Das Geld wächst nicht auf dem Feld

Das Geld wächst nicht auf dem Feld

Der Maschinen- und Betriebshilfsring (MBR) Bitburg-Prüm trifft sich zur Mitgliederversammlung. Im 21. Jahrhundert hilft der MBR seinen Mitgliedern auch noch bei ganz anderen Herausforderungen als der Beschaffung teurer Maschinen.

Im Sommer beginnt die Weizenernte, Wochen und Monate harter Arbeit tragen buchstäblich endlich Früchte, die nur noch eingesammelt werden müssen. Doch ganz so einfach ist es nicht: Der Preis für Mähdrescher und andere Landmaschinen bewegt sich im fünf- oder sogar sechsstelligen Bereich. Und Geld wächst schließlich nicht auf Feldern. Was tun, wenn die Investition zu groß ist? Hier helfen die Maschinen- und Betriebshilfsringe (MBR) den Landwirten aus.

"Wenn ein Landwirt zum Beispiel keinen eigenen Mähdrescher hat, vermitteln wir ihn an einen Partner, der ihm seinen vermieten oder gleich die Maschinenarbeiten übernehmen kann", erklärt Stefan Neyses, Geschäftsführer des MBR Bitburg-Prüm, zu dem 430 Betriebe aus dem ganzen Eifelkreis gehören. Wer das Geld dennoch investieren möchte, erhält als Mitglied des MBR Beratung und Einkaufsvorteile bei der Anschaffung von Maschinen oder Arbeitskleidung.

Bereits seit Beginn der 1970er Jahre vermittelt der MBR Bitburg-Prüm auf diese Art Maschinen. Doch im 21. Jahrhundert stehen Landwirte noch vor ganz anderen Herausforderungen: Die Digitalisierung macht auch vor dem Bauernhof nicht Halt. "Aber ein paar Landwirte haben nicht mal einen Computer", erzählt Neyses. Unterstützung vom MBR brauchen die Bauern etwa bei der Bearbeitung des aufwendigen elektronischen Antrags auf Agrarförderung. "Das ist nicht vergleichbar mit einer Steuererklärung in Elster", erklärt Neyses. Manche Landwirte seien von der Bedienung des Programms überfordert oder hätten eine zu langsame Internetverbindung, um die großen Datenmengen, etwa Luftbildkarten mit exakten Markierungen der Felder, zu verschicken. "Wir haben beim Bearbeiten des E-Antrags in zwei Wochen mehr Datenmaterial gesammelt als in 13 Jahren normalem Betrieb."

Bei seinen Mitgliederversammlungen informiert der MBR Bitburg-Prüm außerdem zu verschiedensten landwirtschaftlichen Themen. Über die rechtlichen Grundlagen des überbetrieblichen Maschineneinsatzes hält Jurist Matthias Francois bei der nächsten Versammlung einen Vortrag. Jeder Landwirt müsse zum Beispiel wissen, was nötig ist, damit die Versicherung Schäden an geliehenen Maschinen übernimmt, erklärt Neyses. "Wenn zum Beispiel ein anderer Landwirt auf meinem Feld seinen Mähdrescher einsetzt, und ich habe vergessen, alle Steine zu räumen, dann kann schnell ein Schaden von 15 000 bis 20 000 Euro entstehen - für den ich dann erst mal verantwortlich bin."
Der MBR Bitburg-Prüm lädt seine Mitglieder zur Versammlung am Donnerstag, 6. April, um 20 Uhr ins Autohaus Eifel-Mosel in der Ottostraße 2 in Bitburg ein.Extra: DIE GESCHICHTE DER MASCHINENRINGE


1958: Agrarwissenschaftler Erich Geiersberger gründet den ersten Maschinenring. 1963: In Niedersachsen wird der erste deutsche Landesverband gegründet. 1965: Die erste Bundestagung der Maschinenringe findet statt. Einen Tag später wird die Bundesarbeitsgemeinschaft der Maschinenringe (seit 1969 Bundesverband der Maschinenringe) ins Leben gerufen. 1989: Schottland ist als erstes Land mit Maschinenringen flächendeckend eingerichtet. 1992: Die Maschinenringe haben mehr als 100 000 Mitglieder. 2014: Die Maschinenringe Deutschland GmbH, der Bundesverband der Maschinenringe, das Kuratorium Bayerischer Maschinenringe und der Maschinenring Neuburg Schrobenhausen beziehen ein gemeinsames Bürogebäude.

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