuung nicht mehr in die Fitnesseinrichtung darf, weil der Betreiber befürchtet, dass sich andere Kunden dadurch gestört fühlen könnten.

Erfahren hat die Netzwerk-Koordinatorin von diesem Fall bei einem der offenen Treffs, die seit vergangenen Herbst regelmäßig für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz angeboten werden.

„Wir haben auch festgestellt, dass es trotz unserer Arbeit noch immer ganz viele Menschen gibt, die bislang von uns noch nicht erreicht wurden und auch noch keine Hilfe in Anspruch genommen haben“, sagt Hell. Wichtig sei es deshalb, vor allem für die oft überlasteten Angehörigen Angebote zu schaffen. „Es kann nur derjenige einen Angehörigen pflegen, der er sich auch selbst pflegt“, so die Mitarbeiterin Kreisverwaltung. Ansonsten ende man wie in einem Hamsterrad.

Um das Netzwerk am Leben zu halten und auszubauen, soll es zukünftig zweimal pro Jahr ein Treffen geben. Darüber hinaus gibt es bereits eine Lenkungsgruppe, die sich jedes Quartal und bei Bedarf trifft und aus Vertretern der Pflegestützpunkte, der ambulanten Pflege- und Betreuungsdienste, der stationären Pflegeeinrichtungen und der Bildungsinstitute zusammensetzt. Wobei sich die Zusammensetzung der Lenkungsgruppe wie auch das Aufgabengebiet des Netzwerks durchaus ändern können, wie Hell betont. „Unser Netzwerk ist nichts Statisches“, sagt sie. „Wir müssen da immer wieder nachjustieren.“

Übersicht der Veranstaltungen

Neben den regelmäßigen Aktivitäten wie beispielsweise Gehirnjogging, gemeinsames Singen, Gymnastik und Kochen sowie den generationsübergreifenden Aktivitäten mit Schulen und Kindergärten stehen für 2019 auch noch einmalige Veranstaltungen auf dem Programm. So gibt es am 11. April im Abteihof in Bollendorf den Fachvortrag „Demenz begegnen“, initiiert von VdK Ortsverein Bollendorf in Kooperation mit dem Demenz-Netzwerk, sowie am 8. Mai im Sankt Elisabeth Seniorenheim in Prüm den Fachvortrag „Demenz und Pflegegrade“, veranstaltet vom Sankt Elisabeth Pflegeheim in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt Prüm. Des Weiteren ist im Oktober in der Prümer Karolingerhalle die vom SKFM Prüm und dem Demenz-Netzwerk gemeinsam initiierte Vortragsreihe „Gewaltfreie Pflege“ geplant.

Weitere Termine und Informationen rund um das Netzwerk sind im Internet unter www.bitburg-pruem.de/demenz zu finden.

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