Das Ende des weißen Flecks

Das Ende des weißen Flecks

Der erste Kurs ist nahezu durch: Volkshochschule (VHS) Prüm und Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier haben in sechs Monaten 19 neue, zertifizierte "Gästeführer Eifel" ausgebildet.

Theorie bestanden, Praxisprüfung folgt: Die ersten 19 "Gästeführer Eifel" sind auf Kurs für ihr neues Zertifikat. Sie stammen aus den Kreisen Bitburg-Prüm, Daun und Euskirchen, auch eine Teilnehmerin aus Aach (Trier-Saarburg) ist dabei. Das Projekt haben VHS und IHK gemeinsam entwickelt, die Idee kam von Volkshochschul-Chef Ludwig Dores. "Ich habe aber nur Schuhlöffel gespielt", bleibt Dores bescheiden. Viele Themen, breites Spektrum

Viel wichtiger sei, dass die neuen Gästeführer eine Lücke im touristischen Angebot der Region schließen sollen. Dores: "Ich habe festgestellt, dass beim Bundesverband der Gästeführer in Deutschland die Eifel ein weißer Fleck ist." Und der muss weg - vor allem so kurz vor dem Deutschen Wandertag, der im Juli Tausende in die Region bringen wird. Der erste Kurs startete deshalb im September, mit der Praxisprüfung im April und einem IHK-Zertifikat schließt er ab. Die Teilnahme kostet 390 Euro plus Prüfungsgebühr von weiteren 100 Euro. Haben sich die Ausgaben gelohnt? "Ja", meint Teilnehmerin Marita Mosebach-Amrhein. Die Prümerin kann das durchaus beurteilen: Mehr als 20 Jahre lang arbeitete sie als Studien-Reiseleiterin bei Dr. Tigges, außerdem ist sie Stadtführerin in Trier. Vor allem das Zertifikat sei "auf jeden Fall sinnvoll", sagt sie. "Weil es ja noch kein bundesweit einheitliches Berufsbild und staatliche Zertifikate gibt."Im Stundenplan der Eifel-Kenner standen die methodisch spannende Präsentation touristischer Höhepunkte - vom Maar bis zu weniger bekannten Glanzlichtern wie etwa den Fresken der Bleialfer Kirche, die Vermittlung von Kenntnissen aus Geologie, Geografie, der Flora und der Fauna der Eifel. Historische Grundlagen wurden teilweise bereits vorausgesetzt, allerdings von den Dozenten vertieft, darunter auch Fachleute vom Gästeführer-Verband. Auch der "schwierige Gast" war Thema. Wie muss man sich den vorstellen? Im Prinzip seien das Leute, die "sich wichtig tun oder auffallen wollen", sagt Kurs-Sprecher Kurt Thomas aus Roth. Dazu gehören auch solche, "die überall das Haar in der Suppe suchen oder dem Reiseleiter das Zepter aus der Hand nehmen wollen". Die aber seien zum Glück selten, berichtet Marita Mosebach-Amrhein aus ihrer Praxis. Ziel sei es jedenfalls, "sie auf geschickte Weise wieder ins Gruppenboot zu holen", sagt Thomas. Ins gemeinsame Boot gehören nach Ansicht des Marketing-Kaufmanns (derzeit arbeitet er zudem an einem Bildband über die Schneifel) allerdings auch die Institutionen der Region - vom Eifelverein bis zu den Touristikern. Da fehlt ihm noch die stärkere "Verschweißung" der Akteure: "Ich stelle fest, dass da die Kooperation noch sehr zu wünschen übrig lässt." Anders offenbar bei den 19 neuen Gästeführern: Zusammenhalt und Engagement seien "kaum zu überbieten", freut sich Thomas. Sie werden daher in Kürze einen Verein gründen und in den Bundesverband eintreten. Dort haben sie auch den Titel "Gästeführer Eifel" registrieren lassen. Geplant ist zudem eine Internet-Seite. Kontakt zu den "Gästeführern Eifel" erhält man über Siegfried Spieß unter der Telefon-Nummer 06553/1077. Ein neuer Kurs ist in Planung, mehr dazu bei der VHS Prüm unter Telefon 06551/943119 oder bei der IHK Trier unter 0651/9777 750.

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