Das Ende des Islek-Nadelöhrs

Eng, rumpelig und gefährlich: Die B 410 zwischen Daleiden und Dasburg ist ein Nadelöhr auf dem Weg nach Luxemburg. Das soll sich nun ab dem Frühjahr ändern. Allerdings bringt das große Behinderungen mit sich, denn für den Ausbau soll die Strecke gesperrt werden.

Daleiden/Dasburg. Mit vielen Millionen Euro hat der Bund in den vergangenen Jahren den Ausbau der Bundesstraße 410 von Prüm in Richtung Luxemburg vorangetrieben. Im vergangenen Jahr ist die Ortsdurchfahrt in Lichtenborn komplett neu gemacht worden.

In diesem Jahr steht nun das nächste Großprojekt auf der Agenda der Straßenbauer, das für die Autofahrer zunächst einmal einige Unannehmlichkeiten bringen wird: der langersehnte und dringend notwendige Ausbau des Stücks zwischen Daleiden und Dasburg.

Bauarbeiten sollen bis zum Herbst abgeschlossen sein



Im Frühjahr sollen die Arbeiten dort mit dem ersten, rund zwei Kilometer langen Bauabschnitt von Daleiden bis ins Mühlbachtal beginnen. Kosten: rund 1,4 Millionen Euro. Insgesamt werden für das Projekt rund 3,6 Millionen veranschlagt. "Unser Interesse ist, dass die Arbeiten dann bis zum Herbst abgeschlossen sind", sagt Josef Arens vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein.

"Für uns ist das sehr, sehr erfreulich", sagt Daleidens Ortsbürgermeister Walter Reichert, "schließlich haben wir uns 20 Jahre dafür eingesetzt." Werner André, Ortsbürgermeister von Dasburg, freut sich ebenfalls - vor allem auf die Zeit nach der Baustelle.

Denn es gibt einen großen Haken: Während der Bauzeit soll die Bundesstraße, auf der täglich rund 2000 Fahrzeuge unterwegs sind, voll gesperrt werden. "Eine halbseitige Sperrung würde die Bauzeit deutlich verlängern und damit auch teurer machen", sagt Arens. So wäre dann der angestrebte Abschluss der Arbeiten bis zum Herbst nicht mehr einzuhalten. Außerdem ist die Straße derart schmal, dass neben der Spur für den Verkehr kaum noch Platz für die Arbeiten wäre.

Daher müssen Autos und Lastwagen umgeleitet werden. Wer von Arzfeld nach Dasburg will, wird über Irrhausen und Reipeldingen nach Dahnen geleitet, von dort führt die Landesstraße 1 wieder auf die B 410. In der Gegenrichtung müssen Gemeindestraßen und Wirtschaftswege mit einbezogen werden. Eine große Belastung für die kleinen Straßen, die nicht ohne Schäden bleiben werden. "Wir gehen davon aus, dass wir die Straßen und Wirtschaftswege danach komplett erneuern müssen", sagt Arens.

"Es gibt einfach keine adäquate Umleitungsstrecke", sagt André. Für ihn als Busunternehmer bringt die Umleitung einige Probleme, schließlich muss der Schulbusverkehr umgestellt und mit neuen Fahrplänen versehen werden. "Da müssen wir schauen, wie wir das geregelt bekommen", sagt André. Er setzt dabei auf die gute Zusammenarbeit mit den Baufirmen und dem LBM. "Schließlich haben wir lange für den Ausbau gekämpft und müssen deshalb jetzt die Einschränkungen in Kauf nehmen", sagt André. Allerdings müsse auch darauf geachtet werden, dass die Vorgaben eingehalten und die Arbeiten wirklich in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Dabei soll aber nicht nur die Straßenverbindung besser werden, auch für die Versorgung mit schnellem Internet verspricht man sich in Daleiden einiges. Denn gleichzeitig ist geplant, dort auch Leerrohre zu verlegen, durch die später Glasfaserkabel kostengünstig gezogen werden können.

Nach dem Ausbau der Straße stehen noch zwei weitere große Projekte an der B 410 an: Sowohl in Dasburg als auch in Irrhausen sollen die Ortsdurchfahrten neu gemacht werden (der TV berichtete).