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Corona: Das Gesundheitsamt ist in der Krise ...

Corona : Das Gesundheitsamt ist in der Krise ...

... „und die bewältigt man hier gut“, meint zumindest Gesundheits-Staatssekretär Alexander Wilhelm, der dem Eifelkreis einen Besuch abgestattet hat.

Mainzer Politprominenz in Bitburg: Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm hat den weiten Weg aus dem Gesundheitsministerium in Mainz auf sich genommen, um dem Gesundheitsamt des Eifelkreises einen Besuch abzustattetn. Mitgebracht hat er vor allem viel Lob für die hiesige Verwaltung: „Die Corona-Krise bewältigt die Kreisverwaltung hier gut, auch auf Worst-Case-Szenarios sind die Mitarbeiter vorbereitet“, sagt Wilhelm. Erster Beigeordneter Michael Billen stimmt zu: „Landrat Joachim Streit hat zum Glück schnell gehandelt und Veranstaltungen frühzeitig abgesagt.“

Der Staatssekretär lobte zudem, dass man sich schnell Hilfe vom Deutschen Roten Kreuz geholt hat, um viele Menschen testen zu können. Infektionsketten hätten auch dadurch schnell nachvollzogen werden können. Dabei habe aber auch geholfen, schnell Verwaltungsbeamte aus anderen Bereichen umzuschichten.

Lob brachte Wilhelm also viel mit, kann aber auch einige Erkenntnisse mitnehmen. Denn: Am Beispiel des Eifelkreises zeige sich zudem, wie gut es ist, wenn eine starke Verwaltung Probleme vor Ort angehen kann. Billen sagt: „Die Gesundheitsämter sind immer so das Stiefkind gewesen, nach dem Motto: ,Das müssen wir auch noch machen’.“ Der Staatssekretär ergänzt: „Vielleicht ist das jetzt mal ein Anlass, das Schattendasein der Ämter zu beenden.“ In der Vergangenheit sei oft darüber diskutiert worden, die Kommunalisierung der Gesundheitsämter von 1997 wieder rückgängig zu machen, jetzt wüsste man allerdings, dass sich das in einer Krise als Vorteil erweist. Billen ergänzt, dass ja oft über die Verwaltung geschimpft werde, sie aber jetzt für viele eine Art „Fels in der Brandung“ sei.

Potenzial für Veränderungen sehen die beiden allerdings auch. Die beiden plädieren dafür, wieder mehr medizinische Güter in Europa produzieren zu lassen.

Neben der Schutzausrüstungs-Krise jetzt zu Corona gebe es ja auch ständig Lieferengpässe für teils lebensnotwendige Medikamente. Außerdem müsse laut Wilhelm noch mal drüber nachgedacht werden, so etwas auch auf Vorrat zu lagern: „Damit wir für eine mögliche zweite Welle oder die nächste Krise besser vorbereitet sind“, sagt der Staatssekretär. Es ging bei dem Treffen aber nicht um einen Abschluss, sondern um eine Zwischenbilanz. „Denn“, sagt Billen, „die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei.“