Kommentar : Das Fällen überdenken

Sicherheit geht vor. Bäume, die drohen umzustürzen, müssen weg. Dass Straßenplaner kranke und beschädigte Gewächse aus dem Verkehr ziehen, ist daher richtig und wichtig.

Der überwiegende Teil der Bäume, Hecken und Sträucher wird aber derzeit zersägt, weil der Freiraum vermeintlich für Straßenbauprojekte fehlt – oder weil sie angeblich die Sicht einschränken.

Nun mag es Fälle geben, bei denen das zutrifft. Die Zahl von 500 Bäumen und 15 Hektar Gehölzen, die deswegen weichen müssen, lässt aber aufhorchen. Vor allem in Zeiten, in denen allerorten wegen des Klimawandels Bäume gepflanzt werden und Wälder aufgeforstet, ist dieser Kahlschlag dem Bürger kaum noch zu erklären.

Die Planer sollten hier mehr Vorsicht walten lassen. Und im Zweifel lieber einen Baum zu viel stehen lassen. Denn jede Pflanze zählt, auch am Straßenrand. In den vergangenen Jahren sind schon genügend der Motorsäge zum Opfer gefallen.

c.altmayer@volksfreund.de