Das Ende einer Ära

KYLLBURG. Eine Ära ist zu Ende: Zum Jahresschluss wurde die Katholische Landvolkhochschule (KLVH) in Kyllburg geschlossen. Die Region verliert damit eine ihrer beliebtesten Bildungsstätten. Die Schließung ist Folge der Sparmaßnahmen des Bistums Trier. Die Zukunft des Hauses ist ungewiss.

Bis Jahresende war die Landvolkhochschule in Kyllburg ein Haus der Erwachsenenbildung mit Angeboten für alle Altersgruppen. Träger der Einrichtung war das Bistum Trier. Als moderne Bildungsstätte stand die Katholische Landvolkhochschule auch Gastgruppen zur Verfügung. Direktor Rudolf Meyer und seine Mitarbeiter stellten die Räume auch für kirchliche und weltliche Feiern zur Verfügung. Das Aus für die Bildungseinrichtung war angekündigt worden, als das Bistum seine Sparmaßnahmen verkündete. Proteste, auch aus der Bevölkerung, konnten Bischof Reinhard Marx nicht umstimmen.Alle Mitarbeiter haben neue Stellen gefunden

"Die Entscheidung ist gefallen. Wir akzeptieren das. Ich bin jedenfalls froh darüber, dass alle 16 bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Arbeit gefunden haben", sagte Direktor Rudolf Meyer auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. Für Meyer selbst beginnt Mitte dieses Jahres seine Altersteilzeit. "Das Bildungsangebot der Landvolkschule Kyllburg gibt es nicht mehr. In der ersten Jahreshälfte werden einzelne Tagungen im Hause stattfinden. Es wird aber keine Bewirtung und Übernachtung mehr möglich sein", erläuterte Dechant Klaus Bender. In der zweiten Jahreshälfte 2006 wird die Einrichtung als Ausweichstelle für das Priesterhaus in Sankt Thomas genutzt. Dieses wird umgebaut und renoviert. Sämtliche Kurse des Priesterhauses finden dann in der ehemaligen Landvolkhochschule in Kyllburg statt. Klaus Bender ist als örtlich zuständiger Pastor auch Verwalter der Immobilie. Die gehört bis auf die Villa mit Grundstück - sie sind im Besitz des Bischöflichen Stuhls - der Pfarrei Kyllburg. Gemeinsam mit dem Bistum gibt es nach Informationen von Bender Bemühungen, eine neue Nutzung für die Gebäude zu finden. Bender: "Wir stehen in Verhandlung mit privaten Interessenten. Wenn die zum Erfolg führen, ist ab dem Jahr 2007 eine weitere Nutzung als Tagungs- und Bildungsstätte möglich", hofft Bender. Er zeigt sich verhalten optimistisch. Leidvolle Erfahrungen, gemischte Gefühle

Die Menschen in Kyllburg sehen die Schließung mit gemischten Gefühlen. Leidvoll ist ihre Erfahrung mit dem Kurhotel "Eifeler Hof" und dem "Kurfürst von Trier". Beide Häuser stehen seit Jahren leer. Stadtbürgermeister Winfried Müller: "Ein weiterer Rückschlag für die Stadt. Gleichwohl können wir den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir hoffen, dass sich neue Lösungen auftun", so Müller. Bürgermeister Bernd Spindler spricht von einem großen Verlust für Stadt und Verbandsgemeinde Kyllburg. "Die Region hat eine anerkannte Bildungseinrichtung verloren, die über Jahrzehnte gute Arbeit geleistet hat. Das stimmt uns traurig", sagte der mit Schloss Malberg leidgeprüfte Bürgermeister. Er bedauert auch die dadurch weggefallene Wirtschaftskraft und den Verlust der Arbeitsplätze. Stadtratsmitglied Thomas Etteldorf: "Das ist ein herber Rückschlag für Kyllburg. Ich hoffe, dass es trotz allem eine Zukunft für die Einrichtung gibt."